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Bad Wurzach/Leutkirch - Es wäre doch wirklich verwunderlich, wenn nach der Veröffentlichung des revidierten Windatlas`sich nicht Investorenheere, deren einziger Antrieb angeblich das Allgemeinwohl und nicht etwa die eigene Gewinnmaximierung ist, auf die wie auf dem Tablett dargebotenen Flächen stürzen würden.

 

 

Damit es diesmal auch klappt, hat Minister Untersteller dafür gesorgt, dass nicht wieder Milane in die Quere kommen, indem er die zuvor als Hindernis angesehene Revierpaardichte von 3 (=6 Milane) auf 7 Revierpaare (= 14 Milane) anheben ließ, wobei aus 14 Milanen bei erfolgreicher Brut schnell 42 – 50 Milane werden können (3 – 5 Eier pro Nest), die sich, ohne ein Hindernis für den Betrieb der Anlagen darzustellen, zwischen den Rotorblätter tummeln dürfen. Eben echter grüner Naturschutz unseres grünen Umwelt- und Naturschutzministers.

Siehe auch https://www.brodowski-fotografie.de/beobachtungen/rotmilan.html

 

Zudem sollen Bürgermeister, Gemeinderäte und Bürger mit dicken Bankkonten über Bürger- und Gemeindebeteiligungen gelockt werden, um den örtlich aufflammenden Widerstand nieder zu halten. Die Bürgermeisterin einer im nachfolgenden Bericht genannten Nachbargemeinde ließ bei einem Treffen im Jahre 2016 erkennen, dass sie unsere Kritik an dem Ausverkauf unserer Landschaft nicht teile. Der Mammon war schon immer durchschlagendes Argument, um sich der Verpflichtung zu ideellen Werten zu entziehen. Wieviele Silberlinge waren das damals eigentlich?

 

 

Der nachfolgende Bericht aus der Schwäbischen Zeitung vom 04.06.2020 sollte aufschrecken. Die Leser sollten sich darüber im Klaren sein, dass dieses ENBW-Vorhaben nicht der Abschluss sondern der Beginn einer Entwicklung ist.

Wie die „Endlösung“ für die Landschaft um Bad Wurzach aussehen könnte, finden Sie auf unserer Internetseite „Landschaftsschützer Oberschwaben/Allgäu e.V., Startseite, unter „Ende einer Landschaft“. Sicherlich befinden sich viele der angesprochenen Flächen außerhalb der Grenzen unserer Großgemeinde, doch ist dies die Landschaft, in der wir leben. Sie gehört uns allen und nicht nur den Grünen und den Aktionären der ENBW.

 

Schwäbische Zeitung vom 04.06.2020, Bericht von Steffen Lang
EnBW prüft mögliche Standorte für Windkraftanlagen Ist der Bau von Windkraftanlagen in der Region grundsätzlich möglich? Diese Frage will das Energieunternehmen EnBW in den kommenden Wochen klären. Betroffen sind Gebiete entlang der A 96 von Aitrach bis Leutkirch, im Westen grenzt es an Seibranz und Hauerz. Der Windatlas von Baden-Württemberg aus dem Jahr 2011 ist im vergangenen Jahr von der Landesanstalt für Umwelt aktualisiert worden. In ihm sind einige Gebiete im Allgäuer Teil des Landkreises Ravensburg rot, weite Teile dunkelbraun eingezeichnet. Das bedeutet, dass dort in 160 Metern über Grund genug Wind herrscht, um eine Anlage wirtschaftlich betreiben zu können. Standorte gelten nun ab einer mittleren Windleistungsdichte von mindestens 215 Watt pro Quadratmeter (bei einer Nabenhöhe von 160 Metern) als geeignet.

