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Bad Wurzach - Am Montag, 27. Juli 2020, fand im Naturschutzzentrum Wurzacher Ried eine Informationsveranstaltung zu einem neuen, vom Land geförderten Forschungsprojekt über die Auswirkungen naturnaher Wasserbüffelweiden auf die Insektenfauna statt.

Rund 20 Experten aus den Landschaftserhaltungs- und Naturschutzverbänden der Landkreise Ravensburg, Biberach und Alb-Donau und des Regierungspräsidiums Tübingen diskutierten mit Projektleiter und Biologe Dr. Herbert Nickel über die Potenziale der Wasserbüffel-Beweidung zur Förderung der Insektenvielfalt im Vergleich zu herkömmlich bewirtschafteten Mähwiesen. Insbesondere vor dem Hintergrund des drastisch voranschreitenden Insektenschwunds widmet sich dieses Projekt der Frage, ob großflächige, naturnahe Weidelandschaften mit ihren reichhaltigen und vielfältigen Biotopstrukturen dem Insektensterben etwas entgegenwirken und damit auch wieder die Grundlage für mehr Vielfalt bei Vögeln und anderen Wirbeltieren schaffen können.

Dies soll nun in den kommenden zwei Jahren auf ausgesuchten Wasserbüffelweiden in den Moorlandschaften Oberschwabens näher untersucht werden. Auf Initiative von Walter Seifert vom Landschaftserhaltungsverband Ravensburg wurden in den vergangenen Jahren in der Region Oberschwaben zahlreiche Wasserbüffelweiden, so auch im Wurzacher Ried, zur Landschaftspflege feuchter bis nasser Moorböden angelegt. Einige Teilnehmer aus diesen Projekten berichteten bei der Expertenrunde von auffallend positiven Erfahrungen und Auswirkungen auf die Biodiversität durch diese Beweidungsart schon nach wenigen Jahren. Dies gilt es nun anhand der Tiergruppen der Heuschrecken, Zikaden, Spinnen und Dungkäfer von einem spezialisierten Biologenteam um Dr. Herbert Nickel im Rahmen dieses innovativen, von der Stiftung Naturschutzfonds des Landes Baden-Württemberg geförderten Projektes zum Erhalt unserer biologischen Vielfalt wissenschaftlich zu evaluieren.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch eine Exkursion zu den Wasserbüffelweiden an der Haidgauer Riedschmiede, wo Wasserbüffelhalter Markus Gaub aus Eichstegen seine Tiere im Sommer weiden lässt. Projektleiter Dr. Herbert Nickel führte dort seine Beprobungsmethodik mit Kescher und Motorsauger vor und demonstrierte, wie insektenreich derartige Weiden sein können. Er geht davon aus, dass er zum Ende der Untersuchungsperiode nahezu eine Viertelmillion Insekten untersucht haben wird. Fast wie bestellt konnten die Teilnehmer neben zahlreichen Fröschen sogar eine Ringelnatter in einer der Büffelsuhlen beobachten. Zum Abschluss berichtete Markus Gaub von seinen Erfahrungen mit den Wasserbüffeln und betonte die Robustheit seiner Tiere, die auch mit magerem Riedgras hervorragend auskommen, winterhart und für feuchte Moorwiesen mit sehr guten Zuwächsen bestens geeignet sind. „Der Verzehr von Wasserbüffelprodukten sei nicht nur ein gesunder Gaumenschaus sondern darüber hinaus auch ein wichtiger Beitrag zum Erhalt unserer Artenvielfalt“ resümierte der passionierte Büffelhalter Markus Gaub abschließend.

 

Pressemitteilung des Naturschutzzentrums Wurzacher Ried

 

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Das Experten-Team beim Treffen am 27. Juli 2020 im Wurzacher Ried.

 

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