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Bad Wurzach (Leserbrief) - Dieses Lied der Wolgaschlepper passt in seiner Düsternis recht gut zu den Wirren dieser Zeit. So richtig mannhaft, bzw. frauhaft (mwd) gaben sich der Olaf, der Linder von der FDP, unsere coole Putin- und Lawrowbeeindruckerin Annalena, aber auch der Habeck und schließlich auch der leuchtende Stern am finsteren Nachthimmel der CDU, der schlanke Friedrich.

 

Welch` eine Rhetorik, selbstbewusst und fordernd, als hätte jeder oder jede von ihnen 3 startbereit Panzerdivisionen im Rücken. Zuletzt zeigt sich, dass es sich im wesentlichen um „heiße Luft“ handelte.

Da passt sehr gut der Rat des Kabarettisten Dieter Nuhr: Befindest Du Dich als halbverhungerter Jungdynamiker zusammen mit einem bulligen Kraftprotz mit tätowierten Oberarmen, stark wie Oberschenkel von Normalmenschen, in einem Fahrstuhl, dann kann es nur der zweitbeste Rat sein, zu diesem zu sagen: „Mann, Du siehst richtig scheiße aus.“

So ähnlich wirkten jedenfalls die relativ hilflosen Drohgebärden und Ausführungen zur Sicherung unserer Energieversorgung in Richtung Russland.

 

Die Erkenntnis, dass uns der Putin jederzeit den Öl- und Gashahn abdrehen kann und die fragwürdige Annahme, dass er auf uns als Abnehmer angewiesen sei, zeigen das dünne Eis, auf dem sich die Energiepolitik dieser Bundesregierung bewegt.

Dass im asiatischen Raum mehrere potentielle Abnehmer nur darauf warten, uns als Gas- und Ölkunden abzulösen, gehört offensichtlich nicht zur Wirklichkeitswahrnehmung der Berliner Akteure.

 

Folgen: Der Traum, den Wegfall der Atom- und eines Teils der Kohlekraftwerke mit Gaskraftwerken zu kompensieren, darf beerdigt werden. Das machen wir jetzt ganz schnell mit dem Ausbau der „Erneuerbaren“ wett, ließ der Lindner bei der Bundestagsdebatte von sich hören. Diese „Erneuerbaren“ liefern, lt. Lindner, „Freiheitsenergie“.

Um diese „Freiheitsenergie“ möglichst schnell erzeugen zu können, sollen alle Hindernisse wie Einspruchs- und Klagemöglichkeiten von Landschafts- und echten Naturschützern über ein „Investitionsbeschleunigungsgesetz„ geschleift werden. Wäre man ehrlich, müsste es Ermächtigungsgesetz heißen. Auch wenn dieses rücksichtslos durchgezogen wird und alle Hindernisse beseitigt werden, würde die Errichtung von weiteren 300.000 Windkraftanlagen Jahrzehnte dauern und bei Kosten von ca. 5 Millionen €/Windkraftanlage sich auf ca. 1,5 Billionen € belaufen, die Kosten für Elektrolyseanlagen und die Umrüstungskosten der Industrie auf Wasserstofftechnik nicht eingerechnet.

Die „Freiheitsenergie“ wird keine Lösung bieten, wenn Pendler, aber auch die in den öffentlichen Nahverkehr eingebundenen Unternehmen die Spritpreise nicht mehr bezahlen, öffentliche Gebäude und Wohnungen nicht mehr ausreichend beheizt werden können (Bei der ersten Ölkrise 1973 teilte das Kultusministerium mit, eine Raumtemperatur von 12 Grad C in den Unterrichtsräumen sei ausreichend.).

 

Für unsere Kommune kann sich die Frage stellen, ob sich durch die hohen Gaspreise der jährliche Abmangel im Kurbereich eine nicht mehr akzeptable Höhe erreicht und ob energieintensive Angebote, wie das neue Schwimmbad, noch aufrechterhalten werden können.

