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Bad Wurzach - Viel Spaß hatten bei ihrem ersten Auftritt nach der langen Corona-Pause ohne Auftritte die Achtaler Musikanten und „Verstehen Sie Brass“ im Bad Wurzacher Kursaal, die einen mit fein gespielter Blasmusik, die anderen mit Brass- Musik und artistisch-komödiantischen Einlagen.

Den Auftakt machten die Achtaler Musikanten – das sind 17 Vollblutmusikanten aus 13 Musikkapellen der Region Leutkirch und Bad Wurzach – die seit drei Jahren vom gebürtigen Arnacher Timo Bossler musikalisch geleitet werden.

Karl Geser erzählte nach dem musikalischen Auftakt, dem Achtaler Musikantenmarsch, mit dem Achtaler eigenen Gesangsduo Steffi & Otto, ein wenig über die Geschichte der Achtaler Musikanten und dem Septett „Verstehen Sie Brass?“. 2002 gab es die Jugendkapelle mit vielen talentierten Jungmusikern aus den den fünf Leutkirchern Gemeinden Diepoldshofen, Reichenhofen, Heggelbach, Schloss Zeil und Willerazhofen. Sieben von ihnen machten sich 2010 dann als „Verstehen Sie Brass?“ selbstständig und hatten 2011 ihren ersten gemeinsamen Auftritt mit den „Oldies“ der Achtaler Musikanten in Willerazhofen, wo man sich gegenseitig versprach, zum 10jährigen der Band wieder gemeinsam auf der Bühne zu stehen. Was nun endlich nachgeholt werden konnte.

Stolz ist Geser auch darauf, dass mit Thomas Wolf der Leiter des Kreisverbandsjugendblasorchester aus dieser Jugendkapelle hervorgegangen ist.

Mit einem Durchschnittsalter von 68 Jahren saßen bei den Achtalern mehr als 1.000 Jahre Blasmusikerfahrung auf der Bühne, die meisten kommen aus der Raumschaft Leutkirch und Bad Wurzach, so wie auch ihr Dirigent Timo Bossler, der die Kapelle seit drei Jahren leitet und sich sehr darüber freute, endlich wieder vor Publikum auftreten zu können.

In diesem saßen neben der halben Arnacher Musikwelt auch viele Musiker anderer Wurzacher Musikapellen. Der Berufsmusiker und Komponist Timo Bossler steuerte zum Programm der Achtaler fünf Eigenkompositionen bei – wie etwa den einleitenden Achtaler Musikantenmarsch oder die zweite Zugabe „Am Abend“ – und griff im Duett mit seinem Vater Rudolf Bossler auch selbst zum Flügelhorn.

Das erste Solo bzw. Duett des Abends spielten Karl Geser und Rudolf Bossler – Solo für zwei Flügelhörner „Max und Moritz“, wobei Timo Bossler bei seiner Ansage offen ließ, wer was sein könnte...
Neben einigen Egerländerkompositionen spielten die Achtaler aber auch Stücke von weiteren Wurzacher Komponisten, von Peter Schad über Michael Kuhn bis hin zu Bernd Butscher.

Dann wurde alles anders: Mit einem wilden Ritt zogen die „Glorreichen Sieben“ von „Verstehen Sie Brass?“ in einer wilden Choreograhie mit ihrem neuen Programm „Wild, Wild, Wäst“ in den Saloon, ak Bühne des Kursaals ein. Was sie dort neben ihren unbestrittenen musikalischen Qualitäten zeigten kann, mit Musik Comedy nur unzureichend beschreiben werden. Die „Wilde Horde“ zettelte im (fiktiven) Saloon eine akrobatisch perfekt vorgeführte Schlägerei als Zeitlupen-Persiflage auf berühmte Filmszenen an.

Dass an ihnen ein halber Männerchor verloren gegangen ist, stellten Manfred Schumacher, Manuel Haag, Christian Wolf, Michael Langegger, Thomas Wolf und Florian weder und Dietmar Schumacher bei diversen Gesangseinlagen der Spagetti-Westernmelodien unter Beweis. Aber auch vor großen Entscheidungen standen die sieben Musiker: Rendevouz mit Kinobesuch oder Musikprob´. Keine Frage, für was sie sich entschieden haben...

Das Duell Posaune gegen Horn brachte keinen eindeutigen Sieger, außer vielleicht das Publikum, das sich davon begeistern ließ. Dass sie in jedem musikalischen Genre perfekt zuhause sind, zeigten sie auch bei einem eingestreuten Choral, der den Zuhörern Gänsehaut pur verpasste.

Back to the roots hieß es dann zum Abschluss ihres Auftrittes: mit launigen Polkas verabschiedeten sie sich, verbunden mit der Einladung für ihr nächstes Konzert im Mai.

 

Bericht und Bilder Uli Gresser

 

 

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