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Bad Wurzach - 29 Mal hat Gudrun Kaiser die Aktion Licht für die Alten des Bad Wurzacher Jugendrotkreuzes federführend organisiert, jetzt ist für sie die Zeit gekommen, die Organisation in andere, jüngere Hände zu legen.

Mit zwölf Jahren hat eine Nachbarin die gebürtige Wangenerin zum Dienstabend des dortigen Rot-Kreuz Ortsvereines mitgeschleppt, frei nach dem Motto „anpacken statt nur zu gaffen.“ Weil sie für die Bereitschaft noch viel zu jung war – dort kann man erst ab 16 Jahren Dienst tun – kam sie zum Jugendrotkreuz. „Ich war mit Leib und Seele dabei,“ sagt sie über diese Zeit.

„Das war eine tolle Truppe.“ 1984 durfte sie mit einer kleinen Wangener Gruppe erstmals beim Zeltlager des Bad Wurzacher Jugendrotkreuzes teilnehmen, wo sie den Gründer der Aktion Licht für die Alten, Franz Brugger, kennenlernte. Von diesem schwärmt sie noch heute, der habe sie - nachdem sie nach der Schule 1989 nach Bad Wurzach gewechselt war – sehr stark mitgeprägt und begleitet. Von diesem habe sie dann nach vier Jahren die Organisation von Licht für die Alten übernommen und danach die Leitung dann 29 Mal innegehabt. Sie und ihr kleines Team seien früher „quasi jeden Tag aktiv gewesen.“

Sie vergleicht ihre Aufgaben als Orga-Chefin mit Kuchenbacken: Wenn der Kuchen aus dem Ofen komme, „dann isch s´moischde scho vorbei.“ Im Mai müssen die Lebkuchen bestellt werden, im Oktober die Ortsverwaltungen wegen der aktualisierten Adresslisten angeschrieben werden, sowie die weiteren Produkte, die in die Geschenktasche kommen bestellt werden, die dann an einem Packabend gefüllt werden. Seit 2012 gibt es auch noch ein Weihnachtsblättle mit einem schönen Gedicht dazu. Die Unterlagen mit der Organisation der Weihnachtsaktion füllen inzwischen viele Ordner. Beim Durchblättern der Ordner erinnert sie sich auch gerne daran, wie ihre Tochter Anna mit drei Jahren als Engelchen hin gestanden ist und das Weihnachtsgedicht bei den alten Leuten auswendig aufgesagt hat.

Nun sei es an der Zeit ein neues Kapitel in ihrem Leben aufzuschlagen, auch wenn ihr die alten, oft einsamen Leute sehr ans Herz gewachsen sind. Sehr emotional sei vor allem das Jahr 2020 gewesen, denn da durften die Leute ja nicht mal in die Kirche gehen. Damals sei ihr klar geworden, dass die Aktion wichtiger denn je war. „Denn Hauptbetroffene der Pandemie sind die alten Leute und die Kinder.“ Das sei ihr sehr nahe gegangen, wenn es nach ihr gegangen wäre, hätte man noch viel mehr gemacht.

Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Markus sucht sie jetzt in der Nähe von Wangen „ein heimeliges Plätzchen, um ein Auge auf unsere beiden Mütter haben zu können, die vom Alter her zur „Licht für die Alten-Klientel“ gehören.“ Natürlich bleibe sie noch einige Zeit hier, bis sie etwas passendes gefunden haben und natürlich um ihren Nachfolger einzuarbeiten und zu begleiten. „Ich will das ganze ordentlich übergeben.“

„Ich habe in diesen fast dreißig Jahren irre viele tolle Menschen kennengelernt, die mir ans Herz gewachsen sind.“ Bei den Besuchen in diesem Jahr seien die Leute zwar gefasster gewesen, aber ihre Zweifel, wie es weitergeht seien spürbar gewesen. Nachdem es in diesem Jahr zum 50ten ein Jubiläumsheftchen gegeben hat, in dem die Liedtexte abgedruckt sind, habe sie diese Zweifel zu zerstreuen versucht: „Ihr habt jetzt ja ein Jahr Zeit zu üben.“

Wie ernst es Gudrun Kaiser damit ist, die Leitung „ordentlich“ zu übergeben, zeigt sich gerade an diesem Tag: Eben war sie bei der Stadtverwaltung und hat den Sozialbus für „Licht für die Alten 2022“ reserviert...

 

Bericht Ulrich Gresser Bild Gudrun Kaiser

 

 

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