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Bad Wurzach - Endlich durfte das Naturschutzzentrum Wurzacher Ried wieder eine Wechselausstellung in seinem Gewölbegang eröffnen. Mit der perfekt gestalteten Multimediashow machten die Macher der Ausstellung dem Leiter des Naturschutzzentrums ein schönes Abschiedsgeschenk, denn es war für den gebürtigen Älbler die letzte Ausstellungseröffnung vor seinem „Unruhestand“.

Und noch jemand unter den rund 40 Besuchern freute sich ganz besonders über die Ausstellung: Für Bürgermeisterin Alexandra Scherer, von Amts wegen Vorsitzende des Stiftungsrates Naturschutzzentrum, war es ein Leichtes, sich angesichts der beeindruckenden Bilder zu ihrer eigenen Herkunft „von dr Alb ra“ zu bekennen.

Benjamin Waldmann, Regionalgruppenleiter Württemberg-Bayern der Gesellschaft für Naturfotografie (GDT) und Alexander Pflug stellten in einem einstündigen Multimediavortrag das Fotoprojekt und seine Geschichte im Sitzungssaal von Maria Rosengarten vor.

 

Horst Weisser freute sich ganz besonders, die Wiedereröffnung der Wechselausstellungen mit einem so renommierten und faszinierenden Fotoprojekt über seine Heimat feiern zu können. „Es ist eine Liebeserklärung an eine der schönsten, artenreichsten und imposantesten Landschaften Deutschlands – die Schwäbische Alb.“ „Auch wenn mich jemand nachts um drei wecken würde, den charakteristischen Geruch der Trockenwiesen der Alb hätte ich immer in der Nase,“ schilderte er seine ganz persönlichen Eindrücke, die ihn mit dieser Landschaft verbinden.

 

Benjamin Waldmann schilderte in der etwas anderen Ausstellungseröffnung im Naturschutzzentrum wie es zu diesem Projekt kam: Einige Fotografen der GDT Regionalgruppe überlegten sich im Jahre 2015, ein Projekt über die Landschaft „vor der eigenen Haustüre“ zu machen. Kreativ anspruchsvoll, authentisch und nicht digital manipuliert sollten die Bilder sein, wurde als Grundbedingungen festgelegt.

Und so kam es, dass ab dem 01.01.2016 insgesamt 24 Fotografen der GDT, die in diesem Jahr übrigens 50 Jahre alt wird und damit die älteste Naturfotografische Gesellschaft der Welt ist, zu jeder Tages- und Nachtzeit und bei jedem Wetter unterwegs waren, um die rauschenden Wasserfälle, spitzen Felsen und tiefen Höhlen, kurz die Besonderheiten dieser Landschaft mit ihren charakteristischen Tieren und Pflanzen in atemberaubenden Aufnahmen festzuhalten.

Über drei Jahre waren die Fotografen zugange, um bei der Sichtung festzustellen: „Da kann man doch mehr draus machen als eine Ausstellung, schilderte Waldmann ihre weiteren Überlegungen.“ Ein Bildband sollte es sein.
„Also haben wir den Knesebeck-Verlag kontaktiert. Wenige Wochen danach wollte der Verlag von uns eine Grobgliederung für das Buch.“ Der Bildband „Wilde Alb“ mit einem Vorwort von Ministerpräsident Winfried Kretschmann erschien dann am 15. Oktober 2019, und steht inzwischen in seiner vierten Auflage.

Nicht fehlen durften beim Vortrag von Waldmann und Pflug, einige Anekdoten zur Premiere. Bereits bei der Präsentationsveranstaltung in Bad Urach wurde die gesamte Auflage von 2.500 Büchern verkauft, was für den Verlag zur Folge hatte, dass das lukrative Weihnachtsgeschäft für 2019 komplett verloren ging...

Die faszinierenden Bilder und Filmclips – die Multivisionsshow wurde von einem SWR-Fernsehbeitrag über das Projekt eröffnet,– wurden von einer stimmigen, eigens von der Musikhochschule Trossingen komponierten und eingespielten Filmmusik begleitet.

Waldmann und Pflug packten in die Multivisionsshow jedoch nicht nur Wissenswertes zu den Fotos, sondern auch viele Details zur Entstehungsgeschichte dieser vielfältigen Landschaft. Die Alb ist z. B. die höhlenreichste Landschaft Mitteleuropas. Die Versteinerungen von Holzmaden geben beredte Zeugnisse davon, wie die rauhe Alb mit ihren verkarsteten Felsen und Wiesen entstanden ist. Dass später zahlreiche Vulkane dort entstanden sind, davon zeugen noch heute viele Vulkanschlote wie das Randecker Maar bei Bissingen. Diese Scharte beim Albtrauf ist auch für Vogelkundler interessant, hat sie noch heute großen Einfluss auf den Zugweg zahlreicher Zugvögel.

Die Schwäbische Alb ist auch für Ornithologen von großer Bedeutung: Der Uhu, die größte Eulenart der Welt ist wurde hier ebenso wie der Wanderfalke vor dem Aussterben gerettet wie der Wanderfalke.

Wasserfälle, Rotbuchenwälder, seltene Tiere wie Feuersalamander und Wanderfalke, eine reich Artenvielfalt bei Pflanzen, z.B. Orchideen, sowie Felsen und Höhlen – die von den GDT-Fotografen in den über 1.000 Tagen aufgenommenen Motive sind Legion.

Für den Bildband „Wilde Alb“ – Naturschätze zwischen Felsen, Höhlen und Wasserfällen“ haben die Autoren ein eigenes Logo entwickelt und eine eigene Homepage eingerichtet. Das Buch kostet 36,00 € .

Die Ausstellung „Wilde Alb“ ist vom 15. Juli bis 26. September 2021 täglich von 10-18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen unter www.wurzacher-ried.de

 

Bericht und Bilder Uli Gresser

 

 

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