DBSZ DBSZ BadWurzach 1200v01

Region - Nur beipflichten kann man dem Aitracher Bürgermeister Kellenberger mit seiner Prophezeiung, dass das Thema Windenergie für die Gemeinde noch nicht abgeschlossen sei. Auf dem Höhenzug Richtung Treherz, wie auch entgegengesetzt Richtung Tannheim, hätten sicherlich noch weitere „Rädchen“ Platz.

Zunächst wolle sich lt. Herren Soukop die ENBW aber dem Raum Aichstetten und Leutkirch zuwenden. Wie üblich, wurde von den Befürworter*innen, wie der G-Rätin Lucia Cervoni, die Alternativlosigkeit der Energiewende und der Glaube, dass diese erfolgreich verlaufen werde, betont.

Die GR*in Gabriele Merk meinte, unter Berufung auf Christian Lindner in seiner Bundestagsrede, dass wir uns den „Freiheitsenergien“ nicht in den Weg stellen können.

Diese „Freiheitsenergien“ bestehen für Bewirtschafter von zwei landwirtschaftlichen Betrieben und eines Privathaushaltes in Pfänders vor allem in einer nicht zumutbaren Unterschreitung des bis vor einigen Monaten von unserem Forstminister Peter Hauk, als dieser noch nicht von den Brosamen der Grünen zehrte, postulierten Mindestabstand von 1000 m.

https://www.rnz.de/nachrichten/buchen_artikel,-Buchen-Windkraft-in-der-Region-700-Meter-Abstand-zur-Wohnbebauung-sind-nicht-mehr-zeitgemaess-_arid,218763.html
In obigem Abschnitt spricht sich der Herr Minister noch für 1000 m Mindestabstand aus.
Heute möchte der gleiche Minister alle Einschränkungen beseitigen!
Wo bleiben da die politische und persönliche Glaubwürdigkeit?

  • Leider ist den Aitracher Gemeinderäten und *innen nicht aufgefallen, dass der Leutkircher OB einen Standort bei Leutkirch wegen eines zu geringen Abstandes zur Wohnbebaung ausschließen will, er aber von der Landesforstverwaltung des Herrn Hauk darauf hingewiesen wurde, dass er als OB bezüglich Mindestabständen von Anlagen im Staatswald kein Einspruchsrecht besäße. Was Leutkircher Bürgern nicht zugemutet werden kann, interessiert dem zum Schutz seiner Bürger verpflichteten GR von Aitrach nicht.

Offensichtlich haben sich die „alternativlosen“ Befürworter der Windkraftoffensive im GR nicht die Mühe gemacht, nachzurechnen, wieviel die 1000 Windräder, mit denen unsere Landesregierung unsere Energiesicherheit absichern will, überhaupt zur Energieversorgung beitragen können. Dabei ist diese Rechnung nicht schwer, sofern man einige Grundbegriffe kennt:

Der wichtigste ist der Primärenergieverbrauch, d.h. der Verbrauch an Energie für alle Anwendungszwecke, unabhängig von der Herkunft. So nützten 100 % Absicherung der Stromversorgung beispielsweise der auf Erdgas angewiesenen Glas-, Stahl- oder Zementindustrie, aber auch den Bewohnern und Nutzern gasbeheizter Gebäude wenig. Es kommt eben nicht nur auf den Stromverbrauch an!

1000 Windräder zu je 6 MW = 6000 MW installierte Leistung.
Multipliziert man diesen Wert mit der Summe der Volllaststunden, d.h. mit der Summe der Stunden eines Jahres, in der der Wind ausreichend weht (an guten Standorten bei uns ca. 2000), dann erhält man die Jahresproduktion.

6000 MW x 2000 VLh = 12.000.000 MWh = 12.000 GWh = 12 TWh

Primärenergieverbrauch 2021 in Deutschland 2021 = 3387 TWh

Rechnung: 100% (Energieverbrauch) : 3387 TWh x 12 TWh = 0,35 %
des deutschen Primärenergieverbrauchs.

Da Aitrach bisher nur 1 Windrad erhalten soll, wäre dies 1 Promille dieses Wertes, also nur 0,00035 %, für die die Aitracher Rät*innen das persönliche Schicksal der Bewohner des Ortsteils Pfänders den Interessen der ENBW und des mit der ENBW verbundenen Großkapitals opfern wollen.

Vielleicht kann ein an die Bibel angelehntes Sprichwort zur Erhellung beitragen: Der Aitracher Gemeinderat mit seinen klugen Rätinnen ist dabei, nicht nur das Schicksal der Gemeindebürger von Pfänders, sondern auch die nicht mit schnödem Geld aufzuwiegende Erholungslandschaft um den Mooshausener See und bei Pfänders für ein Linsengericht an die ENBW zu verkaufen! Mit dem Bau der Anlage wird ein bis weit bis im Memminger Raum beliebtes Wander- und Erholungsziel zerstört werden.
Empathie geht anders!

Oder ist es die freudige Erwartung auf die Verleihung des „Landschaftsschänder-Award“, der vor allem den substantiellen Befürworter*innen im Gemeinderat, wie auch dem im Dienste der grün/schwarzen Landesregierung stehenden Herren Ewen und Herren Soukop von der ENBW gebührt.

Auch das mögliche Auftreten nachfolgend dargestellter „Kollateralschäden“ nehmen die Gemeinderäte und Gemeinderätinnen wie auch der Bürgermeister mit großer Mehrheit billigend in Kauf:
https://www.youtube.com/embed/KUesTrSjdrA

 

Hans-Joachim Schodlok
Bürgerinitiative Landschaftsschützer Oberschwaben/Allgäu e.V.
Bad Wurzach

 

 

 

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