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Bad Wurzach (Leserbrief) - Als Horrorbild zur Windenergie mit fehlerhaften Berechnungen bewertet Herr Fuchs in seinem Leserbrief vom 22.04.21 den in der Bildschirmzeitung publizierten Artikel Leserbrief: Auf dem Weg zur Selbstzerstörung? - BLIX & dieBildschirmzeitung" .

Zu Recht schreibt Herr Fuchs, dass Windstrom und Solarstrom die tragenden Säulen der deutschen Energiewende sind. Allerdings muss man gleich einschränken, Solarfelder auf landwirtschaftlich nutzbaren Flächen sind ökologisch und moralisch ein recht verwerfliches Vorhaben. Denn für jede landwirtschaftliche Fläche, welche bei uns aus der Lebensmittel- und Futtermittelproduktion genommen wird, müssen wo anders in der Welt neue Flächen gerodet werden.

So bleibt der Windstrom als primäre Zauberformel, wie Deutschland seinen künftigen Gesamt-Energiebedarf (nicht nur den Gesamtstrombedarf) decken will. Denn in den nächsten 30 Jahren soll bekanntlich der Verbrauch von Öl, Kohle und Gas auf Null gesenkt werden. Geht das überhaupt oder folgen wir da einem nicht einlösbaren Heilsversprechen?

In der Mathematik gibt es bekanntlich nur richtig oder falsch und jedermann ist zum Glück in der Lage, eine einfache Rechnung bestehend aus zwei Divisionen nachzuprüfen.
So verteidige ich folgende Aussage: Wollte man allein nur den Gesamtstrombedarf von Deutschland mit Windrädern erzeugen, dann würde im Mittel alle 1,8 km ein Windradgigant von 250 m Höhe stehen. Die einfache Rechnung dazu kann jeder im ersten Schaubild nachprüfen.

Das Ergebnis wäre somit eine flächendeckend industrialisierte Landschaft in welcher für Mensch, Tier und Natur kein Platz mehr wäre, wahrlich eine Horrorvorstellung! Dabei ist in dieser Rechnung der Zusatzbedarf an Strom für die e-Mobilität und die zunehmende Wärmeerzeugung mittels Wärmepumpen noch nicht enthalten, so wie auch die Frage der Stromspeicherung in dieser Menge völlig ungelöst ist. Und von der Erzeugung des Gesamt-Energiebedarfs wären wir noch weit entfernt.

Und die "nur 1000" Windräder im grünen Wahlprogramm? Die sind natürlich nur der Einstieg auf dem Weg zur geplanten flächendeckenden Industrialisierung mit Windrädern. Die Planvorgabe für BW hat das Umweltministerium in seinem Wind-Potenzialatlas dokumentiert und offenbart so das angestrebte Ziel. Denn wie im zweiten Schaubild am Beispiel von Bad Wurzach dargestellt, sieht das Umweltministerium auf dem 183 km2 großen Gemeindegebiet ein Potenzial von 110 (!) Windrädern. 183 km2 geteilt durch 110 ergibt 1,6 km2, somit alle 1,3 km ein Windrad und damit noch dichter als alle 1,8 km. Für die anderen Gemeinden im Landkreis Ravensburg sieht die Rechnung ähnlich aus, wie mit den Daten der Tabelle nachrechenbar.

Diese sehr hohe geplante Windraddichte in unserem ländlichen Gebiet muss so sein, denn wie im dritten Schaubild dargestellt, müssten bei einem mittleren Windrad-Abstand von 1,8 km auf dem Gemeindegebiet von Stuttgart 63 Windräder stehen. Das geht natürlich nicht und so muss im vorwiegend ländlichen Raum des Kreises Ravensburg die Windraddichte entsprechend höher werden.

Der Leser möge sich bitte anhand dieser einfachen Rechnungen selbst sein Urteil bilden, ob wir uns mit dem Alleingang der deutschen Energiewende auf einem Weg der Zerstörung unserer Lebens- und Naturräume befinden.
Wie im Leserbrief an Minister Lucha Das Glaubensbekenntnis zur deutschen Energiewende - BLIX & dieBildschirmzeitung erläutert, gibt es viele Gründe, dass wir bei diesem Alleingang zur Rettung des Klimas nur auf wenige Mitwirkende in der Welt rechnen können.
Wichtige Weichenstellungen für unser Land sollten sich nicht an sicherlich gut gemeinten Glaubenssätzen orientieren, sondern an der Realität, die leider nicht immer den Wunschvorstellungen entspricht.

 

Windrad-Dichte

 

Dr. Wolfgang Hübner
Bad Wurzach

 

 

 

 

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