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Bad Wurzach - Mit einer Einweihungsfeier mit geladenen Gästen und der kirchlichen Weihe durch die Pfarrer Silke Kuczera und Patrick Meschenmoser ist das neue Hallenbad am Grünen Hügel in Bad Wurzach nun offiziell eröffnet worden.

Vor den eingeladenen Gemeinderäten und Ortsvorstehern, den am Bau beteiligten Handwerkern und dem Bundestagsabgeordneten Josef Rief – aus dem Bundesprogramm zur Sanierung von Sportstätten kam der größte Teil an Fördermitteln – sowie dem Landtagsabgeordneten Raimund Haser. sprach Bürgermeisterin Alexandra Scherer allen Beteiligten ihren Dank für das Geleistete aus.

„Heutzutage ist es leider in vielen Städten und Gemeinden nicht mehr selbstverständlich, den Bürgerinnen und Bürgern, den Schulen und den Vereinen eine Schwimm- und Bademöglichkeit am Ort vorzuhalten.

Es war deshalb tatsächlich eine Zukunftsentscheidung unseres Stadtrates, das bisherige marode Hallenbad in Bad Wurzach durch einen Neubau zu ersetzen.“
Sie dankte den Stadträten für ihren Mut und ihre Standhaftigkeit. „Sie haben sich nicht beirren lassen, auch nicht durch Verzögerungen aufgrund von Um-Planungen und sonstigen unvorhergesehenen Widrigkeiten und den damit verbundenen Kostensteigerungen.“

Die Bürgermeisterin dankte auch MdB Josef Rief für die Begleitung und Unterstützung. „Angefangen natürlich bei der Bezuschussung, über den Spatenstich am 26.02.2019 bis heute zur Einweihung. Der bedeutende Zuschuss aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ in Höhe von 2,39 Mio. € tut gut bei einer so großen Baumaßnahme, deren Gesamtvolumen bei ca. 8 Mio. € liegt.“

Ihr Dank ging auch über Raimund Haser an das Land, von dem die Stadt einen Zuschuss aus dem Ausgleichstock erhielt. Für das Architekturbüro Gollwitzer, welches das Bad geplant hatte, dankte Scherer Tobias Reckert und die Büros der Bauleiter.

Mit den ausführenden Handwerkern, den Mitarbeitern von BWI und Verwaltung freute sie sich, „diesen Schlusspunkt gemeinsam begehen zu können.“

Für das Großprojekt wurden 24 Gewerke und 14 Nebengewerke vergeben, 81 Baustellen Jour-Fix-Terminen mit der entsprechenden Aufarbeitung waren erforderlich. Aber alle hätten gute Arbeit geleistet, was gar nicht so einfach gewesen sei, weil schon beim Baubeginn Verzögerungen aufgetreten seien, womit sich dann alle Gewerke verschoben hätten.

Mit einem Walt-Disney Zitat dankte sie den Mitarbeitern, die zukünftig neben den Gästen das Haus mit Leben erfüllen werden. Das Bad sei bewusst als Sportbad konzipiert wurden, um den Schülern Schwimmen als Schulsport zu ermöglichen.

Darüberhinaus steht das Bad auch für die Nutzung durch Vereine zur Verfügung.

 

Tobias Reckert vom planenden Architekturbüro Gollwitzer skizzierte im Stile eines Kochrezeptes die Eckdaten des Baues: „Man nehme ein leeres, ungenutztes Grundstück – am besten gleich mit einem bestehenden Bebauungsplan, gräbt ein Loch (und verbessert den Boden darin für einige lange Monate), füllt dieses mit 1.500 Kubikmeter Beton mit 120t Stahl, stellt darauf ein Holzdach, schließt dies mit einer wunderbaren Glas- und Metallfassade, fliest 1.000 Quadratmeter Fläche, stellt ein wenig Technik hinein – und fertig ist die Schwimmhalle?

Ganz so einfach sei es nicht gewesen, „wir haben über acht Jahre daran gearbeitet, wobei die Vorbereitungszeit, die Abstimmung mit der Förderung, Finanzierung und Planung den Großteil der Zeit in Anspruch nahm.“ Die Frage: „Wann können Wir endlich Baden?“ erforderte Geduld. Dafür mussten zuerst mussten all die verbauten Materialien mit Leben erfüllt und an die richtige Stelle gesetzt werden. Dass dies geschehen war, dafür dankte Reckert dem Planungsteam, dem Büro Möller Meyer verantwortlich für die Technik, dem Büro Dittrich für die Tragwerksplanung, Büro Latzer für die Fassadenplanung. Ein besonderer Dank ging Herrn Knittel vom Büro IBKK für die Bauleitung, dem selbst der Trockenbauer seine Ruhe und Zuversicht nicht vertreiben konnte.

