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Bad Wurzach - Letzte Woche waren es etwa 80, in dieser bereits 110 Impfgegner, die sich mit einer Art „Montagsdemonstration“ gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie auflehnen.

Während es in Leutkirch rund 400 Menschen völlig unterschiedlichen Alters, darunter 30 Kinder waren, die sich ab 18 Uhr in der Innenstadt zu ihrem friedlichen Protest versammelten, waren es in Bad Wurzach etwa 100 Erwachsene und rund 20 Kinder zum Teil mit Fackeln, die sich auf den Gehwegen durch die Straßen bewegten, um sich dann zum Abschluss unter dem Christbaum beim Marienbrunnen zu versammeln, die Mehrzahl ohne Gesichtsmaske und Abstand.

Was laut Achim Staudenmaier, dem Leiter des Leutkircher Polizeireviers, hierbei dringend erforderlich sei, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werde. Es war zwar ein stiller Protest ohne Parolen zu skandieren und ohne Protestplakate, aber wehe ein Pressevertreter machte Fotos von der Versammlung: Flugs wurde er aufgefordert das zu unterlassen. Oder ihm wurde sogar im Falle der Veröffentlichung „Ärger“ angedroht.  Dass es bei den meisten Protestler nicht um Einheimische handelte, sei hier nur am Rande erwähnt.

Mindestens ein Kopfschütteln rief die gesamte Aktion bei vorbeigehenden Passanten hervor, ansonsten blieben die Impfgegner unter sich, einzig zwei Polizeibeamte in ihrem Streifenwagen beobachteten neben den Pressevertretern den rund einstündigen Aufmarsch.

Völliges Unverständnis zeigte eine Passantin, die einen der Spaziergänger kannte: „Dessen Mutter und Schwester waren vor kurzem schwer an Covid erkrankt.“ Deswegen war es für sie völlig unverständlich, dass dieser sich an einer derartigen Aktion beteiligte.

Einer der Spaziergänger zeigte sich als er zufällig bei dem Gespräch „Es gibt bei uns keine Pandemie“ aufschnappte, was im Zusammenhang der Bayerischen Stadt Rosenheim erwähnt wurde, ebenfalls uneinsichtig und bestätigte damit die bei Impfgegnern vorherrschende Pippi-Langstrumpf-Mentalität, die sich deswegen vernünftigen Argumenten Andersdenkender völlig verschließen. Wie etwa dem, dass durch die vielen – in der Mehrzahl ungeimpfte Covid-Patienten – in den Krankenhäusern zum Teil lebenswichtige Operationen etwa an Krebspatienten verschoben werden müssen.

Dabei werden Grenzen überschritten: Im Rufen nach persönlicher Freiheit, das auch bei dieser Spaziergänger-Aktion zum Ausdruck gebracht wird, vergessen die Rufer (bzw. Schweiger), dass die persönliche Freiheit dort endet wo die des Nächsten beginnt (frei nach Immanuel Kant).

 

Bericht und Bilder Ulrich Gresser

 

 

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