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Bad Wurzach - +++ Freibäder öffnen am 06. Juli +++ Petra Springer zieht Bilanz und nennt ehrgeizige Ziele +++ Anfragen zu Kunstflieger und Jugendhearing +++

 

TOP 1: Bericht der Bürgermeisterin

Die beiden Freibäder in Bad Wurzach und Hauerz werden am 06. Juli mit einem aufwendigen Hygienekonzept geöffnet werden, sagte Bürgermeisterin Alexandra Scherer zu Beginn der Sitzung des Verwaltungs- und Sozialausschusses in ihrem Bericht. „Auch wenn wir personell nicht so aufgestellt sind, wie wir gehofft haben. Wir wollen trotzdem öffnen, weil die Bevölkerung schon so viele Einschränkungen durchstehen musste.“

 

TOP 2: Genehmigung Protokoll der letzten öffentlichen Sitzung

Es wurden keine Einwände seitens des Gremiums erhoben, so dass das Protokoll damit als genehmigt gilt.

 

TOP 3: Städtische Jugendmusikschule Bad Wurzach
a) Bericht zum laufenden Betrieb
b) Anmietung von Räumlichkeiten im Wurzacher Schloss

Petra Springer, seit April 2019 die Leiterin der Jugendmusikschule Bad Wurzach, skizzierte in ihrer Präsentation zunächst die Struktur – 14 Lehrer unterrichten derzeit 354 Schüler in fünf Instrumentengattungen sowie in Elementarer Musikpädagogik der Bläserklasse – der Jugendmusikschule. Springer betreut bei einem Arbeitsumfang von 60 % die Jugendkapelle, das Vororchester und die Bläserklasse. Sie ist dabei Ansprechpartner für Eltern und Musikvereine bzw. Chöre und bildet die Schnittstelle zur Verwaltung.

Positiv entwickelten sich unter ihrer Leitung die Schülerzahlen: Während in den beiden Vorjahren die Anzahl der Schüler bei konstant 332 lag, stiegen sie 2019 auf 354. Fast die Hälfte gehört mit 174 zu der Altersgruppe der 10 bis 14jährigen. Nach zuletzt beinahe linear steigenden Kosten sanken die Kosten und der Abmangel für die Jugendmusikschule im Jahre 2019 deutlich. Der Grund dafür liegt laut Bürgermeisterin Scherer in der 60% Stelle der Leiterin. Auch der Deckungsgrad der Elternbeiträge erhöhte sich spürbar, während die Personalkosten deutlich zurückgingen.

Petra Springer hat während ihres ersten Jahres als Leiterin einige erfolgreiche Aktivitäten vorzuweisen: Die Außendarstellung der JMS wurde mittels einer Homepage und einer Broschüre verbessert, die Nachwuchsorchester neugegründet, ein Notenarchiv eingerichtet, eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Instrumente durchgeführt, das Instrumentenkarussell eingerichtet und aktuell die Corona-Krise gemeistert. Als ihre persönlichen Ziele sieht sie kurzfristig die Verbesserung der Raumsituation, den Abschluss ihres Lehrganges „Führung und Leitung von Musikschulen“ und danach Aufstockung auf mindestens 80 % ihres Deputates. Mittelfristig will sie das Niveau der Orchester erhöhen und guten Nachwuchs für die Musikkapellen generieren und die Musikschule auf eine gesunde Basis stellen. Auf lange Sicht soll die JMS eine attraktive Bildungs- und Kultureinrichtung in Bad Wurzach werden. Großes Potential sieht Springer in der Altersgruppe der Elementaren Musikpädagogik, derzeit gibt es in Bad Wurzach 1086 Kinder die dafür in Frage kommen. „Die sind unser Fundament für die Zukunft.“ Wertevermittlung und Integration sieht sie als ihre Aufgabe und Verpflichtung an. Durch Gruppenunterricht könne dabei auch eine hohe Kostendeckung erzielt werden. Dafür wünscht sie sich mehr Personal und verbesserte räumliche Voraussetzungen, außerdem schwebt ihr die Gründung einer Elternvertretung sowie eines Fördervereines vor. Ihre Ziele bis 2025: 500 Schüler, ein Förderverein mit 50 Mitgliedern, 5 Elternvertreter sowie 2,5 % mehr Zuschüsse.

