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Oberkirch/Bad Wurzach  - Mit ihrem Wissen über die Erdbeeren, ihrem schwäbischen Dialekt und ihrem eigens für den Anlass neugetexteten Lied hat sich die Ziegelbacherin Tamara Sauter in Oberkirch bei Offenburg bei der Wahl zur neuen Erdbeerkönigin durchgesetzt.

„Ich bin ja mit den Erdbeeren aufgewachsen, war immer bei der Ernte dabei, “ erklärt die lächelnde Hoheit beim Interview. Da war es für die gelernte Bankkauffrau naheliegend, ihr Wissen über die „Powerfrucht“ – denn Erdbeeren haben sogar mehr Vitamine als beispielsweise Orangen – auch einmal auf einer großen Bühne zu präsentieren.

Beim Studium des Schwäbischen Bauers war sie auf die Anzeige „Baden-Württembergische Erdbeerkönigin gesucht“ gestoßen. Die Idee dazu war vor wenigen Jahren in Oberkirch, „dem“ Erdbeeranbaugebiet von Baden-Württemberg von der dortigen Bundestagsabgeordneten Kordula Kovac und Vertretern der Stadt geboren worden. Oberkirchs Oberbürgermeister Matthias Braun sieht in der Tatsache, dass beide Kandidatinnen – zwei weitere aus dem Raum Karlsruhe hatten kurzfristig absagen müssen – nicht aus der Region stammen, als Indiz dafür, „dass das Amt auch überregional an Bedeutung gewonnen hat.“ Denn auch die zweite Bewerberin, die 19jährige Schreinergesellin Lara Baur aus Friedrichshafen stammte aus Oberschwaben.

Bei ihren Recherchen über den Wettbewerb ist Tamara Sauter auf ein Video der bisher einzigen Erdbeerkönigin Anne Obrecht aus dem Oberkircher Ortsteil Bottenau gestoßen, das sie davon überzeugt hat, an dem Wettbewerb teilzunehmen.

Für den Wahlabend, der unter der Schirmherrschaft der Staatssekretärin im Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Sabine Kurtz stand, hat sie eine Powerpointpräsentation über sich und ihr Wissen über die Frucht, die eigentlich gar keine ist, sondern aus der Familie der Rosengewächse stammt, zusammengestellt.

In drei Kategorien mussten sich die beiden Kandidatinnen der 13köpfigen Fach-Jury stellen: Fragen zur Person, zur Motivation für die Bewerbung, galt es zu beantworten. Und weil Tamara auch in der Musik zu Hause ist, hatte sie eigens für den Cup Song einen für den Anlass passenden Text geschrieben.

Im zweiten Teil mussten Fragen rund um die Erdbeere beantwortet werden und im dritten Teil mussten die beiden Kandidatinnen anhand von fünf Begriffen wie z.B. Anbaugebieten, Klima etc. einen Kurzvortrag gestalten.

 

Tamara Sauter freut sich schon sehr auf ihre Aufgaben während der nächsten zwei Jahre, auch wenn es mit viel Reisen verbunden sein wird. Denn zunächst muss die königliche Robe in Oberkirch für „Tamara I.“ maßgeschneidert werden, wozu bereits mehrere Anprobentermine nötig sind.

Ihren ersten offiziellen Auftritt als Erdbeerkönigin wird sie zum Saisonstart, der in der Rheinebene naturgemäß bereits im April sein wird, haben.

„Ich bin sehr froh, dass ich den Titel nach Oberschwaben geholt habe.“ Damit erhielten auch die Erdbeeranbaugebiete hierzulande mehr Beachtung. Am 28./29. Mai steht dann das große überregional bekannte Erdbeerfest in Oberkirch im Terminkalender der Königin, die natürlich auch auf Einladungen für die großen Foodmessen hofft, wie etwa die „Grüne Woche“ in Berlin.

Für die Erdbeerkönigin kämen neben ihrer Aufgabe, dem Marketing für die Powerfrucht „Fragaria“, auch größere Themen hinzu: „Wie kann man die Ernährung einer Region sicherstellen, ohne vom Außen abhängig zu sein? Beim Obst und Gemüse sind wir da in Baden-Württemberg schwach aufgestellt“, damit hatte die Staatssekretärin Sabine Kurtz schon am Wahlabend ein weiteres Aufgabengebiet der zukünftigen Königin skizziert.

Aber am meisten würde die neue Erdbeerkönigin „Tamara I.“ sich über ein Heimspiel beim Erdbeerpicknick beim Leprosenhaus freuen, sofern dieses in diesem Jahr wieder stattfinden kann.

 

Bericht und Bild Uli Gresser

 

 

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