 

In den rot eingezeichneten Gebieten sind es mindestens 310 Watt pro Quadratmeter, in den dunkelbraunen mindestens 250. Rote Gebiete sind im Windatlas beispielsweise die Region südlich von Haslach bis nördlich von Steinental, die Region von Aitrach im Nordosten bis Seibranz im Südwesten, die Region von Lauben im Nordosten bis zum Ellerazhofer Weiher im Südwesten sowie fast der ganze Bereich östlich von Leutkirch bis zur Landesgrenze. Als unrentabel eingestuft sind nur wenige Gebiete, zum Beispiel das südlich von Bad Wurzach bis Brugg. Die Aktualisierung des Windatlasses habe „eine Reihe von Gegenden für die Windkraftnutzung deutlich interessanter erscheinen lassen“, bestätigt EnBW-Pressesprecher Ulrich Stark das Interesse seines Unternehmens. „Angesichts des sich ja weiter beschleunigenden Ausstiegs aus der Kohle und des bereits fast vollendeten Atomausstiegs sind wir gerade in unserem Bundesland dringend auf Alternativen angewiesen.“ Der EnBW sei dabei aber „auch klar, dass naturschutzrechtliche Gegebenheiten einem möglichen Bau von Windkraftanlagen entgegen stehen könnten“, betont Stark und weist als Beispiel auf die „besonders hohe Milandichte in der Region“ hin. Sein Unternehmen werde daher die kommenden Wochen nutzen, um sich „in aller Ruhe und intensiv“ mit der Flora und Fauna vor Ort, der Vogelwelt insbesondere, auseinanderzusetzen und „möglichst schnell Klarheit zu bekommen, ob es sich überhaupt lohnt, Projekte ernsthaft zu entwickeln“.

 

Erstes Untersuchungsgebiet ist eine land- und forstwirtschaftliche Fläche westlich des Aitracher Ortsteils Mooshausen, Richtung Haslach (Gemeinde Rot). Darüber informierte die EnBW jüngst im Amtsblatt der Gemeinde Aitrach. „Experten eines Gutachterbüros werden dort unterwegs sein, um Flora und Fauna gemäß behördlicher Vorgaben zu erfassen“, heißt es in der Annonce. Und weiter: „Ziel ist es, vorab zu prüfen, ob ein Genehmigungsverfahren für Windenergieanlagen erfolgversprechend ist, und den Naturschutz so früh wie möglich zu seinem Recht kommen zu lassen.“ Bei den Untersuchungen werde auch eine sogenannte Lidar-Anlage zum Einsatz kommen, aufstellen, die zwölf Monate lang die Windverhältnisse in 160 Metern Höhe genauer misst. 160 Meter sind bei gängigen Windkraftanlagen die Nabenhöhe. Lidar-Systeme senden nach Auskunft der EnBW Laserstrahlen innerhalb kürzester Zeit nacheinander in verschiedene Himmelsrichtungen.

Die Rückstreuung an den Partikeln in der Atmosphäre erlaubt sehr genaue Rückschlüsse auf die aktuelle Windgeschwindigkeit sowie Windrichtung in verschiedenen Höhen bis zu 200 Meter. Zusätzliche Sensoren erfassen die Temperatur und Luftfeuchtigkeit sowie den Luftdruck. Alle Messdaten werden kontinuierlich aufgezeichnet und täglich über ein GSM-Modem übertragen. Die Messtechnik lässt sich in einem kleinen Container auf einem Anhänger unterbringen und ist damit sowohl Platz sparend als auch hochflexibel. Mit ersten Ergebnissen der Mitte Juni beginnenden Untersuchungen rechnet Stark nach den Sommerferien. Der Windatlas von Baden-Württemberg ist im Internet einsehbar unter www.energieatlas-bw.de Ende der Wiedergabe des Berichts von Stefen Lang.

 

Zum Artikel: Landschaftsschützer: Ende einer Landschaft?

 

Pressemitteilung der Landschaftsschützer Oberschwaben

Hans-Joachim

Schodlok Bad Wurzach

 

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