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Bad Wurzach - Schulleiterin Julia Kiebler und die gesamte Werkrealschule hatte an diesem Donnerstagvormittag gleich zweimal Grund zur Freude: Zum einen konnten Schüler und Lehrer endlich ihren Soccer-Court für die geplante Pausenhofliga in Betrieb nehmen, zum anderen konnte auch noch die Bildungspartnerschaft mit Verallia, dem Hauptsponsor des Courts, unterschrieben werden.

Erst die Arbeit dann das Vergnügen, lautet ein altes Sprichwort: Bevor der Soccer-Court von jeweils zwei weiblichen und zwei männlichen Mannschaften spielerisch in Betrieb genommen wurde, setzten Schulleiterin Julia Kiebler und Florian Schoof Werkpersonalleiter von Verallia noch ihre Unterschriften unter das Papier, mit dem die Werkrealschule und die Glasfabrik ihre Bildungspartnerschaft besiegelten.

Für die Werkrealschule ist Verallia der 21. Bildungspartner. „Vor 18 Jahren war der damalige Konrektor Alfred Engelhardt auf diesem Gebiet ein Pionier. Wir musste bei den Betrieben sehr baggern und betteln.“ Inzwischen habe sich die Situation mangels Auszubildenden völlig geändert. „Unser Ziel ist es, die Schüler in den Betrieben fit fürs Leben zu machen, “ sagte sie nach der Vertragsunterzeichnung. Was sehr gut gelinge, denn sie treffe oft ehemalige Schüler, die mit beiden Beinen im Leben stehen.

Für die Schüler der größere Grund zu Feiern, die sich entweder rund um die Spielfläche scharten direkt scharten, oder aus den Klassenzimmer heraus einen Logenplatz hatten, war die Einweihung des Soccer-Court´s.

Zur Vorgeschichte dieses 10 auf 15 Meter messenden Kunstrasenplatzes, umgeben von einem Käfig aus Stahl und einem Netz als Dach : 2016 hatte die Werkrealschule den Bundespreis des DFB für das beste pädagogische Fußballkonzept in Deutschland bekommen. Dabei ging es nicht um herausragende Leistungen im Fußball, sondern um die Frage, wie man Integration und Fußball bestmöglich verbinden kann.

Damals – während des Höhepunktes der Flüchtlingskrise – hatte die Schule mehrere junge Gambier, die als Co-Trainer die Schüler mittrainiert haben. So konnten Vorurteile und Ängste gegenüber Flüchtlingen abgebaut werden. Den Preis, ein Mercedes Vito hat die Schule dann verkauft und hatte so einen guten Grundstock für die Anschaffung dieses an diesem Tag in Betrieb genommenen Soccer Courts. Die Gambier konnten an diesem Tag nicht dabei sein, weil sie alle in Lohn und Brot stehen, für Julia Kiebler ein gutes Zeichen für eine gelungene Integration.

Im Rahmen der Bewerbung um diesen Preis hatten Manuel Lutz und Konrektor Klaus Patzner damals die Idee der Pausenhofliga entwickelt. Die Idee dahinter ist, dass während des Schuljahres in den Pausen eine schulinterne Liga ausgespielt wird. Mit Glaspokal und Siegesfeier, die Verallia der Schule schon vor längerer Zeit versprochen hatte.

Dann wurde Manuel Lutz selbst Schulleiter, der Alltag holte Lehrer und Schüler an der Werkrealschule ein und schließlich kam auch noch Corona dazu. Deswegen hatte es etwas länger gedauert, den Traum vom Soccer-Court für die Pausenhofliga zu realisieren.

Die vor ziemlich genau einem Jahr geäußerten Befürchtungen, damit würde die Finanzierung des Soccer-Court´s schwierig werden, weil die potentiellen Sponsoren eventuell selbst mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen hätten, erwiesen sich als unbegründet. Denn das Projekt bekam von vielen Seiten finanzielle Unterstützung:

Hauptsponsor und nunmehr auch Bildungspartner ist Verallia. Aber auch Institutionen wie die Bürgerstiftung des Landkreis Ravensburg, die Stiftung Sport in der Schule Baden-Württemberg oder der Lions-Club Leutkirch waren von dem Konzept ebenso überzeugt wie die Firmen Engeser Fensterwelt, Baugrund Süd, Karger, Sigg Fahrzeugbau, Ziegelwerk Arnach und Werwolf Media oder die Volksbank Allgäu-Oberschwaben und die Kreissparkasse Ravensburg.

Während der Schulzeit wird der Platz für die Pausenhofliga genutzt werden. „Außerhalb der Schulzeit wird dieser Platz allen offen stehen, die Lust am Fußball haben, um das Freizeitangebot für Jugendliche in Bad Wurzach zu stärken.“ Was die ebenfalls anwesende Bürgermeisterin Alexandra Scherer gerne gehört haben wird.

Einen Vorgeschmack auf die „Pausenliga“ boten die vier gemischten Schüler-/Lehrermannschaften. Es traten jeweils die G gegen die H Schülerinnen bzw. Schüler gegeneinander an, die von Klassenkameraden und Mitschülern lautstark angefeuert wurden.

 

Bericht und Bilder Uli Gresser

 

 

 

 

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