DBSZ DBSZ BadWurzach 1200v01

Bazara 1200x300v01

Bad Wurzach - Auch nach der eigentlichen Storchensaison ist in Bad Wurzach noch einiges los: Ein Storch sucht als Spaziergänger die Nähe zu den Menschen, das Weibchen des Grundschulnestes trifft sich noch mit einem älteren Männchen, als es für den Flug in den Süden schon zu spät ist.

Ein Weißstorch als Spaziergänger und ohne Scheu vor Menschen? Gab es in den letzten Tagen in Bad Wurzach zu sehen. Der noch junge und sehr zutrauliche Storch wurde erstmals am Samstag in einem Garten bei der Grundschule gesichtet. Tags darauf marschierte er auf der Hochgratstraße auf und ab und besuchte dabei aus Neugierde auch den einen oder anderen Garten, ja er drang dabei sogar bis auf die Veranda eines Mehrfamilienhauses vor, um sich dort auf den gepolsterten Gartenmöbel häuslich einzurichten.

Der Storchenbeobachter Hans Daiber aus Bad Waldsee wurde am Sonntagnachmittag angerufen, um sich das Tier näher anzuschauen, da der Bad Wurzacher „Storchenvater“ Ulrich Grösser nicht zu erreichen war. Daiber stellte die körperliche Unversehrtheit des Jungvogels fest, und dass er eine extrem geringe Fluchtdistanz zuließ. Er war der Meinung, dass das Tier sehr an Menschen gewöhnt ist, ja sogar deren Nähe suchte.

Nach einer weiteren Nacht in den Gärten rund um die Hochgratstraße und den Hochvogelweg versuchten die Anwohner das Tier vorsichtig mit einer Decke bewaffnet (um größer zu erscheinen) das Tier auf die Wiese unterhalb des Gottesberges zu geleiten. Der Vogel ließ das willig mit sich machen, die Menschen konnten ihn fast streicheln, so nah ließ er sie an sich heran.

Kaum eine halbe Stunde später – die Anwohner freuten sich schon, weil es mutmaßlich so einfach gegangen war – stand er jedoch wieder bei ihnen am Gartenzaun. Also wieder ein Anruf, dieses Mal an Ulrich Grösser. Dieser kam auch sofort und gemeinsam schafften sie es, den Vogel mit vereinten Kräften auf die Wiese zu bugsieren. Noch während sich Grösser mit den Anwohnern unterhielt schien der Storch zu der Erkenntnis gekommen zu sein, hier nicht mehr willkommen zu sein: Er flog davon und wurde seitdem nicht mehr in diesem Teil der Stadt gesehen.

„Eigentlich müsste das Tier schon längst auf dem Weg nach Spanien oder sogar Afrika sein,“ sagte Grösser zu dem merkwürdigen Verhalten. Denn jetzt wird er es wegen der fehlenden Thermik nicht mehr dorthin schaffen. „Ich hoffe, dass er bald Richtung Elsass bzw. ins Rheintal fliegt, wo es wärmer ist und viele Störche überwintern.“

Gleiches gilt natürlich auch für die Storchendame vom Grundschuldach: Hatte sie doch vor wenigen Tagen noch mit einem älteren, ebenfalls unberingten Männchen ein Rendevous gehabt. Leider hatte es, wie das Paar in Dietmanns in diesem Jahr schon sehr früh seinen kompletten Nachwuchs verloren. Einzig das Jungtier auf dem Ziegelbacher Nest hat diesen nassen und schwierigen Sommer überlebt.

Grösser weist darauf hin, dass Weißstörche zwar in der Nähe des Menschen ihre Nester bauen, sie aber dennoch Wildtiere sind und daher nicht gefüttert werden sollen. Dass es auch in der Tierwelt mal ein abnormes Verhalten gibt, sieht er unproblematisch, schließlich gebe es so etwas ja auch bei den Menschen...

 

Bericht und Bilder Uli Gresser
Bilder von Hans Daiber und Lena Wetzler

 

 wwbild2537

 

 

wwbild5838

 

 

wwbild5839

 

 

 

 

Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben!

­