DBSZ DBSZ BadWurzach 1200v01

Bad Wurzach - Wichtige Umweltthemen wie das ungebremste Artensterben oder der besorgniserregende Klimawandel scheinen in Pandemiezeiten leicht in Vergessenheit zu geraten. Besonders Schutz- und Renaturierungsmaßnahmen in Mooren, wie diese auch im Wurzacher Ried seit langem beispielhaft praktiziert werden, spielen beim Erhalt der Artenvielfalt und bei der Einsparung gewaltiger CO²-Emissionen nach wie vor eine wesentliche Rolle. Aus diesem Grund besuchte die Europaabgeordnete Jutta Paulus aus Neustadt an der Weinstraße, Mitglied der Fraktion „Die Grünen/EFA“ im Europäischen Parlament, mit ihrer persönlichen Referentin Jenni Follmann am vergangenen Donnerstag, 8. April, das Wurzacher Ried.

 

Die Abgeordnete Paulus arbeitet derzeit an einem Parlamentsbeitrag für eine EU-Renaturierungsstrategie, bei welcher auch der Renaturierung und Wiedervernässung von Mooren eine größere Bedeutung zukommen soll. Die umfangreichen und beispielhaften Arbeiten auf diesem Gebiet am Wurzacher Ried, insbesondere die Beweidung mit Wasserbüffeln mit mehreren Projekten im Landkreis Ravensburg, waren es Jutta Paulus wert, sich vor Ort mit den Verantwortlichen auszutauschen.

Horst Weisser, Leiter des Naturschutzzentrums Wurzacher Ried, Wasserbüffelhalter Markus Gaub sowie Vertreter des Landschaftserhaltungsverbands (LEV) Ravensburg und des Vereins für Naturnahe Weidelandschaften e.V. konnten der Abgeordneten Paulus hierzu vielerlei Aspekte und Erfahrungen aus der Praxis sowie Verbesserungsvorschläge aus Naturschutzsicht mit auf den Weg nach Brüssel geben. Die Vielzahl der diskutierten Themen reichte von den Agrarfördermaßnahmen über den Abbau bürokratischer Hindernisse bis hin zur Umsetzung und Flexibilisierung der europäischen FFH-Naturschutzrichtlinie. „Naturschutz und landwirtschaftliche Nutzung gehen zusammen, wie man im Wurzacher Ried wunderbar sehen kann. Große Weidetiere in extensiver Haltung sind gut für die Biodiversität. Durch die kostenlose Schaffung eines Biotop-Mosaiks durch die Wasserbüffel kann der ressourcenintensive Einsatz von Maschinen unterbleiben, die ohnehin nicht dieselbe Erfolgsquote bei der Wiederansiedlung seltener Tier- und Pflanzenarten aufweisen können wie die Wasserbüffel. Ich werde die Europäische Kommission um eine Prüfung bitten, ob dieses Projekt eine Blaupause für andere europäische Moorgebiete sein kann", so Jutta Paulus.

Freudig überrascht zeigte sich Horst Weisser zudem über die Anreise der Europaabgeordneten nach Bad Wurzach-Haidgau mit öffentlichen Verkehrsmitteln: „Wer hätte gedacht, dass man ohne Probleme von der Pfalz nach Haidgau reisen kann und dabei auch pünktlich ist!“

 

Weitere Infos unter www.wurzacher-ried.de.

 

Pressemitteilung NAZ

Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben!

­