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Bad Wurzach (Leserbrief) - Aussichtstürme sind eine feine Sache, sie machen Landschaft und Heimat erlebbar. Wer hat nicht schon den Blick vom Turm des Schwarzen Grats, der Waldburg, dem Gehrenberg oder dem Bussen ins weite Land schweifen lassen? Der Wurzacher Turm dagegen soll auf keiner Anhöhe, sondern am tiefsten Geländepunkt mitten in unserem Naturschutzgebiet gebaut werden, ein Schildbürgerstreich?

 

Einmalig für einen fußläufig zu erreichenden Turm mitten in der Natur ist auch die Anforderung "behindertengerecht". So entsteht als Bauwerk ein mit Lärchenholz verkleideter betonierter Aufzugsschacht. Werden auch die Zugangswege zum Turm Rollator-gerecht angelegt? Müssen demnächst gar aufgrund irgend welcher Vorschriften alle unsere erlebbaren Türme wie das Ulmer Münster und die Gipfel der Berge mit Aufzügen nachgerüstet werden?

Und weiter: Bietet der Standort wirklich den besten Erlebnis-Blick ins Ried? Nach einer Himmelsrichtung schon, dreht man sich aber um, kann man das Gelände der Glasfabrik mit zwei riesigen Schornsteinen erkunden.

 

Gewaltige Kosten entstehen durch die Erschließung mit Wegen für die Baufahrzeuge in dem fragilen Gelände, für die Pfahlgründung des Fundaments, den Aufzugsschacht, die wartungsintensive Aufzugstechnik mit der elektrischen Erschließung des Geländes, sowie der erschwerte Unterhalt des mehr als 1 Mio. teuren Bauwerks. Wer überwacht und versichert diesen Wert gegen nächtlichen Vandalismus, wie ist die Zufahrt nach Anforderung der Feuerwehr zu gestalten, welche Brandschutzmaßnahmen für Turm und Ried sind erforderlich?

Und rein unternehmerisch gedacht: Wäre die "touristische Rendite" eines schlichten Holz-Turmes, fußläufig erreichbar vom Kurgebiet/Kurhaus, nicht wesentlich besser?

 

Auf unseren Anhöhen um Wurzach gäbe es viele Möglichkeiten den Turm aufzustellen, mit einem fantastischen Blick über das Ried und einem Weitblick über das Allgäu bis hin zur Alpenkette: Bad Wurzach das Tor zum Allgäu.

 

Meine Empfehlung an die Stadtverwaltung: Bitte den planenden Architekten um eine Kostenschätzung für einen alternativen natürlichen Holz-Turm ohne Betonschacht an einem erhabenen Standort auffordern. Der Preisunterschied (vermutlich die Hälfte) bezüglich Bau und Unterhalt kann dann den Anstoß liefern, dieses sicherlich nützliche Bauwerk nicht mitten in unser Naturschutzgebiet zu stellen.

Dr. Wolfgang Hübner
Bad Wurzach


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