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Bad Wurzach - Bürgermeisterin Alexandra Scherer ging in ihrer Einführung zum Thema darauf ein, dass es bei dieser Sitzung darum gehe, die weitere Planung mit einem der bei der letzten Sitzung vorgestellten Entwürfe fort zu setzen. Die Grundsatzfrage: „Brauchen wir einen Turm?“ lasse sich mit einem eindeutigen „Ja“ beantworten.

Als idealer Standort habe sich bei vielen Diskussionen das Haidgauer Torfwerk herauskristallisiert, im Übrigen sei dies auch der Wunschstandort vom Land und Naturschutzzentrum, „die auf allen Ebenen mitdiskutiert haben“. „Wir wollen mit ihm unser Kleinod mit Hochmoor und Wiedervernässung zeigen, und zwar nicht nur den Gästen, sondern vor allem auch den Bad Wurzachern selbst.“ Das Turmprojekt sei für die Weiterentwicklung der Stadt wichtig, ein Zukunftsprojekt, das die Stärken der Stadt hervorhebe und stehe für Natur, Gesundheit und Erholung. Auch der zuständige Gutachter für die Vergabe des Europadiploms habe den Bau des Turmes ausdrücklich empfohlen.

Karl-Heinz Buschle sagte in seiner Wortmeldung: „Dann muss er etwas werden, nach dem sich in Deutschland viele umdrehen.“ Dennoch sei er in den letzten Tagen öfters auf den Standort angesprochen worden. Viele sähen den Turm wegen der vorhandenen Infrastruktur (Parkplätze, Strom etc.) lieber auf dem Gelände des alten Freibades. Scherer erklärte dazu, bei einer Begehung im Mai mit allen Beteiligten, Vertretern des Regierungspräsidiums, des Naturschutzes und des Naturschutzzentrums sowie von Verwaltung und des Gemeinderates wurde mithilfe einer Feuerwehrdrehleiter festgestellt, dass beim Freibad das Hochmoor wegen der Baumhöhe nicht zu sehen ist, der Verkehrslärm der B 465 wie bei einem Tunnel zurückgeworfen werde und auch der rückwärtige Blick auf die Stadt nicht gerade schön sei. Daher sei der Standort ungeeignet.

Bernhard Schad fragte nach der Meinung der Landesvertreter, Antwort Scherer: „Eindeutig pro Torfwerk!“ Dafür gebe es keine Alternative. Im übrigen sei der Standort bei der Beauftragung der Büros bereits eindeutig festgelegt gewesen. Klaus Schütt bestätigte die Meinung von Bürgermeisterin Scherer, die Grundsatzfrage sei doch, was sich daraus entwickele. „Wichtig ist doch, wie kommen die Leute da raus, und auch Barrierefreiheit wird immer mehr zum Thema."

Für Armin Willburger ist der Standort Torfwerk richtig. Es gehe um den Entwurf, wobei er durchaus in der Kostenfrage skeptisch sei, was das Einhalten des Kostenrahmens angehe. Sein Favorit sei der GMS-Vorschlag. Auch für Michael Thum überwiegen bei diesem Entwurf die positiven Aspekte, dennoch hatte er einige Verbesserungsvorschläge anzubringen: Die Höhe solle noch angepasst werden um über die Baumwipfel zu sehen und die Größe der obersten Aussichtsplattform solle vergrößert werden, damit mehr Menschen darauf Platz finden können.

Karl-Heinz Buschle betonte, dass das Umfeldkonzept für den Turm am Standort Haidgauer Torfwerk für eine gute Akzeptanz passen müsse. Auch die Haidgauer Ortsvorsteherin Ernestina Frick betonte wie auch ihr Eintürner Kollege Berthold Leupolz die Bedeutung dieses Konzeptes. Im Haidgauer Ortschaftsrat, der dem Turm positiv gegenüber stehe, habe das Konzept von GMS überzeugt. Allerdings sei ein Turm ohne Aufzug unattraktiv. Die Höhe solle allerdings deutlich höher geplant werden als 30 m. Zum Thema Konzept sagte Scherer, das Umfeld muss gut durchgeplant sein, die Richtlinien dafür habe das Land vorgegeben. Dieses habe auch signalisiert, dass das Torfwerk auf jeden Fall erhalten werde.

Franz Josef Maier fragte explizit nach den Kosten für den Aufzug. Stadtbaumeister Rude antwortete ihm, dass der Aufzug als Statik-Element bereits in den Kostenberechnungen mit drin sei, bei GMS werde er mit 50.000 Euro zu Buche schlagen. Maier wollte auch wissen, wie verbindlich die Kostenschätzungen seien. Rude: „Wir haben eine Vorgabe gemacht und die Büros haben ihre – Stand jetzt – plausiblen Schätzungen vorgelegt. Je nachdem was wir wollen, wird es dann teurer oder auch günstiger.“

Hermann Müller wollte wissen, wer alles in die Projektgruppe zur Erstellung eines Betriebskonzeptes eingebunden werde. Neben der Bürgermeisterin als Leiterin werde Stadtbaumeister Rude, Kämmerer Kunz, Johanne Gaipl als Leiterin der BWI, Gemeinderäte sowie Mitglieder des Heimatvereins Wurzen eingebunden werden, bekam er zur Antwort.

Horst Weisser, der Leiter des Naturschutzzentrums, durfte auf die Anfrage, ob das Naturschutzzentrum bei der Projektentwicklung mit eingebunden sei, selbst antworten: „Wir waren von Anfang eingebunden, was im Naturschutzgebiet gebaut wird, wird im Regierungspräsidium entschieden.“ Das große Pfund des Riedes, das unberührte Hochmoor, könne man nicht sehen. Die Renaturierungsmaßnahmen, die seit den 90er Jahren durchgeführt wurden, verliehen dem Ried einen skandinavischen Charakter und sei anders nicht erlebbar. Daher sei neben dem Naturschutz auch ein touristisches Konzept sehr wichtig.

Für die Bürgermeisterin sind auch die Kosten ein wichtiger Faktor: Bei einer 50 % Förderung durch das Land, werde man als Finanzierung des Eigenanteiles Flächen, die für die Stadt nur beschränkt nutzbar sind veräußern. Dafür sollen keine anderen Mittel herangezogen werden, um die einmalige Chance auch guten Gewissens nutzen zu können.

Bei der Abstimmung folgten die Räte einstimmig dem Vorschlag der Verwaltung, die den Entwurf von GMS zu ihrem Favoriten erkoren hatte. Bürgermeisterin Scherer dankte ihnen dafür „von Herzen.“

 

Bericht: Ulrich Gresser

 

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Der Entwurf der GMS-Architekten wurde vom Gemeinderat einstimmig zur weiteren Planung bestimmt. Dieser Entwurf wurde auch in unserer Leser*innen-Abstimmung mit 36,81 % aller Stimmen auf Platz 1 gewählt. (Grafik: GMS)

 

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