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Bad Wurzach (Leserbrief) - Heimatverrat ist keine Straftat nach dem StGB, obwohl dieser tiefgreifend in die tradierten Lebensumstände von Menschen eingreift.

Ein übles Beispiel aus der Vergangenheit: Kommunen verkauften Rathäuser oder gar die eigene Wasserversorgung in die USA, um dann die Nutzung zurück zu leasen. Oft mit dem Segen „fortschrittlicher“ Politiker, denen es durchaus bewusst war, dass das ganze Modell auf einem Steuerbetrug am amerikanischen Steuerzahler gründete. Die Bodenseewasserversorgung ist ein unrühmliches Beispiel für das unredliche Handeln von Politikern zum Schaden von uns allen.

Im Raum Oberschwaben findet gerade der größte Heimatverrat und die größte Natur- und Umweltzerstörung unserer Geschichte statt. Die global agierende Firma RES, gegründet in Großbritannien, hat vom Forst BW – also auch von „unserem“ Minister Peter Hauk (CDU) - den Zuschlag für einen Monsterwindpark bei Michelwinnaden erhalten.

Der gleiche Herr Minister gab seinen Segen zur Verpachtung von 3 Flächen im Altdorfer Wald an einen kapitalkräftigen Bewerber aus dem Raum Ulm.

Im Röschenwald zwischen Mochenwangen und Zollenreute sowie in anderen Teilgebieten unserer näheren Heimat soll es bald weitergehen. Jedenfalls lecken sich die Herren und Damen von der WKBO
(Windkraft Bodensee-Oberschwaben), wie auch die vom Anlagenhersteller Enercon und die „am Hungertuch nagenden“ Investoren ob des zu erwartenden Geldsegens die Finger.

Alles geschieht nur zu unserem Wohle, wie Politik und Großkapital betonen. Tausenden von Bürgern soll ihre seit Jahrhunderten gewachsene Landschaft genommen werden, nur um einer Chimäre nachzujagen. Die Geschichte wiederholt sich. Überall auf unserem Planeten lassen sich in Vergangenheit und Gegenwart Beispiele finden, dass Menschen um des schnöden Mammons wegen alles genommen wurde und wird.

 

Was bringen die für Baden-Württemberg zunächst vorgesehenen zusätzlichen 1000 Windenergieanlagen, mit denen unsere „Volksbeglücker“ uns die Angelegenheit schmackhaft machen wollen?

Die Rechnung ist relativ einfach:

1000 Großanlagen mit 6 MW (Megawatt) installierter. Leistung bringen bei 2000
Vollaststunden/Jahr 12.000000 MWh/Jahr = 12.000 GWh/Jahr (GWh = Gigawattstunden).

Der Gesamtenergieverbrauch in Deutschland betrug 2021 12193 PJ.
Umrechnung in GWh: 12193 PJ = 3386944 GWh.

100 % Deutscher Gesamtenergieverbrauch: 3386944 GWh x 12.000 GWh = 0,0354 %.

 

Das ist doch ein bemerkenswert geringer Anteil an unserer gesamtdeutschen Energieversorgung. Dafür sollen in Baden-Württemberg ca. 1000 ha Wald und ganze Landschaften zerstört werden. Doch ist dies erst der Anfang. Dass ein Plus von 0,0354 % der Gesamtenergieerzeugung kein wesentlicher Fortschritt zur Energiesicherheit darstellen kann, müsste selbst „einfach gestrickten“ Zeitgenossen klar sein.

Bei den Erfolgsmeldungen über den Anteil der „Ökoenergie“ wird häufig nur der Anteil an der Stromversorgung, nicht aber der an der Deckung des Gesamtenergiebedarfs genannt. Dies ist unredlich!

Für Baden-Württemberg betrug der Gesamtenergieverbrauch (Wert von 2009) 1408 PJ, damit ca. 11,5476 % des deutschen Energieverbrauchs. 1408 PJ = 390.000 GWh. Die geplanten 1000 Monsteranlagen könnten dazu einen Beitrag von ca. 3,08 % leisten, wegen der Integration ins deutsche Stromnetz aber nur theoretisch, und auch nur dann, wenn genügend Wind vorhanden ist. .

