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Bad Wurzach - Pater Paulus Blum vom Salvatorianer-Orden in Bad Wurzach ist am Donnerstagvormittag, 8. April 2021, verstorben. „Als Seelsorger, als Lehrer und als Musiker hat P. Paulus die Frohe Botschaft so verkündet, dass sie bei den Menschen heilsam angekommen ist. Dafür hat P. Paulus mit aller Kraft gearbeitet und gewirkt,“ heißt es in dem Nachruf der Salvatorianer für den Verstorbenen.

 

P. Paulus wurde am 29. Juni 1939 in Lindau im Bodensee geboren und auf den Namen Friedel Josef getauft. Nach Grundschule und ersten Gymnasialjahren in Lindau kam er aufs Gymnasium Salvatorkolleg Bad Wurzach. Nach dem Abitur trat er in Passau in die Ordensgemeinschaft der Salvatorianer ein und legte am 1. Mai 1963 die ewige Profess ab. Nach Abschluss des Philosophie- und Theologiestudiums wurde er am 29. Juni 1965 in Bad Wurzach durch Bischof Carl Joseph Leiprecht zum Priester geweiht. Von 1966 bis 1970 studierte er an der Musikhochschule Stuttgart und war 1970-1971 Referendar am Gymnasium Korntal.

 

Von 1971 bis 2002 war P. Paulus Lehrer am Gymnasium Salvatorkolleg Bad Wurzach für Musik und Religion, er leitete den Schulchor und gab Instrumentalunterricht. In der Region war er als Musiker und Organist bekannt.

Mit Leidenschaft sorgte er dafür, dass der Schulchor des Salvatorkollegs weit über die Region hinaus bekannt wurde. Mehrere Schülergenerationen haben durch ihn die Musik für sich entdeckt und sich ernsthaft mit dem christlichen Glauben auseinandergesetzt. Mit dem Schulchor setzte er mit Musicals, Singspielen und Kirchenkonzerten unvergessliche musikalische Höhepunkte.

Viele spätere Musiker bekamen von ihm die musikalische Grundausbildung vermittelt gepaart mit der Freude an der Musik. Als für die Schlosskapelle die feine Kuhn-Orgel angeschafft wurde, sorgte er mit zahlreichen Benefizkonzerten für ein großes Spendenaufkommen. Viele Frauen und Männer, die heute Sonntag für Sonntag in den Gemeinden spielen, haben bei ihm nicht nur das Instrument gelernt, sondern auch Zugang zur Kirchenmusik gefunden. Einen Ausgleich zu Musik und Religion fand Pater Paulus in seinem Hobby, der Fotografie, mit dem er der Ordensgemeinschaft auch viele Zeitdokumente bescherte.

 

In der Exerzitien- und Gesprächsseelsorge war er ein achtsamer Begleiter für viele, aber auch ein Pionier. Von 1979 bis 2016 leitete er bereits neben seinem Schuldienst Einkehrtage und Exerzitien für Schüler, Lehrer und Ordensleute. Seit 1980 – bis zum Beginn der Coronazeit – hat er Einzelne und Gruppen intensiv geistlich begleitet. Aus diesen seelsorglichen Diensten erwuchs 1993 die „Gemeinschaft Salvatorianischer Laien“ (GSL). Dies war in Deutschland die erste salvatorianische Laiengemeinschaft in Sinne des Ordensgründers P. Franziskus Jordan.

Noch ein ganz anderes Projekt war 2001 – 2006 die Neuübersetzung des „Geistlichen Tagebuchs“ des Gründers. Aus einer persönlichen Hochschätzung heraus schrieb er zuletzt auch noch eine Biographie über seinen Lehrer am Salvatorkolleg, P. Cajetan Oswald, die 2018 veröffentlicht wurde.

 

„Mit P. Paulus verlieren wir Salvatorianer, die Angehörigen und ungezählte Menschen einen Mitbruder, Bruder und Verwandten, Freund und Mentor, der Anteil nahm, der Freude vermittelte und immer mit Herzblut Seelsorger war,“ schreibt die Ordensgemeinschaft in ihrem Totenbrief über den Verstorbenen, der 81 Jahre alt wurde.

Das Abschiedsgebet am Dienstag, 13. April, um 19 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Verena ist öffentlich. Die Anmeldung dazu ist am Sonntag von 11 bis 17 Uhr und am Montag von 10 von 17 Uhr unter der Telefonnummer 07564 / 1513 möglich. Requiem und Beisetzung finden wegen der Corona-Einschränkungen im engen Kreis statt.

 

Text und Bild Uli Gresser

 

 

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