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Landkreis Ravensburg - „Ich freue mich sehr, dass beide potentiellen Koalitionspartner für die neue Landesregierung signalisieren, dass sie sich gemeinsam mit der kommunalen Familie bei uns im Landkreis ernsthaft mit der Idee eines Biosphärengebiets „Oberschwäbisches Moor- und Hügelland“ befassen wollen.

Das Land ist ein ganz entscheidender Akteur in einem solchen Prüf- und Entscheidungsprozeß, weil die Zuständigkeit für die Ausweisung neuer Biosphärengebiete beim Landesumweltministerium liegt“, begrüßt Landrat Harald Sievers die aktuellen Zwischennachrichten aus den laufenden Koalitionsverhandlungen in Stuttgart.

Sievers war am 29. Juli 2020 zusammen mit der Kreisentwicklungsdezernentin Iris Steger zu einem Gespräch mit den Spitzen des Umweltministeriums und des Ministeriums für ländlichen Raum in Stuttgart und hat dort seine Idee vorgestellt, die Einrichtung eines Naturparks oder einen Biosphärengebiets in einem Teil des Landkreises Ravensburg zu prüfen. „Aus meiner Sicht ist es einfach erstaunlich, dass neben dem Naturpark Nagelfluhkette kein weiterer Landschaftsteil in unserer Region einem der Gebietstypen des Bundesnaturschutzgesetzes zugeordnet ist, die dem Profil einer Region Kraft geben.

Dies steht im deutlichen Widerspruch zum Selbstverständnis unseres Landkreises und dem Bewusstsein unserer Bürgerschaft, die jeweils durch die Wahrnehmung einer besonderen Schönheit unseres Naturraums und der Hochwertigkeit seiner Naturgüter geprägt sind“, begründet Sievers seinen Impuls.

Im Oktober 2020 hat sich dann die Bündnis 90/Die Grünen-Kreistagsfraktion dafür ausgesprochen, langfristig ein großflächiges Biosphärengebiet zu erreichen. Der Kreistag hat in seiner Sitzung am 12.11.2020 mit großer Mehrheit beschlossen, dass das Landratsamt eine Machbarkeitsstudie zur möglichen Einrichtung eines Naturparks oder eines Biosphärengebiets in einem Teilgebiet des Landkreises Ravensburg erstellen soll.

 

Schon diese breite Unterstützung des Themas durch den Kreistag habe ihn ermutigt, so Sievers, aber mit den aktuellen Signalen aus Stuttgart würde die politische Prüf-Initiative des Landkreises noch einmal deutlich an Rückhalt gewinnen. „In unseren bisherigen Gesprächen hat sich das Land eher neutral verhalten und gerade beim Thema Biosphärengebiet darauf hingewiesen, dass die Voraussetzungen hierfür noch einmal ein gutes Stück anspruchsvoller sind als bei einem Naturpark, etwa was die notwendige Gesamtgröße und die Größe der Kernzonen angeht. Deshalb haben wir bisher eher Realisierungschancen für einen Naturpark gesehen und dessen Prüfung favorisiert.

Das gestrige klare Bekenntnis der zukünftigen Koalitionäre zu einem Biosphärengebiet in unserer Region als landespolitischem Ziel zeigt aber, dass es die Landregierung offenbar für möglich hält, auch die gesetzlichen Anforderungen an ein UNESCO-Biosphärengebiets bei uns zu erfüllen. Diese Botschaft nehmen wir gerne in unsere Überlegungen auf“, sagt Sievers.

Zugleich kündigt er an, bald nach der Ernennung der neuen Umweltministerin bzw. des Umweltministers nach Stuttgart zu fahren, um zu besprechen, wie sich das Land den politischen und fachlichen Prozeß hin zu einem Biosphärengebiet „Oberschwäbisches Moor- und Hügelland“ vorstelle.

„Für mich als Vertreter unserer kommunalen Familie ist es ganz wichtig, dass dieses große Projekt intensiv mit allen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, in den Gemeinderäten, mit der Landwirtschaft und mit allen interessierten Akteuren der Zivilgesellschaft diskutiert wird. Die Initiative zu einem Biosphärengebiet muss im Landkreis breit getragen werden, um erfolgreich zu sein“, betont Sievers die aus seiner Sicht entscheidende Bedeutung eines gut durchdachten und integrativen politischen Prozesses, der auch auf Ängste und Sorgen eingehe.

 

Weitere Informationen

Biosphärengebiete: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg (baden-wuerttemberg.de)

 

Pressemitteilung Landkreis Ravensburg

 

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