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Bad Wurzach - Werner Hutzel und seiner Egerländer Musikanten der Stadtkapelle Ochsenhausen hatte die Corona-Pandemie hart getroffen. Mit dem Konzert im Kursaal Bad Wurzach konnten sie nach vierwöchiger Probenzeit nun endlich wieder auftreten – und das gleich mit einem ganz besonderen Gast.

Es war der erste Auftritt seit 2019 und auch der hing an einem seidenen Faden, wie Werner Hutzel in seiner Anmoderation erzählte: „Letzte Woche hätten wir nicht auftreten können, weil sowohl Sängerin Margit Schiele als auch ich krank waren.“ Daher waren er und seine Musiker einfach nur glücklich, dass sie jetzt wieder auftreten können.

Mit dem Egerländer Marsch starteten sie dann in ihr Programm, in dem sie einige der bekanntesten Stücke von Ernst Mosch, dem Gründer und langjährigen Leiter der Original Egerländer Musikanten hatten. Wie etwa die „Wachtelpolka“ , die „Gablonzer Perlen“ oder die „Späte Liebe“. Hutzel fand auch sofort einen Draht zu „seinem“ Publikum. Die Gablonzer Perlen spielte er auf Wunsch von Edelfan Johann, „dem Ulm näher als alles andere liegt.“ . Und bei der „Späten Liebe“ hatte er den Wurzacher Komponisten und Musiker Peter Schad und seine Maria im Publikum entdeckt, den er natürlich mit Freuden begrüßte.

Nicht fehlen durfte aus dem großen Repertoire von Ernst Mosch der Walzer „Böhmischer Wind“. Es ist die erfolgreichste Komposition von Mosch, ein Stück das bei keinem Auftritt seiner Egerländer fehlen darf. Wenn es einmal nicht im regulären Programm auftaucht, werde es als Sonderwunsch vom Publikum gefordert.

Doch die Egerländer aus Ochsenhausen haben nicht nur Mosch-Polkas, Märsche und Walzer im Programm. Gerne spielen Hutzel und seine Musiker Stücke von Komponisten aus der Region: etwa den Egerländer Traum von Alexander Pfluger, die Sorgenbrecher-Polka von Norbert Gälle und seinen Scherzachtalern.

 

Um seinen Musikern eine Pause zu gönnen – das Konzert musste wegen der Coronabestimmungen ohne Pause durchgespielt werden – erzählte Hutzel einige Geschichten, etwa die wie er das Jubiläumskonzert der Original Egerländer am 21. Mai 2021 dank seines Mitmusikers Erwin Weber doch noch per Livestreaming sehen konnte. „Es war ein Klasse Konzert, aber: Die Musiker im Zwei-Meter-Abstand sind mir in dem riesigen Zirkus-Krone-Zelt irgendwie verloren vorgekommen.“ Weber sei auch „schuld“ daran gewesen, dass er Ernst Mosch in den 90er Jahren einmal Live in der Schleyer-Halle erleben durfte. Auf dem Weg zur Bühne sei er schon arg gebeugt daher gekommen, aber als er vor den Musikern stand, da sei ein Ruck durch ihn (und die Musiker) gegangen. „Das werde ich nie vergessen.“

Nachdem die Musiker wieder zu Kräften gekommen waren, ging es danach Programm mit Musik der Scherzachtaler. Aber nicht nur von diesen. Peter Schad durfte natürlich auch nicht fehlen. Hutzel erinnerte sich noch gut daran , als Peter Schad gemeinsam mit ihnen „Der alte Schäfer“ gesungen hatte. Und als er dann an diesem Abend im Kursaal die „Kuschel-Polka“ ansagte, wurde die für die Volksmusikfreunde im Saal zu einem echten Leckerbissen: Peter Schad ließ es sich nicht nehmen das Lied gemeinsam mit Margit Schiele und Werner Hutzel zu singen.

Einen Witz wollte er nicht erzählen, seit einem traumatischen Erlebnis im Winter im Wartezimmer eines Arztes, als er um die Stimmung ein wenig aufzuheitern einen Witz erzählen wollte und eine ältere Frau ihn harsch mit den Worten: „Ihre alten Witze kennt doch schon jedes Kind,“ ausgebremst hatte.

Aber eine kleine Geschichte musste er doch loswerden: Als er in der letzten Woche im Städtle unterwegs gewesen war, habe ihn jemand angesprochen: „Jetzt müssat se sich warm anziehe, Konkurrenz kommt .“ Dem habe er geantwortet: „Wir kennen keine Konkurrenz, nur Freunde.“

Der junge Trompeter Frank Schiele, der vor wenigen Tagen Geburtstag hatte und dem das Publikum dafür ein kleines Ständchen sang, revanchierte sich mit einer rasanten „Löffelpolka“ (Zugabe inklusive). Eine Premiere gab es ebenfalls an diesem Abend zu hören: „Egerländer Musikant, du spielst so schön und elegant“ wurde von Musikscoutin Petra vor ein paar Wochen entdeckt und von ihnen sofort ins Programm aufgenommen worden.

Beim Jubiläumskonzert seiner Egerländer in der Karpfhalle in Ochenhausen hatten sie gemeinsam den „Alten Lindenbaum“ besungen, nun taten sie es wieder:

Noch einmal sang Peter Schad mit ihnen das Lied, zum Abschied bekam das Volksmusik-Urgestein von seinen Freunden noch „Ewig Schad“ gespielt.

Als die Zeit für das Ende des Konzertes nahte gönnte er seinen Musikern noch einmal eine Verschnaufpause und vergaß dabei nicht, sie für ihre Leistung zu loben: „Wir proben jetzt vier Wochen, aber es ist einfach toll, was die Musiker da hinter mir leisten.“ Corona habe auch bei ihnen Spuren hinterlassen, so seien die Flötistin, ein Tenorhorn und die dritte Posaune nicht mit dabei.

Hutzel erzählte zum Abschluss noch die sehr emotionale Geschichte eines Ehepaares, das beim letzten Konzert in Bad Wurzach noch dabei gewesen war und gefilmt hatte, für dieses Konzert sich bereits Karten gesichert hatte und – obwohl zweimal geimpft – sich angesteckt hatte. Ihnen widmete er „Bis bald und auf Wiedersehen“.

Davor bedankte er sich noch bei Daniela Heinzler von der BWI, die sehr viel Arbeit in die Durchführung des Konzert investiert habe und an seinen Ansager „Rich“ Nothelfer, der „einfach dr Lada zsammahält“.

 

Bericht und Bilder Uli Gresser

 

 

 

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