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Bad Wurzach – In Kürze wird auf dem Gelände der BAG an der Oberriedstraße aus Kunststoffverpackungen Öl gewonnen. Mit einem Pyrolyseverfahren kann der Grundstoff für Plastik wieder in seine ursprünglichen Bestandteile aufgespalten werden.

Es handelt sich dabei um einen relativ unscheinbaren Container, der auf dem Firmengelände positioniert werden soll. Dieser beinhaltet einen Brennofen, denn der Verpackungsmüll muss auf 440 Grad Celsius erhitzt werden, um das wertvolle Öl gewinnen zu können.

Die Verantwortlichen um Vorstand Bernhard Schad reisten nach Dresden, wo die Entwicklungsanlage in Betrieb genommen wurde, denn der oberste Grundsatz lautet: „Wir wollen ein ökologisches System und die Umwelt entlasten“. Um dieses Ziel zu erreichen, wird in Kürze auf den Dächern der Betriebsgebäude eine Photovoltaikanlage installiert, um den benötigten Stromverbrauch klimaneutral gewinnen zu können. Ein weiterer, elementarer Aspekt ist die Geruchsemmission, sowie der Schadstoffausstoß. Gutachten nach dem Bundesemmissionsschutzgesetz bescheinigen demnach nur einen sehr geringen CO2Anteil in den Abgasen.

Laut Schad handelt es sich um ein nahezu geschlossenes System. Die brennbaren Gase, die bei der Erhitzung entstehen, werden über Aggregate wieder zur Stromerzeugung für den laufenden Betrieb genutzt. Damit eine optimale Menge an Öl gewonnen werden kann, erfordere es dazu aufbereiteten Kunststoff, so Schad.

Dieser müsse in gleichbleibender Qualität geliefert werden, ein ausgelöffelter Joghurtbecher eigne sich für diese Form der Rückgewinnung leider nicht. Denn nur bei gutem Ausgangsmaterial werde die maximale Ausbeute erzielt. Das bedeutet nun in Zahlen: 1 kg Plastikmüll ergibt 1 l Öl mit einem Gewicht von rund 860 Gramm. Der Restabfall von ca. 140 Gramm sei laut Schad noch so energiereich, dass er zur Zementproduktion eingesetzt werden könne.

Wenn nun dieses Konzept, dauerhaft in dieser Effizienz arbeiten kann, würde das der unglaublichen Flut an Verpackungsmüll und dem Raubbau an Ressourcen und der Natur entgegenwirken. Die LEADER-Kommission stellte für das geplante Projekt bereits Fördermittel zur Verfügung und erste Gespräche mit ortsansässigen Firmen, bezüglich der Weiterverwertung des gewonnenen Öls, seien geführt worden.

Um endgültige Liefervereinbarungen treffen zu können müsse der Rohstoff noch auf seine chemische Zusammensetzung untersucht werden. Zur Not, erklärte Schad, werde das Öl mit einem Tankwagen in eine Raffinerie überführt werden müssen, wo es entsprechend aufbereitet wird und als Diesel oder Heizöl dem Energiekreislauf zurückgeführt wird.

 

Bericht: Christine Hofer-Runst Fotos: Bernhard Schad

 

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