DBSZ DBSZ BadWurzach 1200v01

Bad Wurzach - Die Gottesdienste am zweiten Weihnachtsfeiertag werden in der evangelischen Kirche Bad Wurzach immer auf ganz besondere Weise gefeiert, so auch in diesem Jahr.

Unter dem Titel „Weihnachtliche Klänge in Text und Ton“ trugen Pfarrerin Silke Kuczera und Prädikantin Astrid Greshake berührende Texte vor, die sich mit der gefühlvollen Musik von Bernadette Vogt am Piano und Markus Vogt am Saxophon abwechselten. So versprach Kuczera zu Beginn „Unsere Liebe zu Gott, zu unseren Mitmenschen und zu uns selbst - das gehört alles zusammen. Dieser Dreiklang soll heute zum Klingen kommen“. Und das tat er - bereits vom ersten Lied an, mit dessen zarten Klängen von „Hört der Engel helle Lieder“ das Ehepaar Vogt die Anwesenden verzauberte.

Die philosophische Seite des Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch trat in seinem Text „Ich setze auf die Liebe“ zutage, den Kuczera und Greshake als Psalmgebet vortrugen. „Und auch Gott setzt auf die Liebe“, so Kuczera im anschließenden Gebet. Dann erklang die warme Stimme von Bernadette Vogt; ihr Lied „Oh Bethlehem, du kleine Stadt“ ging tief unter die Haut. Berührend auch die folgenden Gedanken von Fulbert Steffensky, der die Parallele zwischen einem Vater und Gott aufzeigt, denn beide gehen in die Knie und machen sich klein, wenn sie mit ihren Kindern sprechen: „Die Liebe, die sich gleich macht mit dem Geliebten, ist die erlösende Kraft.“

Der anschließend gezeigte Ausschnitt aus dem bezaubernden Film „Bo und der Weihnachtstern“ begeisterte alle, von klein bis groß. Nach einem weiteren Instrumentalstück, das die Seele berührte, gab der wunderbare Text „Lieber Mensch“ von Courtney A. Walsh den Gottesdienstbesuchern Kraft und Mut, denn unter anderem gesteht er dem Menschen Fehler zu: „Du bist nicht auf die Welt gekommen, um perfekt zu werden. Du bist es schon. Du bist hier, um herrlich menschlich zu sein. Fehlerhaft und fantastisch.“ Die „Lücke im Baum“ von Sabine Leibholz-Bonhoeffer, der Schwester von Dietrich Bonhoeffer, beschrieb den würdevollen Umgang mit der Spannung zwischen Trauer und Weihnachtsfreude ihrer Eltern 1918 – dem Jahr, in dem ihr zweitältester Sohn als 18-jähriger Fahnenjunker gefallen war.

Vor den Fürbitten und einem herrlich lebensfrohen afrikanischen Segen, von Greshake gespendet, streichelte der Mezzosopran von Bernadette Vogt mit „Es wird nicht immer dunkel sein“ ein weiteres Mal die Herzen der Anwesenden. Die Gottesdienstbesucher dankten den vier Akteuren mit herzhaftem Applaus und freuten sich, dass sie nach dem Gottesdienst vor der Kirche von Vogts begleitet gemeinsam „Oh du fröhliche“ singen durften. Ein unvergesslicher Abend.

 

Bericht und Bilder Patricia Gragnato

 

 

Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben!

­