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Deutschland (Leserbrief) - Ein Nachtrag zur Corona-Politik: Sie klatschen bald wieder!  Die Lektüre dieses Beitrags hat mich beschäftigt, zum Nachdenken und Nachfragen angeregt. Der Zufall wollte es, daß mir dann ein Photo zugeschickt wurde, auf dem der oberste Repräsentant unseres Staates ohne Schutzmaske, umringt von vier jungen Damen mit ihren Instrumenten, zu sehen ist.

 

Um voreiligen Emotionen zuvorzukommen: Ich verurteile das nicht. Im Gegenteil, es hat etwas Menschliches. Andererseits ist es aber auch so, daß der „Normalbürger“ für einen solchen Lapsus demnächst ohne Vorwarnung zwischen 50 und 250 Euro berappen muß.

Ich kann das Wort Corona fast nicht mehr hören, und die täglichen Meldungen über neu Infizierte und Geheilte sollen dann die Notwenigkeit der von den Politikern ergriffenen Maßnahmen, bis hin zu immer härteren Strafen belegen.

Diese Maßnahmen sind jedoch mehr als das, was der Begriff zum Ausdruck bringt: Es sind z.T. massive Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte der Bürger. Dagegen protestieren zur Zeit Bürger aus verschiedenen Schichten, Berufen, Lebensbereichen. Nun, nach der ersten allgemeinen Verunsicherung, sucht man nach der Wahrheit oder dem, was man halt so darunter versteht. „Glauben Sie keinen Gerüchten, sondern nur den offiziellen Mitteilungen…..“ so unsere Kanzlerin zu Beginn der Coronakrise unisono mit den Experten vom RKI und dem Virologen Drosten.

Ähnlich auch unser Gesundheitsminister Spahn. Auf die Frage an ihn, ob man einen Mundschutz tragen soll, antwortete er wörtlich: „Nein, das ist nicht notwendig nach der Einschätzung der Experten.“

 

Zum Fiebermessen an den Flughäfen: „Das sind Aktionen um der Aktionen Willen.“ Zum Tragen von Atemschutzmasken äußerte sich damals der Virologe Drosten wie folgt: „Damit hält man das nicht auf, die technischen Daten sind nicht gut.“ Es liegt schon eine gewisse Ironie darin, daß j e t z t alles, was auch nur nach Atemschutzmaske aussieht, diesen Schutz bieten kann. Noch im Februar verschickten wir 14 Mio. Tonnen Atemschutzmasken und medizinisches Gerät nach China. Am 29. April (!) trat dann die Verordnung zum Tragen von Atemschutzmasken in Kraft, etwa zwei Monate nach den „zuverlässigen“ Äußerungen der Experten.

Vertrauensbildung sieht anders aus, und leider war hierzu kaum eine Kritik in unserer Presse zu vernehmen. Im Gegenteil: Durch den Vergleich mit Staaten wie z.B. USA oder Brasilien wurde der Eindruck erweckt und verstärkt, das Krisenmanagement in Deutschland sei nahezu vorbildlich. Gut, daß es ein noch deutlich schlechteres gibt, das die eigenen Fehler entsprechend relativiert.

 

Corona hat viele Fehlentwicklungen aufgezeigt, am deutlichsten zeigte sich das beim Pflegenotstand. Jetzt gehen Menschen aus verschiedenen Gründen auf die Straße, äußern ihren Unmut. Darunter sind nicht wenige, mit denen man sprechen kann, ja vielleicht sollte. Und dann gibt es auch Journalisten, deren Kommentare zu diesen Demonstrationen man sich schenken kann. Zur Zuverlässigkeit der Berichterstattung im öffentlich rechtlichen Fernsehen sei einmal auf die entsprechende Seite des ZDF verwiesen, wo alle Falschmeldungen aufgelistet sind. Ähnliches gilt auch für die ARD, bei der z.B. Bilder von der Krim in die Ukraine verlegt wurden. Mir ist dieses Beispiel im Gedächtnis, es gibt da sicher auch noch einige andere.

All diese Fehler passieren halt schon mal, wie man so sagen könnte, und das sooft kritisierte Internet hat auch so manches an`s Licht befördert, was sonst kaum Beachtung gefunden hätte. Ja, Fehler machen wir alle, auch die Experten. Der Unterschied liegt dann halt in deren Bewertung, und schon allein aus diesem Grund sollte man mit pauschalen Verurteilungen vorsichtig sein.

 

Wenn also Bürger glauben, keine Atemschutzmasken tragen zu müssen, entspricht das den Vorschlägen der Experten zu Beginn der Coronakrise, so komisch das klingen mag. Das hört und liest man nicht gerne und muß das auch nicht gut heißen. Alle Menschen sind gleich, nur manche sind gleicher.

Der mündige Bürger braucht keine Belehrungen, eher eine umfassende und kritische Berichterstattung. Als Leserbriefschreiber bin ich weit weg von den erwähnten „zuverlässigen Quellen“ und erhebe nicht den Anspruch der Wahrhaftigkeit, vertrete nur eine Meinung – meine.

 

Otto Loser
Ziegelbach

 

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