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Bad Wurzach - Die 238. Kunstausstellung der städtischen Galerie im Lesesaal der Stadtbücherei brachte ein Novum mit sich: Erstmals stellten Mutter und Tochter gemeinsam ihre Acryl- und Ölgemälde aus.

 

Die inzwischen 84jährige Mutter Gertud Feuerstein, die mit ihren Werken schon häufiger in der städtischen Galerie zu Gast war, lernte die Malerei von Grund auf bei Max Scharpf in Kisslegg. Mit ihrer Begeisterung für die Malerei, ihren Kunstwerken, ihrer Liebe zur Kunst und zu den Farben inspirierte sie ihre Tochter, die ebenfalls auf den Namen Gertrud getauft worden war, von klein auf es ihr gleich zu tun.

Dennoch ist es das erste Mal, dass Gertrud Feuerstein (Junior) Werke von sich einer größeren Öffentlichkeit präsentiert. Die Tochter (Jahrgang 1973) ist Hebamme und lebt mit ihrem Mann Reiner Städele und ihren beiden Kinder in Ratzenried. Nachdem die Kinder größer waren konnte sie sich verstärkt wieder der Malerei widmen und wurde dabei sehr von ihrem Mann unterstützt. Wie ihre Mutter, konzentriert sie sich bei ihren Werken auf Acryl und Öl als Werkstoffe. Auf Malkursen hat sie ihre Maltechnik verfeinert und sich künstlerisch weitergebildet.

Es war der Wunsch der Mutter, die 2019 das letzte Mal in der städtischen Galerie in Maria Rosengarten ausgestellt hatte, gemeinsam mit der Tochter diese Ausstellung zu bestreiten.

Bei dieser Vernissage waren aber nicht nur Mutter und Tochter Feuerstein aktiv beteiligt: Für den musikalischen Rahmen sorgten die Kinder bzw. Enkelkinder der Familie Feuerstein: Luis Städele am E-Piano eröffnete die Vernissage mit Filmmusik aus „Ziemlich beste Freunde“ und es war unschwer zu erkennen, auf wen Lilly Städele ihr Lied „You´re still the one“ gemünzt hatte.

Klaus Schütt übernahm als Vertreter der Stadt die Begrüßung der Künstlerinnen und der rund 60 Vernissage Besucher im Kapitelsaal der Stadtbücherei. „Ich freue mich Künstlerinnen aus der Umgebung begrüßen zu können.“ Er dankte den Ausstellerinnen, „denn es ist wichtig, dass endlich wieder Kunst zu sehen ist.“ Und die hohe Besucherzahl zeige, dass die Künstlerinnen bekannt seien. Er dankte Rosemarie Stäbler, die sich immer mit viel Engagement die Ausstellungen organisiert.

Für Stäbler selbst, die sich riesig freute endlich wieder ein volles Haus zu haben, sei Freitag der 13. ein Glückstag. „Das hatten wir schon lange nicht mehr, außer wenn Familie Feuerstein kommt.“ Sie dankte den Ausstellerinnen, den Musikern, den Gästen für ihr Kommen sowie ihrem Team beim Ausschank.
Die Tochter Gertrud Feuerstein bedankte sich bei Klaus Schütt mit einem Flüssiggeschenk und bei Organisatorin Rosemarie Stäbler mit einem Blumenstrauß, ehe sie sich mit ganz persönlichen Worten an ihre Mutter wandte.

Es sei hr eine große Ehre, gemeinsam mit ihr ihre erste Ausstellung präsentieren zu dürfen. „Du warst immer interessiert an meinen Werken und mein großes Vorbild.“ Auch beim Älterwerden, denn wenn sie ihre Mutter, Rosemarie Stäbler und andere Damen so anschaue, „dann sieht man, dass Kunst jung hält.“

Beide Künstlerinnen beziehen ihre Inspiration aus der Natur, dem Garten und insbesondere aus der (Haus-)tierwelt. Ein ausdruckstarkes Kuh-Trio aus dessen Augen die pure Neugierde spricht, oder glückliche Hühner, denen der Betrachter durch ein altes Fenster als Bilderahmen bei ihrer täglichen Beschäftigung, Picken und Fressen zuschauen darf heben die Kunst der Mutter durch ihre Vielschichtigkeit auf ein besonderes Niveau.

Tochter Gertrud Feuerstein setzt sich in ihren Bildern häufig mit der Natur vor der eigenen Haustür, ihrem Garten auseinander. Aber auch ihre Liebe zum Wintersport, zu Skitouren außerhalb der ausgefahrenen Pisten bringt sie in ihren Bildern zum Ausdruck.

Wer in den nächsten Tagen die Ausstellung besucht wird feststellen, dass viele Bilder schon ein roter Punkt ziert. Damit beweist die Ausstellung, dass Rosemarie Stäbler mit der 238. Ausstellung von Mutter und Tochter Feuerstein wieder sehr genau den Geschmack des Publikums getroffen hat.

Die Ausstellung ist noch bis 08. Juli zu den üblichen Öffnungszeiten der Stadtbücherei zu besichtigen.

 

Bericht und Bilder Ulrich Gresser

 

 

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