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Bad Wurzach - Die Überschrift über die Geschichte von Hermann Müller könnte auch heißen: Vom Benjamin zum Ältestenrat.

Seit 1980 ist Hermann Müller in der Kommunalpolitik tätig, zunächst vertrat er 20 Jahre als Ortschaftsrat die Interessen der Bürger in seinem Heimatort Hauerz und seit 1999 als Gemeinderat der Bürger von ganz Bad Wurzach. Bei der letzten Gemeinderatssitzung wurde er nun mit der Ehrennadel und Urkunde des Baden-Württembergischen Gemeindetages für sein langjähriges kommunalpolitisches Engagement ausgezeichnet.

Angefangen hatte alles mit der Kandidatensuche der CDU für die Kommunalwahlen 1980, die der 22jährige mehr aus Neugierde im Saal des Gasthofes Seif in Hauerz besucht hatte. Von Josef Schmaus, der lokalpolitischen Legende in Hauerz gefragt, ob er mitmachen wolle, habe er wohl einen Moment lang zu lange gezögert, und schon sei er auf der Liste für den Ortschaftsrat gestanden.

In seinen vierzig Jahren als Kommunalplitiker hat er sich unter vier Bürgermeistern engagiert. „Dafür empfinde ich tiefe Dankbarkeit: gegenüber der Bürgerschaft, die mich achtmal per Wahl in die Gremien geschickt hat und gegenüber Familie und Freunden, die mir den Rücken für diese Tätigkeit freigehalten hat.“ Ein Satz des früheren Hauerzer Ortsvorstehers Martin Menig fällt ihm dazu ein: „Ma ka bloss des dua, was d´Familie zulassd!“ Aber auch den Kolleginnnen und Kollegen in den Gremien gegenüber, die ihren Sachverstand in die Gremien eingebracht hätten und einbringen, und die bei allem trennenden nie den gegenseitigen Respekt und auch den Humor verloren hätten.

Dass er vom damaligen Hauerzer Ortsvorsteher Meinrad Baron bei seinem Start im Ortschaftsrat „Benjamin“ genannt wurde, hat ihn ein wenig geärgert. Mit dem jungen Stadtkämmerer Peter Depfenhart hat er sich als Zahlenmensch gerne gerieben, aber auch sehr viel gelernt und erfahren. „Dieser hat mich immer daran erinnert, dass man als Rat nie dem Trugschluss erliegen darf, Bad Wurzach sei in finanzieller Hinsicht „eine Insel der Glückseligen“. Von Alfons Diem habe er gelernt dass es wohl eine schwarze und auch eine rote Null geben muss. Bürgermeister Helmuth Morczinietz habe ihm mitgegeben, dass „alles im Leben seine Zeit hat.“ Der Vorgänger von Alexandra Scherer, Roland Bürkle habe ihn immer daran erinnert, dass jedes Ehrenamt „Macht auf Zeit“ bedeutet.

Als höchste Auszeichnung für die Ernsthaftigkeit seiner Arbeit sieht Hermann Müller den Ausspruch des Aitracher Bürgermeisters Thomas Kellenberger an: „Die ganze Woche sitzt du da und überlegst, und dann kommt am Freitag die Spaßbremse aus Hauerz...“ Bürgermeisterin Alexandra Scherer, deren Dezernenten und Mitarbeitern und den Kolleginnen und Kollegen im Gemeinderat ist Hermann Müller dankbar, „dass sie mich im Gremium so annehmen, wie ich einfach bin.“ Denn Demokratie bedeutet: „Kontroverse Diskussionen mit anschließendem Votum.“ Gemeinde- und Ortschaftsräte schafften die Rahmenbedingungen und seien für das Klima im Gremium und der Gemeinde verantwortlich. „Familie ist das was mich trägt“ sagt der Ausgezeichnete zu seiner Motivation, die ihn noch mindestens bis 2024 die Interessen der Bürger vertreten lässt.

 

Bericht und Bild Ulrich Gresser

 

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