Puncto Verbesserung der Raumsituation verwies Bürgermeisterin Scherer auf den zweiten Teil der Sitzungsvorlage, in dem es um die Anmietung von Räumlichkeiten im Schloss geht. Vorteile sieht Springer auch in Nähe zum Rathaus und durch die zentrale Lage sei die Schule insgesamt präsenter. Die bisherige dezentrale Situation sei für einen erfolgreichen und attraktiven Betrieb nicht nachhaltig.

Bernhard Schad fragte an, ob dann die gesamte JMS ins Schloss umziehen werde. Springer verneinte dies: Schlagzeugunterricht sowie Vor- und Jugendorchester blieben weiterhin im Probenraum der Stadtkapelle im Dachgeschoss der Grundschule ebenso das Noten- und Instrumentenarchiv. Karl-Heinz Buschle fragte nach dem Verhältnis zur JMS Württembergisches Allgäu. Bürgermeisterin Scherer sagte dazu, die Kooperation sei weiterhin vorhanden. „Wir haben uns dafür entschieden, selbstständig zu bleiben und fahren gut damit.“ Offen zeigte sich Scherer, auch für Buschles Vorschlag, Lehrer die nicht ausgelastet sind, an die JMS Württembergisches Allgäu „auszuleihen“. „Aber wir sind derzeit voll ausgelastet.“ Hermann Müller lobte zunächst das hohe Engagement von Petra Springer. Bei einem Umzug ins Schloss regte er an, mit einer Beschilderung von außen darauf hinzuweisen, dass sich dann die JMS im Schloss befindet. Außerdem merkte er an, dass sich der Begriff „Zentralisierung“ in der Sitzungsvorlage auf eine Konzentration der bisherigen verschiedenen Standorte im Kernort Bad Wurzach beziehe, der Unterricht in den Ortschaften aber glücklicherweise bleibe. Armin Willburger fragte an ob die geplanten Ausgaben vom Haushalt abgedeckt seien. Alexandra Scherer sagte, die bisherige Finanzierung umfasse die (geschätzten) Planungskosten. Thorsten Rast fragte nach den Parkmöglichkeiten für die JMS im Schloss. Stadtbaumeister Matthäus Rude erklärte dazu, dass hinter dem Schloss derzeit gerade die Keller unterhalb der Parkfläche verfüllt werden. Wegen der vorhandenen Unterkellerung sei die aktuelle Bewirtschaftung eingerichtet worden, da in dem Bereich nicht zu viele Fahrzeuge gleichzeitig parken. Zukünftig könne man mit der Stiftung Schloß sicher regeln, wie die Zugänglichkeit für den Bereich sein solle. Bürgermeisterin Scherer sagte zum Abschluss der Diskussion, dass auch die bisherigen an der Grundschule genutzten Räume einen hohen Sanierungsbedarf haben.

Der VSA stimmte bei einer Gegenstimme der Anmietung der Räume im Schloss zu.

 

TOP 4: Verschiedenes

Karl-Heinz Buschle fragte, nachdem in letzter Zeit der Kunstflieger wieder über dem Ried seine Loopings vollführte, was für Gegenmaßnahmen ergriffen werden könnten. Die Stadt habe hier kaum Einflussmöglichkeiten, sagte Alexandra Scherer dazu. Selbst eine Anfrage vom damaligen Bürgermeister Bürkle beim Besuch von Ministerpräsident Kretschmann im Juni habe bisher keinerlei Wirkung gezeigt. Sie selbst findet es erstaunlich, dass diese Erlaubnis weiterhin aufrechterhalten werde. Michael Rauneker regte in diesem Zusammenhang an, Horst Weisser bzw. das NAZ mit ins Boot zu nehmen, da diese ja ohnehin für den Naturschutz sprechen würden. Thorsten Rast wollte wissen, wie es nach Corona mit der Jugendarbeit weitergehe. Der neue Jugendbeauftragte sei sehr enttäuscht gewesen, dass wegen Corona das geplante Jugend Hearing abgesagt werden musste. Mit einem Online-Beteiligungsverfahren solle dies im November nachgeholt werden, wozu die Firma Werwolf eine gute Plattform biete.

 

Bericht und Bild: Ulrich Gresser

 

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