Vor diesem Hintergrund muss man all die vollmundigen Äußerungen unserer Politideologen sehen, die von Maßnahmen von nationaler Bedeutung zur Sicherstellung unserer Energieversorgung, aber auch ständig von der Rettung des Weltklimas sprechen. Statt zu phantasieren, sei empfohlen, den Taschenrechner zu benutzen!

Kann ein so geringer und dazu noch unsicherer Anteil von 0,0354 % an der deutschen Energieversorgung die brutale Zerstörung unserer oberschwäbischen Natur- und Landschaftsräume rechtfertigen?

 

Frägt man die Herren Raimund Haser und Peter Hauk und eine Reihe von Bürgermeistern, Landräten, Kreis- und Gemeinderäten, dürfte von vielen ein klares „Ja“ als Antwort kommen, wie die letzte Versammlung des Regionalverbandes zeigte.

Nach einer Meldung der Schwäbischen Zeitung vom 5. April 22 sollen Landschaftsschutzgebiete kein Hindernis für den Bau von Windenergieanlagen sein.
Insgesamt sollen die Rechte der Bürger und ihrer Initiativen beschnitten werden, um lästige Hindernisse aus dem Weg zu räumen.

 

Der alte Verfassungsgrundsatz: „Die Politik hat dem Recht zu folgen.“, wird gerade über Bord geworfen und ersetzt durch: „Die Politik folgt dem Unrecht.“
Dies alles inszeniert von Politikern, die einen Eid auf die Verfassung geleistet haben! Hoffentlich erweist sich dieser nicht als Meineid.

Die für den möglichst raschen Ausbau der Windkraft fast allgegenwärtige Propaganda, zusammen mit der grassierenden Angst vor den Folgen des Krieges in der Ukraine, bringt ihre Früchte hervor.

Meldung in der Schwäbischen Z. vom 06.04.2022: 55 % der Baden-Württemberger unterstützen den Vorschlag, die Einspruchsmöglichkeiten gegen WEA zu reduzieren.

58 % hätten nichts dagegen, wenn in der Nähe ihrer Wohnung eine WEA errichtet wird.

60 % fordern den rascheren Ausbau der Windkraft.

Die Befragten hatten ihre Taschenrechner vermutlich verlegt.

 

Auch in manchen „grün“ angehauchten Lagern reifen inzwischen recht merkwürdige Pläne heran. Waren Moorgebiete bisher unangreifbar für alle technischen Veränderungen, so sind Versuche im Laufen, sie für Photovoltaikprojekte zu nützen. Der Hintergrund ist, dass bei der Trocknung von Teilen des Moorkörpers, z.B. nach Entwässerung und anschließender landwirtschaftlicher Nutzung, verstärkt CO2 freigesetzt wird. Im bayerischen Voralpenraum hat man deshalb bereits damit begonnen, ähnlich wie zuvor im Wurzacher Ried, bestehende Drainagen zu zerstören und neue Staueinrichtungen zu schaffen. Dadurch soll der Wasserstand angehoben und der Moorkörper zum Wachsen gebracht sowie die CO2-Freisetzung verringert oder sogar ins Gegenteil verkehrt werden.

Das ist also nicht neu. Neu ist jedoch, dass unterhalb der oberflächlich abgetrockneten Areale der Wasserstand bis nahe an die Oberfläche herangeführt und diese Flächen mit Photovoltaikanlagen bestückt werden sollen, die dann zusätzlich über die Stromproduktion CO2 einsparen.

Vom Landschaftsschutz und vom Naturschutz – wie sollen unter Photovoltaikanlagen geschützte Pflanzen und Tiere existieren – bleibt da nicht viel übrig.

Noch handelt es sich bei der Photovoltaiknutzung von Moorgebieten um „grüne“ Ideen. Aber vielleicht träumen auch einige „Schwarze“ bei uns vom erhebenden Ausblick von der Grabener Höhe auf riesige Photovoltaikflächen im Wurzacher Ried?

Bei uns geht es um die Ausbeutung unserer Landschaften. Viele andere Staaten sollen herhalten beim rücksichtlosen Raubbau für die angeblich moralisch hochstehenden Ziele der Vertreter der Windkraftlobby. Die nachfolgende Bilanz ist erschreckend.

"Saubere" Erneuerbare Energien belasten die Erde mehr als behauptet (epochtimes.de)

 

Bürgerinitiative Oberschwaben/Allgäu e.V.
Hans-Joachim Schodlok

 

 

 

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