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Haidgau - Traditionell wird am Dreikönigstag nach dem Angelusläuten mit dem Kuhschwanzlüften in Haidgau der Start in die neue Fasnetssaison gefeiert.
Um die Häser samt Kuhschwanz pandemiegerecht an die frische Luft zu bringen, hat sich die Vorstandschaft der Chadaloh´s für ein „Einzelspringen“ entschieden.

Nachdem die Fasnet im vergangenen Jahr komplett Corona und den entsprechenden Maßnahmen zum Opfer gefallen ist, gingen Zunftmeister Daniel Wassner und seine Narren in diesem Jahr „auf die Straße“. In Kleinstgruppen und unter Einhaltung der vorgegebenen Mindestabstände sorgten sie mit ihrem Schellenklang in den Straßen und Gassen der Wurzacher Fasnetshochburg für einen Hauch von Fasnetsstimmung für die Daheimgebliebenen. Und da das Smartphone ständiger Begleiter eines Jeden ist, war auch die filmische und fotografische Dokumentation der einzelnen Aktionen gesichert.

In einem Brief im Dezember, als sich die erneute Komplettabsage der Fasnet abzeichnete, hatte der Zunftmeister seine Hästräger aufgefordert: „Lasset´s Häs it glei ganz in dr Truah, holat´n raus dr Schwanz von dr Kuah! Steigt ins Häs und belebt unser Brauchtum, sei es im eigenen Garten, Hof, Einfahrt oder mit den Nochber auf dr Gass – natürlich unter Beachtung der Corona-Verordnung und der geltenden Vorgaben.“ Auf diese Weise könnten die Narren auf digitalem Wege verbunden bleiben und dem Brauchtum Leben einhauchen. Denn man werde aus den Fotos und Clips einen Film gestalten und ein Narrenblättle werde es auf jeden Fall auch geben.

Und so zog die Vorstandschaft als närrisches Dreigestirn mit Daniel Wassner im Häs des Chadaloh, sein Stellvertreter Peter Rösch als Wolfsleib und Kassier Holger Etz im Wago-Häs von der Ehrensberger Straße aus durch die Gassen und Straßen, und das Gschell und die lauten „Wieso Awaa“-Rufe vieler ihrer Hästräger erfüllte die eisigkalte Nachtluf an diesem Abend. Beim Rathaus angekommen versuchte der Zunftmeister zwar noch, durch symbolisches Pochen an die Rathaustüre sich Einlass zu verschaffen, doch die Ortsverwaltung und damit auch das Narrenstüble lag in tiefer Dunkelheit...

Während die Bad Wurzacher Narrenzunft ihren Fasnetsauftakt wie in den Karnevalshochburgen am 11.11. auf dem Klosterplatz noch beinahe „normal“ (Zutritt gab es damals nur nach den damals geltenden 3 G-Regeln) feiern konnte, spielt für sie der Dreikönigstag traditionell keine Rolle.

Willi Butscher, Zunftmeister der Seibranzer Langjupp, vermeldete keine Aktion seiner Zunft für diesen Tag. Auch er bedauerte, dass es angesichts von annähernd 60.000 Neuinfektionen pro Tag in Deutschland auch in diesem Jahr wenig Hoffnung für eine Fasnet gebe. Andererseits macht er sich wenig Sorgen, dass den Zünften im Gegensatz zu Sport- und Musikvereinen viele Mitglieder wegen der Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen „abspringen“ werden.

Denn alle verbindet die Hoffnung, dass nach der langen Pandemie-Zeit vielleicht schon im nächsten Jahr die Zünfte sich wieder im gewohnten Rahmen ihrem Brauchtum widmen können.

 

Bericht und Bilder Ulrich Gresser

 

 

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