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Bad Wurzach - Mit der Diakonweihe durch Weihbischof Thomas Maria Renz geht Philipp Sauter aus Haisterkirch den nächsten Schritt auf dem Weg zur Priesterweihe, die im Juni des nächsten Jahres in München durch Kardinal Reinhard Marx erfolgen wird.

Salvatorianer aller deutschen Provinzen, dazu noch die Hausherren der Seelsorgeeinheit Bad Wurzach, es wurde eng im Altarraum von St. Verena bei der Diakonweihe des Spätberufenen. Verwandte und Freunde sorgten gemeinsam mit dem Kirchenchor Bad Wurzach für einen Vorgeschmack auf die Primiz in Haisterkirch im kommenden Jahr.

 

Philipp Sauter wurde1987 in Leutkirch geboren. Er wuchs in Haisterkirch auf. Nach der Grundschule in Haisterkirch und der Realschule Bad Waldsee machte er eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Heizung und Sanitär in Haisterkirch. Danach erwarb er die Fachhochschulreife in Ravensburg, machte seinen Zivildienst in Köln und studierte im Anschluss Rettungsingenieurwesen ebenfalls in Köln.
„Aufgrund einer Lebenskrise verbrachte ich 2013 eine längere Auszeit in einem der Häuser der Salvatorianer. Dort durfte ich Jesus Christus kennenlernen,“ berichtet er, wie die Entscheidung für die Theologie in ihm reifte. Berührt von der Begegnung mit Jesus und geprägt von der salvatorianischen Spiritualität, entschied er sich daraufhin, Jesus auf diesem Weg zu folgen. Seit 2014 lebte er dann im Kloster/Salvatorkolleg in Lochau bei den Salvatorianern
Weil er damals der einzige Nachwuchs der Salvatorianer war und es auf den Phillipinen einen deutschen Novizenmeister gab, lag es nahe, 2015 sein Noviziatsjahr auf den Philippinen zu absolvieren. Von 2016-2021 studierte er dann Theologie an der Ludwig-Maximilian Universität in München.

 

Weihbischof Renz sprach in seiner Predigt über die Bedürfnisse des Menschen. „Der Glaube betrifft die Menschen in allen Bereichen seiner Existenz: Nahrung, Gesundheit und Unterkunft. Zu letzterem sagt Jesus: Auch die Vögel am Himmel haben Nester.“„Es ist nicht gut dass der Mensch allein ist,“ Jesus habe alle Lebensbereiche im Blick. Bezugnehmend auf den Anlass dieses Gottesdienstes sagte Renz: „Wir müssen alle Diener Gottes sein.“ Die Kirche befinde sich in einer dreifachen Krise: in einer Plausibilitätskrise (Stichwort: Macht), in einer Vertrauenskrise (Missbrauchsvorwürfe) und Systemkrise (infolge Überhöhung). „Wir müssen Bodenhaftung behalten.“ „Ich bin gekommen um zu Dienen“ sagt Jesus. „Die Kirche muss immer diakonisch (dienend) sein, in Ansicht, Denken und Handeln.“

Dann wurde es ernst für Frater Philipp Sauter: Der Weihbischof bat ihn, sich auf die Stufen des Altarraumes zu knien. „Lieber Bruder! Bevor du die Diakonenweihe empfängst, sollst du vor der ganzen Gemeinde bekunden, dass du dieses Amt bereitwillig auf dich nehmen willst. So frage ich dich: Bist du bereit, dich durch die Auflegung meiner Hände und die Gabe des Heiligen Geistes zum Dienst in der Kirche weihen zu lassen? Bist du bereit, in selbstloser Hingabe zur Unterstützung des Bischofs und der Priester den Dienst des Diakons zum Wohl des christlichen Volkes auszuüben? Bist du bereit, den Schatz unseres Glaubens – wie der Apostel sagt – treu zu hüten und diesen Glauben gemäß dem Evangelium und der Überlieferung der Kirche in Wort und Tat zu verkünden?“ Mit diesen Fragen prüfte Weihbischof Thomas Maria Renz den angehenden Diakon, ehe dieser sich im weißen Gewand des Anwärters bäuchlings ausgestreckt vor dem Chorraum auf den Boden legte, während Kirchenchorleiter Robert Häusle und die Festgemeinde die Allerheiligen-Litanei sangen.

Nach der Weihe durch Handauflegung des Weihbischofs bekam Diakon Philipp Sauter durch Stadtpfarrer Stefan Maier sein Messgewand übergestreift. Damit wurde er ein Mitglied der Zelebranten im Altarraum – bisher war sein Platz einen Stuhl bei den Kirchenbänken der Gläubigen gewesen.

Daumen hoch, mit dieser positiven Geste bedeutete Provinzial Pater Hubert Veeser nach dem Segen durch den Weihbischof noch im Altarraum von St. Verena dem frischgebackenen Diakon Philipp Sauter seine Wertschätzung, ehe sich die rund 20 Patres und Pfarrer zum feierlichen Auszug formierten.

 

Bericht und Bilder Uli Gresser

 

 

 

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