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Bad Wurzach - Die Photovoltaikanlage nahe des Wurzacher Riedes, mitten im Wurzacher Becken, war nur ein Anfang. Wenn es darum gehen sollte, ob bei uns Windenergieanlagen aufgestellt werden, wird sich der Gemeinderat bei uns dann ebenso entscheiden?

Der zweite Sündenfall, die Zustimmung zu einer Photovoltaikanlage auf dem Bergjöck oberhalb von Gospoldshofen, ließ nicht lange auf sich warten.

 

Solarpark Gospolshofen 578

Das Bild (Klick auf das Bild)zeigt einen Ausschnitt aus einem interaktiven Panorama mit der landwirtschaftlichen Fläche, die zum Solarpark Gospoldshofen werden soll. Bei der linken Markierung befindet sich das Landschaftsschutzgebiet Butzenmühletobel. Die rechte Markierung zeigt den Aussichtspunkt Wachbühl.

Die Teilnahme von BUND- und Nabu-Vertretern, die den Antragstellern den Rücken stärkten, soll ein Qualitätsmerkmal sein?
Beide Organisationen haben in ihren Führungsetagen gezeigt, dass für sie die technische Umwandlung unserer ländlichen Lebensräume auf Kosten der Natur, des Landschaftsbildes und der herkömmlichen Grünland-Landwirtschaft eintreten. Enoch zu Guttenberg, Mitbegründer des BUND, hat der Führung des BUND vorgeworfen und diese Behauptung auch nachgewiesen, sich von der Windkraftindustrie kaufen zu lassen.
„Ein Schelm, der Böses dabei denkt“: Die heutige Landesgeschäftsführerin des BUND, Frau Sylvia Pilarsky-Grosch, war über Jahre Präsidentin des Bundesverbandes Windenergie.

 

Interessant ist auch der Hinweis eines Gemeinderates, dass der Gemeinderat von Aitrach den Windkraftplänen von Treherz/Pfänders mehrheitlich wohl positiv gegenüberstehe. Damit will er wohl die Notwendigkeit, dem "Fortschritt" bei der Energiewende nichts in den Weg zu legen, unterstreichen. Dass bei diesem aus seiner Sicht wohl lobenswerten Beispiel mehrere Familien in Pfänders auf Grund der viel zu geringen Abstände zwischen 550 m und ca. 750 m um ihren Lebensraum gebracht werden, stört ihn vermutlich nicht. Das sind eben die Kollateralschäden der Energiewende, nach dem Motto: "Der Einzelne gilt nichts, die aktuelle Ideologie der Massen alles."

Einige der Argumente, mit denen Gemeinderäte agierten, erinnern an das unreflektierte Geschrei der Gretajünger, darunter sogar, wie in Leutkirch, ganze Kindergartenbesatzungen und Grundschulklassen, die den baldigen Hitzetod des Lebens auf der Erde, oder, etwas abgemildeter, das baldige Ende der herkömmlichen Landwirtschaft durch Austrocknung prophezeiten.

Leider erklärte dieser Gemeinderat nicht, wie das Gospoldshofener Solarfeld zu mehr Regen führt oder Bad Wurzach vor dem Hitzetod bewahrt.

 

Warum die Dietmannser Ortsvorsteherin ihren Gospoldshofener Kollegen und Kolleginnen in den Rücken fiel, bleibt rätselhaft. Hat sie sich wegen des angeblich nahen Hitzetodes oder wegen der von Frau Scherer in Aussicht gestellten Gewerbesteuereinnahmen auf die Seite der Stadt geschlagen?
Aus den Gewerbesteuereinnahmen wird so schnell nichts werden, da PV-Anlagen nach Auskunft eines Wirtschafsprüfers über 15 Jahre abgeschrieben werden.
Haben die Mitglieder des Gemeinderates das Gelände vor der Abstimmung besichtigt?
Dann hätte ihnen auffallen müssen, dass das Gelände von 3 Seiten von ca. 30 m hohen Fichten umrahmt ist. Bei einem Besuch Mitte Oktober, gegen 15 Uhr, lag mehr als die Hälfte der Fläche bereits im Schatten, während die angrenzenden Hügel noch lange in der prallen Sonne standen. Von Oktober bis März wird sich die Stromproduktion auf dieser Fläche in ganz engen Grenzen halten.

 

Ist es diese lagebedingt zu erwartende sehr geringe Produktivität wert, dieses schöne Stück Landschaft zu zerstören? Steigt ein Wanderer von dem wirklich natürlich wirkenden Landschaftsschutzgebiet Butzenmühle auf, steht er unvermittelt vor einer Industriefläche mit vermutlich chinesischen Photovoltaikelementen. Ob ihm dann der so teuer mit Steuergeldern eingekaufte Wurzacher Slogan „natürlich“ etwas aufstößt. Auch vom nahen Landschaftsschutzgebiet Wachbühl wird ihm dieser Schandfleck ins Auge fallen.
Für die Bauern und Ortschaftsräte von Gospoldshofen, die die Fläche wie bisher landwirtschaftlich nutzen wollten, war die Zustimmung zu den Photovoltaikplänen ein Schlag ins Gesicht.

Offensichtlich bringen die Wurzacher Gemeinderäte der Landschaft, in der sie und wir leben, nur wenig Wertschätzung entgegen. Wer für die Schönheit nichts übrig hat, wird sich aus finanziellen oder ideologischen Gründen immer wieder für ihre Vergewaltigung durch technische Anlagen entscheiden. Doch damit wird der Stadt, ihren Gästen und den Einwohnern von Gospoldshofen und der umliegenden Weiler und Höfe ein Bärendienst erwiesen.

 

Bei der CO2-Einsparungs-„Berechnung“,der Bad Wurzacher Gemeinderäte blieb die CO2-Menge völlig unbeachtet, die durch die ganz normale landwirtschaftliche Nutzung in der erzeugten Biomasse gebunden wird. Was da zukünftig noch zwischen den Photovoltaikfeldern „dahinvegetiert“, wird ein trauriger Abklatsch einer einst erfolgreichen landwirtschaftlichen Nutzung sein.

Wäre es unseren von allgemeiner Weisheit durchfluteten Gemeinderäten, die so vehement für die Photovoltaikflächen votierten, wirklich um die CO2-Reduktion gegangen, dann hätten sie sich für das Aufforsten der Fläche mit Bäumen und nicht mit Photovoltaikmodulen einsetzen müssen. Ob man dem System Luft und dem System Klima weniger CO2 zuführt, oder ob man stattdessen dafür sorgt, dass der Luft in gleichem Umfang CO2 entzogen wird, hat das die gleiche Wirkung.
Das haben meine Schüler schon vor fast 50 Jahren begriffen.

 

Unseren Gemeinderäten sei der Artikel aus der allgemeinen Forst Zeitschrift empfohlen:

https://www.forstpraxis.de/klimaschutz-aufforstung-von-10-mio-ha-wald-macht-eu-co2-neutral/

Für Leser, die es etwas wissenschaftlicher mögen, eine Drucksache des deutschen Bundestages:

https://www.bundestag.de/resource/blob/673914/74cf34356739f35d0ba3a0de67fca0d/WD-8-077-19-pdf-data.pdf.

 

Pressemeldung Bürgerinitiative Landschaftsschützer Oberschwaben e.V.
Hans-Joachim Schodlok

 

 

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