 

Ob die Leser der Tageszeitung vom 8. Februar 22 eine kleine, etwas versteckte Meldung entdeckt haben, dass der Bundesverband der deutschen Glasindustrie vor den nicht abschätzbaren Folgen der hohen Energiepreise warnt und dass einige Mitgliedsfirmen wegen mangelnder Rentabilität trotz voller Produktion täglich Geld verbrennen.

Sollten die Aktionäre der Verallia AG zum Schluss kommen, dass sich Behälterglas im Elsass oder in Lothringen deutlich günstiger produzieren lässt, dann dürften die Tage von Verallia Bad Wurzach gezählt sein.

 

Für viele junge Familien, auch im Raume Bad Wurzach, die ihre Eigenheimfinanzierung vom freundlichen Mitarbeiter einer Bank oder der smarten Mitarbeiterin einer Bausparkasse mit spitzem Bleistift vorgerechnet bekamen, könnte demnächst der „Tag der Wahrheit“ kommen, weil sie ihren Baukredit nicht mehr bedienen können, da die Kosten für Heizöl, Gas und Benzin, zuzüglich 5 % Inflation bei den täglichen Ausgaben für Nahrung und Gebrauchsgütern, ihr Einkommen auffressen. Plötzlich nehmen da die vorher so überzeugenden Mitarbeiter der Bank oder Bausparkasse so hässliche Worte wie „Androhung der Zwangsversteigerung“ in den Mund.

Einige Eigenheime dürften in absehbarer Zeit ihre Eigentümer wechseln. Auch könnte die Selbstmordrate steigen.

 

Die Bundesregierung bietet „kraftvolle“ Hilfen an. Die Pendlerpauschale soll steigen und die Erneuerbare-Energien-Abgabe soll wegfallen. Alles Augenwischerei in Anbetracht der tatsächlichen Kostensteigerungen.

Außerdem bieten unsere Politiker praktische Hilfen an: den Heizkörperthermostaten zurückdrehen, statt mit dem Auto mit dem Fahrrad fahren, nur einen Raum im Haus heizen, das ganze Haus in Styropor verpacken, Wärmepumpen einbauen, die mit dem Strom betrieben werden, den bald niemand mehr bezahlen kann, dicke Pullover anziehen.

Auf eine einfache Lösung, wie in Österreich praktiziert, die Energieträger zum Wohle der weniger wohlhabenden Schichten deutlich niedriger zu besteuern, will bei unseren „Volksbeglückern“ niemand eingehen, denn das würde nach deren Ansicht den Eintritt des ohnehin nahen Weltuntergangs, durch Übererhitzung der Erde infolge des CO2 Anstiegs in der Atmosphäre, nur beschleunigen.

 

Der Habeck hatte sogar ganz kurzfristig eine vernünftige Idee: die Atomkraftwerke weiterlaufen zu lassen. Nach dem Proteststurm der ultralinken „Freitagsfjuscherer“ hat er dies aber schnell fallen lassen. Diese Atomkraftwerke seien viel zu gefährlich. Die 8 – 10 neuen Atomkraftwerke, die die Franzosen bauen wollen und von denen wir in fernerer Zukunft auch mit Strom versorgt werden sollen, sind dagegen offensichtlich ungefährlich.

Vor etwa einem halben Jahr hatte ich die Gelegenheit einen belgischen Nuklearingenieur kennen zu lernen, der zu den Inspektoren gehört, die im Auftrag der internationalen Atomenergiebehörde europaweit Kernkraftwerke kontrollieren. Seine Aussage: “Ihr Deutschen seid verrückt. Ihr habt die ordentlichsten und sichersten Atomkraftwerke weltweit. Ich kann das beurteilen, denn da habe ich im Ausland schon Anderes gesehen.

Das wollt ihr jetzt alles zerschlagen. Andererseits kann ich für euch kein Mitleid empfinden. Die Politiker, die diesen Unsinn durchsetzen, habt Ihr ja selbst gewählt.

 

Hans-Joachim Schodlok
Bad Wurzach

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