Dass das gemeinsame Ziel erreicht werden konnte war auch der entsprechende Bauherr erforderlich. Dafür dankte er Altbürgermeister Roland Bürkle und dem ehemaligen Stadtbaumeister Matthäus Rude, die stets mit Mut und Entschlossenheit gemeinsam mit dem Architekturbüro das Projekt vorantrieben. Sein Dank ging auch an Bürgermeisterin Alexandra Scherer, „die dieses Projekt übernommen hatte und immer wieder mit verschiedenen Problemen und Verschiebungen konfrontiert wurden, aber das Hallenbad immerhin noch in der ersten Amtszeit eröffnen darf.“

Reckert charakterisierte das Bauwerk so: Der offene Charakter des Grundstücks und der anschließende Kurpark erforderte hier ein Bauwerk ähnlich eines Pavillons in einem Landschaftsgarten. Das Hallenbad besitzt keine Rückseite und ist von allen Seiten von der Natur umschlossen. Es ist ein singulärer Baukörper mit einer großen ästhetischen Ausstrahlung auf die Umgebung.“ Daher sei die Gestaltung der Fassade besonders wichtig gewesen, gleichzeitig stellten aber auch die bestimmten Funktionen und Raumhöhen Herausforderungen in der Gestaltung dar. „Was lange währt wird endlich gut. – Und es ist gut geworden.“ Das Schwimmbad solle als Treffpunkt für Familien und Kinder dienen, Leute zusammenbringen und ein Ort sein „auf den die ganze Stadt stolz ist und sich trifft.“

 

Klaus Schütt ging in seinem Grußwort aus der Perspektive des langjährigen DLRG Vorsitzenden und Gemeinderates auf den langen Weg ein, der schließlich in die jetzige Eröffnung des neugebauten Hallenbades mündete.

Mit dem Jahr 2002 begann die Geschichte bereits, denn Freibad sowie die beiden Lehrschwimmbecken in Seibranz und Arnach befanden sich in einem desolaten Zustand. Der Gemeinderat beschloss damals ein Bäderkonzept, das die Schließung der beiden Lehrschwimmbecken und des Freibades in Hauerz vorsah. Damals war die Sanierung des Frei- und Hallenbades in Bad Wurzach als einzigem Standort zum Familienbad vorgesehen. Bei der Gesundheitsreform 2009 stand auch das zur Disposition, nachdem die Lehrschwimmbecken inzwischen geschlossen worden waren. Damals war Frei- und Hallenbad dem Kurbetrieb zugeordnet, der Abmangel wurde von diesem als problematisch angesehen.

Die „Mitschwimmer“ wurden gegründet, um für den Erhalt zu kämpfen. Eine Unterschriftenaktion erbrachte innnerhalb weniger Tage fast 1.800 Unterschriften für den Erhalt des Wurzacher Bades zusammen, die Mitte April 2010 Bürgermeister Bürkle überreicht wurden.

Es wurde ein externes Büro für die Schätzung der Sanierungskosten der Bäder bzw. deren Neubau eingeschaltet. Diese Studie wurde bei einer Bürgerversammlung im November 2011 vorgestellt, darunter war eine Variante G : Damals war für den Neubau eines Hallenbades mit 25m-Becken, Lehrschwimmbecken und Kinderbecken 8,5 Mio. € veranschlagt. Im Oktober 2012 wurden bei einer Bürgerversammlung die von einer Arbeitsgruppe verschiedene Varianten vorgestellt, Favorit war ein Bad mit 25m-Becken und Liegewiese.

Im 2013 traf der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss zum Neubau sowie die Beauftragung des Architekturbüros Gollwitzer als Generalplaner, dessen Entwurf im Juli 2014 Gemeinderat und der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Die Mitschwimmer baten darum in die weiteren Planungen auch ein Kinderbecken mitaufzunehmen, im September 2014 gab der Gemeinderat mit dem Grundsatzbeschluss zur Planung grünes Licht für den Bau am Grünen Hügel.

Im März 2015 informierte Bürgermeister Bürkle bei einer Bürgerversammlung darüber, dass das Freibad Hauerz weiterbetrieben wird, solange keine größeren Investitionen anstehen. Am 18.04.2016 fasste der Gemeinderat dann den endgültigen Baubeschluss.

Schütt konkretisierte dann die Worte, die Tobias Reckert in seiner Rede bezüglich der Verzögerungen angesprochen hatte: Zunächst wurde ein Zuschussantrag des Bundesprogrammes abgelehnt, im zweiten Anlauf dann doch genehmigt. Am 21.12.2017 kam der Bewilligungsbescheid, mit nochmaligen Auflagen, die in die Planungen eingearbeitet werden mussten, wodurch sich ein erneuter Zeitverzug ergab.

Schließlich erfolgte der Spatenstich dann am 26.02.2019.

„Verehrte Gäste, sie sehen, ein langer Weg, der viel Geduld erforderte; aber er hat sich gelohnt.“ Er schloss seine Ansprache mit Danksagungen an die Bürgermeister, die Gemeinderäte, an die Ehrenamtlichen, die sich bei der Diskussion mit Ideen und Vorschlägen eingebracht hatten sowie „dem Personal des alten Hallenbades, das sich mit viel Engagement dafür eingesetzt hat, dass unser Hallenbad noch so lange in Betrieb bleiben konnte.“

Mit dem Durchschneiden eines grünen Bandes übergaben Bürgermeisterin Alexandra Scherer, Klaus Schütt und Tobias Reckert das Bad offiziell seiner Bestimmung, während einige Kinder und Jugendlichen der DLRG es mit einem Kopfsprung von den Startblöcken „einweihten“ .

Während die Geistlichen die einzelnen Räume des Gebäudes segneten, hatten die Gäste die Gelegenheit das nun fertiggestellte Haus bei Führungen kennen zu lernen und anschließend auf dem Parkplatz bei einem kleinen Empfang über das Projekt zu plaudern.

 

Info und Öffnungsszeiten zum neuen Hallenbad

 

Bericht und Bilder Uli Gresser

 

 

 

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