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Bad Wurzach - Mit einem rund 35 Meter hohen Turm wollen die Stadt und das Naturschutzzentrum Bürgern und Touristen das Naturschutzgebiet Wurzacher Ried näher bringen.

2015 hatte der Stiftungsrat des Naturschutzzentrum eine Machbarkeitsstudie beauftragt. Bei mehreren Ortsterminen wurde der Standort beim Haidgauer Torfwerk als am Besten geeignet befunden. Dort wäre eine tragfähiger Baugrund in einer Tiefe von 7m was eine Gründung mit bohrpfählen ermöglichen würde. Ein solcher Turm wäre ein geeignetes Projekt, das Ried in seiner gesamten Ausdehnung allen Naturinteressierten sicht- und erlebbar zu machen. Auch positive Stadtentwicklungsaspekte sehen Stadtbaumeister Matthäus Rude und Bürgermeisterin Alexandra Scherer in dem Turm im Ried: Er wäre ein richtiges Highlight und würde viele Gäste und Besucher nach Bad Wurzach bringen.

Als nächsten Schritt möchte Rude einige Architekturbüros aus der Raumschaft im Rahmen einer Mehrfachbeauftragung mit der Erstellung jeweils eines Entwurfes beauftragen. Notwendig hierfür sei auf jeden Fall eine eindeutige und präzise Formulierung der Aufgabenstellung, die verschiedene Aspekte wie Gründung, Erreichbarkeit, Zugänglichkeit, Barrierefreiheit, Beachtung der natur- schutzfachlichen Rahmenbedingungen, Kostenrahmen und Umfeldmaßnahmen (im Zusammenspiel mit dem Heimatverein Wurzen) sowie ggf. in der Sitzung aufkommenden weitere Themen umfasse. Eine detaillierte Aufgabenbeschreibung würde von der Verwaltung ausgearbeitet.

Bürgermeisterin Scherer sieht einen solchen Entwurf auch zwingend erforderlich, um Anträge auf Tourismusforderung (bis zu 50%) zu stellen, die laut Landesregierung derzeit Priorität genieße.

Heinrich Vincon sah den geplanten Standort beim Haidgauer Torfwerk skeptisch. Laut Scherer sei mit der Drehleiter auch der Bereich ungefähr beim Kiosk des bisherigen Freibades geprüft worden, weil dieser natürlich wesentlich näher an der Innenstadt liegen würde. Dort habe man allerdings keinen wirklichen Blick ins Ried erhalten. Zudem sei der Verkehrslärm, der unmittelbar angrenzenden B465 hier störend - dieser Standort sei daher keine geeignete Alternative. Für Monika Ritscher sieht das Turmprojekt in der heutigen Zeit eher wie ein „Wunschkonzertprojekt “ aus und erinnerte daran, dass der Gemeinderat im Zuge des Finanzberichtes von Kämmerer Kunz die „Hausaufgabe“ bekommen habe, Einsparpotentiale zu finden. Es gehe um die Förderung und auch darum den Eigenanteil der Stadt zu reduzieren. Michael Rauneker riet Verwaltung und Gemeinderat sich an den Erfahrungen einer Gemeinde bei Stuttgart zu orientieren. Auch Franz Josef Maier schlug vor ähnliche Türme zu besichtigen. Sowohl ihm als auch Rauneker waren die Vorgaben zu wenig Konkret. Er stellte den Antrag, inhaltliche Vorgaben zuvor dem Gemeinderat vorzulegen. Bei der Abstimmung stimmten nur sieben Räte für dieses Vorgehen. 14 unterstützten den Vorschlag der Verwaltung.

 

Bericht und Bild: Ulrich Gresser

 

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