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Bad Wurzach - Das Staatsministerium für Kultur und Medien fördert Zukunftsprogramme zur Sicherung und Wiederbelebung der Amateurmusik. Den beiden Landtagsabgeordneten Petra Krebs und Raimund Haser gelang es, dafür Fördermittel für Projekte in der Region zu beschaffen, u.a. auch für das Projekt „feel moor music“ der Stadtkapelle Bad Wurzach.

„Wie schaffen es Musikkapellen ihre musikalische Arbeit und ihren Probenbetrieb wiederzubeleben und Corona-konforme Konzert- und Veranstaltungsformate auf die Beine zu stellen?“ fragten sich auch Dirigentin Petra Springer und ihre Vorstandskollegen der Stadtkapelle.

Als Ziel setzten sie sich ermutigend und beispielgebend für andere Ensembles /Kapellen zu wirken und dafür neue Perspektiven zu entwickeln. Dafür hatte sich die Stadtkapelle mit ihrem Projekt „feel moor music“ beworben und eine Förderung von mehr als 22.000 Euro erhalten. „Eine spannende Zeit liegt vor uns!“ sagt Petra Springer. „Denn große Auftrittsmöglichkeiten wie Konzerte und Wettbewerbe sind bis auf weiteres ja nicht möglich.“ Trotzdem dürfe auf Kunst und Kultur nicht verzichtet werden.

„feel moor music“ ist eine Projektidee, die aufgrund der zurzeit veränderten Musik- und Kulturszene entstand. Die Musikerinnen und Musiker der Stadtkapelle möchten mit ihrem Projekt die Musik „allgegenwärtig“ machen eine Verbindung zu Bad Wurzach schaffen. Auftragskompositionen für kleinere Ensembles und für die gesamte Kapelle sind die Grundlage des Projekts.

Die Kompositionen sollen eine musikalische Darstellung von bezaubernden Plätze in und um Bad Wurzach sein. So könnte sich Springer zum Beispiel eine Variation über ein Marienlied (Marienbrunnen), eine Vertonung eines Moorspaziergangs – die Begegnung mit schaurigen Gestalten wie der Moorhexe inklusive – oder eine Torfbähnle-Polka vorstellen. „Wir lassen den Komponisten aber den nötigen Spielraum zur Entfaltung ihrer eigenen Ideen und Kreativität.“
Zu diesem Zweck luden Springer und ihre Musikerkollegen einige Komponisten aus der Region zu einer Stadtführung mit Stadtführer Peter Koerver ein. Maria Rosengarten, der Marienbrunnen beim Rathaus, das Schloss mit seinem Barocktreppenhaus sollte ebenso wie nach einer Stärkung beim Wurzelsepp und dem folgenden Riedspaziergang Quellen für vielfältige Inspirationen werden.
Ein Heimspiel hatte dabei Peter Schad, der Bekannteste der vier, die der Einladung gefolgt waren. Auch Georg Stankalla (Reichenbach) ist Bad Wurzach wohlbekannt, ist er doch Klarinetten- und Saxophonlehrer an der Jugendmusikschule Bad Wurzach. Aber auch Dominik Wagner aus Süßen und Viktor Schätzle aus Berkheim haben über Musik und Musiker Berührungspunkte zu Bad Wurzach.

Das Einspielen der Kompositionen erfolge dann mit einer in Bad Wurzach ansässigen Videotechnik-Firma, spinnt Springer den Projektfaden weiter. Abrufbar sollen die Videos mit dem Smartphone oder Tablet über QR-Codes an eigens dafür aufgestellten Säulen sein, auch in der Nähe der obengenannten historischen Gebäude. „Die Stadtkapelle wird damit an vielen Stellen präsent und jederzeit abrufbar sein, ob beim Sonntagsspaziergang, Wandern, alleine oder in der Gruppe, für Kurgäste, Besucher, Einheimische, für Groß und Klein. Da vor allem bei gutem Wetter das Wurzacher Ried sehr gut besucht ist, wird es nicht an Zuhörern mangeln. Sogar eine Musik-Rallye für Kinder ist denkbar. Deshalb ist unser Projekt auch für Schulklassen und Musikschulen aus nah und fern interessant.“

Bis es soweit ist, liegen noch viele Aufgaben vor den Mitgliedern der Stadtkapelle und auch den Komponisten: Festlegen der Plätze, Vergabe und Erstellen der Auftragskompositionen, Einstudieren und Aufnahme der neuen Werke, Aufstellen der Säulen bzw. Music-Points, Werbung und Marketing dafür machen und als Endziel die Aufführung der Kompositionen bei Konzerten.

Petra Springer betont die Nachhaltigkeit des Projektes: „Professionelle, hörenswerte Aufnahmen entstehen. Die Auftragskompositionen bieten den Komponisten Spielraum für Ihre Entfaltung und Kreativität.“ Da die Säulen mit den QR-Codes für jedermann zugänglich sein werden, findet die Musik ein breites Publikum und damit werde auch bei Menschen, die normalerweise kein Konzert besuchen würden, die Neugierde geweckt.

„Wanderer und Tagestouristen können sich zurücklehnen und die Szenerie mit unserer Hintergrundmusik auf sich wirken lassen. Über den Info-Point der Stadt, die örtlichen und überörtlichen Verlage und über die sozialen Medien werden wir die verschiedensten Zielgruppen erreichen.“

 

Bericht und Bild Ulrich Gresser

 

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