DBSZ DBSZ BadWurzach 1200v01

Bad Wurzach - Es sind beeindruckende Zahlen, die Gudrun Kaiser, die seit 29 Jahren die Aktion „Licht für die Alten“ an vorderster Stelle organisiert.

Gudrun Kaiser hat sich viel Arbeit gemacht, die vom Gründer des Bad Wurzacher Jugend-Rot-Kreuzes, Franz Brugger, vor genau 50 Jahren ins Leben gerufene Aktion, statistisch zu erfassen. Wobei ihr sicher auch ihre langjährige Erfahrung als Chronistin des Bad Wurzacher Ortsverbandes zugute kam. In einer Exel-Tabelle hat sie nicht nur die Statistik ihrer 29 Jahre festgehalten, in denen das Jugend-Rotkreuz in der Adventszeit viele ältere, alleinstehende Personen in der Stadt und den Ortschaften besuchten, sondern auch die 21 Jahre ihres Vorgängers mit eingearbeitet.

Aus den Anfängen mit knapp 60 besuchten Personen wurden im Laufe der Jahre bis zu knapp 500 zu Anfang der 1990er Jahre, inklusive der Bewohner von Seniorenheimen, denn damals gab es neben dem Spital in Bad Wurzach noch ein solches in Witzmanns. Und so weist die Bilanz für die fünfzig Jahre dann insgesamt 14980 Personen aus, denen die Jugend-Rotkreuzler ein wenig Freude bereiten und – fast genauso wichtig – für einige Minuten Gesellschaft leisten konnten.

Als 1993 ein Nachfolger für Franz Brugger gesucht wurde, hat sich Gudrun Kaiser als damalige Jugendleiterin dazu bereit erklärt, die Aktion zu organisieren. „Weil es mir soviel Spaß gemacht, den Menschen eine Freude zu machen, bin ich dabei geblieben. Es ist mir eine Herzensangelegenheit geworden.“ Dabei habe sie sehr viele nette Menschen kennengelernt, die manchmal schon sehnsüchtig auf sie warteten. „So wie die ältere Dame, die einmal an einem saukalten Tag unserer Gruppe ganz frischgemachte Apfelküchle serviert hat.“ Das letzte Jahr sei sehr emotional für sie und die alten Leute gewesen: „Die Einsamkeit war durch Corona noch größer geworden.“ Sie waren dann froh, dass ihr Alltagstrott unterbrochen wurde und sie jemanden zum Schwätzen hatten.“

Anschaulich demonstriert Gudrun Kaiser, die viele Anekdoten und Erlebnisse aus den fast 30 Jahren zu erzählen weiß, wie z. B. die von dem Mädchen im Engelskostüm, welches für einige Jahre Teil der Aktion war, beim Rezitieren des Gedichtes vor Aufregung immer auf den Zehenspitzen wippte. Oder diejenige vom Fahrer und ehemaligen Kassier Otto Menig, der sie auch im schneereichsten Winter immer an ihr jeweiliges Ziel – und sei es auch noch so abgelegen gewesen – gebracht hatte. Was sie früher ebenfalls tief beeindruckt hatte: „Auch wenn sie manchmal noch nicht einmal eine Heizung im Haus hatten, strahlten die Leute damals ein große Zufriedenheit aus.“

In diesem Jahr war (fast) alles etwas anders: Nachdem die jeweilige Gruppe bei den Menschen geläutet hatte, wurden die Geschenke entweder durch ein Fenster hineingereicht, oder wenn das Wetter mitspielte und die Menschen so mobil waren, fand die Übergabe mit Gesang im Freien statt. Auch dazu hatte Gudrun Kaiser noch eine Anekdote parat: Bei einer „Stammkundin“ in Hauerz hatten sie die Tasche mit den Gaben bereits an die Türe gehängt, als sie die Dame dann auf dem Rückweg trafen. Und gleich noch mit einem Pflaster „Erste Hilfe“ leisten mussten....

 

Bericht Ulrich Gresser Bilder Gudrun Kaiser

 

LfdA 3

LfdA 4

50 J Licht für die Alten

 

Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben!

­