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Bad Wurzach (mit Bildalbum) - Während in Ziegelbach der Horst auf dem Strommast neben dem Gasthof Adler, ebenso wie dem in Dietmanns, ebenfalls auf einem Strommast gegenüber der Kirche, von den Storchenpaaren schon seit Wochen fleißig bebrütet werden, stand die Brut auf dem ältesten Bad Wurzacher Nest, dem auf der Grundschule kurzzeitig auf der Kippe. Dem Brutversuch eines vierten Nestes auf dem „Haus Schranz“ wurde behördlicherseits ein Riegel vorgeschoben.

 

Große Aufregung herrschte bei den Anwohnern, als Anfang dieser Woche das sich im Aufbau befindliche Storchennest auf dem Kamin des Hauses Schranz entfernt wurde und das Kamin ein Dach bekam, um einen weiteren Nestbauversuch zu verhindern.

 

Bertrand Schmidt, im Landratsamt Ravensburg für Bau- und Umwelt, und damit auch für Naturschutzfragen zuständig, begründet die Entscheidung, den Nestbau zu unterbinden. „Ich habe heute mit Frau Schranz telefoniert und ihr die Beseitigung des Asthaufens auf dem Dach erlaubt.“ Begründung: „Noch ist es keine Ruhe- und Lebensstätte gewesen, es geht um die Funktionsentfaltung des Horstes als Lebensstätte, die erst mit der Kopulation und dem Brutbeginn auf dem Dach zum Tragen kommt.“ Denn herabfallende Äste gefährdeten die Sicherheit von Passanten und parkenden Autos. Nach den Schilderungen von Frau Schranz sei dies der Fall gewesen.

Der versuchte Nestbau auf dem Haus Schranz war schon einige Tage zuvor im Brennpunkt gestanden, denn der männliche Teil des Storchenpaares, das schon seit 2014 auf der Grundschule in Bad Wurzach brütet, hatte für einige Zeit sich mit dem zweijährigen Weibchen, das auf einem Nest in Ummendorf beringt worden war und nun versuchte, auf dem Haus Schranz ein Nest zu bauen, zusammengetan.

Es war jedoch nur eine kurze Romanze, denn kurz darauf stand er seiner ebenfalls elfjährigen Partnerin wieder beim Ausbrüten der inzwischen gelegten Eier auf der Grundschule zur Seite. Die Ummendorferin hatte zwischenzeitlich Verstärkung beim Nestbau von einem unberingten Storch bekommen, mit dem sie gemeinsam nun um ihre Brutmöglichkeit trauert und zwei Häuser weiter auf dem Gebäude der ehemaligen Wäscherei im Espenweg einen weiteren Versuch zum Nestbau startet.

Am gestrigen Donnerstag wurden in der Innenstadt zwei weitere beringte Störche gesichtet, die vermutlich ebenfalls auf Nestsuche sind. Horst Weisser, Leiter des Naturschutzzentrums in Bad Wurzach meinte auf anfrage, dass in diesem Jahr auffallend viele „Fremdstörche“ in Oberschwaben unterwegs sind. Er führt dies auf den witterungsbedingten erfolgreiche Brutverlauf im vergangenen Jahr zurück.

Der Ornithologe Ulrich Grösser rechnet etwa am Ende der ersten Maiwoche mit den ersten Lebenszeichen des Nachwuchses auf den Nestern in Ziegelbach und Dietmanns. Es bleibt abzuwarten, ob die „Romanze“ des Grundschul-Romeos zu einer Brutverzögerung geführt hat.

 

Bericht und Bilder Uli Gresser

  

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