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Ravensburg/Region - in seinem Leserbrief vom 8. März 2021 hat Dr. Wolfgang Hübner unter der Überschrift "Auf dem Weg zur Selbstzerstörung" ein Horrorbild zur Windenergie gezeichnet, das Widerspruch geradezu herausfordert!

 

Neben Einsparmaßnahmen sind Windstrom und Solarstrom die tragenden Säulen der Energiewende. Die Technik ist ausgereift und tausendfach erprobt. Nach Angaben der Bundesregierung lag der Anteil des Windstroms am Bruttostromverbrauch in Deutschland 2020 bereits bei 23,7 %, und die Schwäbische Zeitung hat am 20. April darüber berichtet, dass die Landesregierung beabsichtigt, in den nächsten Jahren noch 1.000 Windräder aufzustellen. Herr Dr. Hübner hat sich also in seinem Leserbrief vom 8. März 2021 um den Faktor 10 verrechnet, denn nach seinem "Rasterplan" wären es in BW 11.110 Windräder!!!

1000 Windräder, in 5er- Gruppen zusammengefasst, würden nach Berechnungen des Nabu dann an 200 Standorten insgesamt 2% der Landesfläche (36.000 km²), also 720 km² bzw. 3,6 km² pro Standort beanspruchen! Selbst wenn noch jemand auf die absurde Idee kommen sollte, die neuen Standorte nach einem Rasterplan gleichmäßig über BW zu verteilen, wäre die Kantenlänge der einzelnen Planquadrate ca. 14 km, und nicht 1,8 km wie von Dr. Hübner berechnet!

 

Auch sein Vorschlag, sonnenreiche und windreiche Länder davon zu überzeugen, unseren Strom zu produzieren, weil er keine Windräder will, ist nicht zu Ende gedacht. Zum einen ist ein entsprechender Großversuch (Desertec), an dem Firmen wie RWE, E- ON, Deutsche Bank, Münchner Rück und andere beteiligt waren, schon vor Jahren kläglich gescheitert, zum anderen würde die Abhängigkeit von Energielieferanten noch größer, als sie heute schon ist. Die Realisierung würde Jahrzehnte dauern und der Strom durch die langen Transportwege per Kabel (Strom) oder Schiff (Wasserstoff) so teuer, dass viele Industriezweige ihre Wettbewerbsfähigkeit verlieren würden. Wir brauchen die Windräder in Deutschland, und zwar sofort, und auch nicht einzeln, wie von Herrn Hübner angesetzt, sondern in Gruppen. Wir brauchen Solarstrom und wir brauchen den schnellen Ausbau der Wasserstofftechnik. dann wird das Mammutprojekt "Klimaschutz" gelingen. Siemens z. B. geht davon aus, dass die Offshore- Windkraft in den nächsten 20 Jahren die größte Stromquelle der Welt sein wird. Die neue Turbinengeneration mit Nennleistungen bis 12 MW ist bereits fertigungsreif! Onshore- Anlagen mit Nennleistungen über 5 MW ebenfalls.

 

Herr Dr. Hübner sollte das Büchlein "Kleine Gase - Große Wirkung" von David Nelles und Christian Serrer lesen und sich die Dokumentation "Kinder der Klimakrise" anschauen, die "Arte" am 17.04. um 14:15 Uhr ausgestrahlt hat. Danach wird er hoffentlich einsehen, dass er seine Ratschläge und Berechnungen überarbeiten muss, denn so weitermachen wie bisher können wir alle zusammen nicht!

 

Dieter Fuchs
Ravensburg

 


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