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Bad Wurzach - Seit dem 1. September, dem offiziellen Beginn des Kindergartenjahres ist der neugeschaffene Waldkindergarten bei Wengenreute in Betrieb. 15 Kinder sind es bis jetzt, die den Bauwagen und den angrenzenden Wald als ihren Kindergarten und Spielplatz benutzen dürfen.

Bürgermeisterin Alexandra Scherer zeigte sich bei einem Vorort-Termin gemeinsam mit den Projektveranwortlichen, Planer Christian Harscher vom Stadtbauamt und Julia Ritter vom Fachbereich Bildung und Betreuung, begeistert von dem Projekt.

Mit dem Gemeinderatsbeschluss vom 16.11.2020 war der Weg frei, ab diesem September im Stadtwald Richtung Seibranz-Wengenreute einen Waldkindergarten einzurichten. „Das große Interesse freute uns natürlich sehr und bestätigt, dass dies eine gute Entscheidung war“, berichtet Julia Ritter vom Fachbereich Bildung/Betreuung/Kultur. Sie bekennt, dass sie der bürokratische Aufwand überrascht hat, denn als sie vor 10 Jahren schon einmal ein solches Projekt geleitet hatte, wurde im Prinzip der Bauwagen in den Wald gestellt und den Betreuerinnen viel Spaß damit gewünscht.

Jetzt war vieles vorab zu klären. Der Standort auf einer großen, sonnigen Waldwiese bei Wengenreute ist von abwechslungsreichen Waldgebieten umgeben. „Dabei musste aus Sicherheitsgründen darauf geachtet werden, dass der Bauwagen weit genug vom Baumbestand entfernt ist, dass bei Sturm nichts passieren kann.“ Auf eine in der Projektierung mit enthaltene Zisterne konnte verzichtet werden, nachdem Feuerwehrkommandant Rolf Butscher gemeinsam mit dem Kreisbrandmeister Oliver Surbeck dafür grünes Licht gegeben hatten.

Christian Harscher sagte aus Sicht des Planers: „Zuerst musste die Standortfrage geklärt werden und ein Bauantrag gestellt werden. Die Hauptarbeit, in die auch der Bauhof involviert war, war dann die Wege anzulegen und den Parkplatz, an dem die Eltern dann ihre Kinder anliefern können.“

Sehr froh ist Julia Ritter auch darüber, mit Andrea Kley eine erfahrene Waldpädagogin als Leiterin gewonnen zu haben, die schon einige Waldkindergärten geleitet hat. Andrea Kley erzählt, dass die Chemie mit ihren zwei Mitarbeiterin sofort gestimmt habe, obwohl man sich auch erst seit ein paar Wochen kenne. Sie selbst war seit Beginn ihrer Anstellung mit in das Entwicklungskonzept eingebunden: Zum Beispiel wurde der beheizbare Bauwagen, der Platz für die 20 Kinder und Erzieherinnen bietet, mit extra großen Fenstern nach ihren Vorgaben gefertigt. „Er ist also nicht von der Stange“ ergänzt Julia Ritter.

Andrea Kley berichtet wie der Einstieg war: „Vor dem Start des regulären Betriebs wurde ein Familien- und Kennenlerntag mit den Eltern und Kindern durchgeführt. Dabei wurde gemeinsam der Platz mit dem grünen Zeltdach geschaffen, wo wir unseren Morgenkreis durchführen oder essen.“ Festgelegt wurde auch innerhalb welcher Grenzen die Kinder sich frei bewegen können und ab wo sie nachfragen müssen, wenn sie diesen Raum verlassen. Derzeit sind 11 Kinder im Alter von 3-5 Jahren in der Gruppe, 15 stehen derzeit auf der Warteliste, die wechseln wollen. Die Kinder kommen aus Bad Wurzach, Seibranz, Dietmanns und Unterschwarzach. Bis zum Frühjahr soll dann die Gruppe mit 20 Kindern vollbesetzt sein. Die Eltern haben flexible Zeiten, in denen sie ihre Sprößlinge abliefern und abholen können.

„Die Aktivitäten der Kinder finden vorwiegend draußen in der freien Natur statt“, erklären Ritter und Kley. „Dort können ganz natürliche Dinge wie Erde, Laub oder Stöcke mit in das Spiel und die Aktionen direkt eingebunden werden“. Alle Förderschwerpunkte wie im Standard- Kindergarten seien dabei mit enthalten etwa Bewegung, Feinmotorik, musikalische Förderung, Sprache, Sozialverhalten, Wertevermittlung bis hin zum Thema Gesundheit. Die Kinder selbst liefern die Ideen, was sie machen wollen. Derzeit warten sie auf den großen Regen, denn sie wollen natürlich endlich auch in ihrer selbstgebauten Matschkuhle wühlen können. Sehr stolz sind Erzieherinnen und Kinder auf die Sitzbänke und tische vor dem Bauwagen, eine Quasispende der Zimmerei Dangel.

Bürgermeisterin Alexandra Scherer war ganz begeistert. „Sie haben derzeit den schönsten Arbeitsplatz in der Stadt,“ sagte sie zu Andrea Kley. Und weil alles so perfekt vorbereitet und umgesetzt wurde und damit die Blaupause für eine Erweiterung bereits da sei, gehen die Gedanken von Bürgermeisterin Scherer und Julia Ritter schon weiter: Sie können sich durchaus eine zweite Gruppe in der näheren Zukunft vorstellen.

 

Bericht und Bilder Uli Gresser

 

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