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Bad Wurzach-Leutkirch - Die Kooperation von Bad Wurzach Info, Naturschutzzentrum und Center Parcs trägt erste Früchte: Erstmals konnten sich an diesem Mittwochnachmittag unter fachkundiger Anleitung im Wurzacher Ried als Moorforscher betätigen.

Johanne Gaipl, die Leiterin der Bad Wurzach Info, gab einen kurzen Überblick darüber, wie diese Kooperation von BWI, Naz und Center Parcs zustande kam. Als bekannt wurde, dass der Ferien- und Freizeitpark in den ehemaligen Munitionsdepot in Urlau gebaut werden sollte, habe Bad Wurzach dies als positiv empfunden. Schließlich sei das Thema Moor auch für Park-Gäste interessant. Ein erstes Gespräch habe bereits 2018 stattgefunden und finde nun mit der Durchführung dieser ersten Moorforscher-Exkursion seinen ersten Höhepunkt.

Horst Weisser, der Leiter des Naturschutzzentrum, sagte das Naturschutzzentrum habe es sich als regionales Bildungszentrum zur Aufgabe gemacht, den Gästen die Welt der Moore darzustellen. Er zitierte Pater Agnellus, den oberschwäbischen Urvater der Naturschützer: „Was ich kenne, kann ich lieben. Was ich liebe, kann ich auch schützen.“

Petra Wolz, freie Mitarbeiterin des Naturschutzzentrums Wurzacher Ried und bereits vor einem Jahr die Erfinderin des „Moorerlebnisrucksackes“ war auch die treibende Kraft hinter diesem neuen Angebot des Naturschutzzentrums, das sich speziell an Gäste des Center Parcs richtet. Petra Wolz erläuterte die Accessoires, wie etwa die Moorforscher-Westen mit Kompass. „Wir sind stolz eine solche Landschaft vor der Haustüre zu haben und wollen, dass die Kinder sich im Wortsinne „ins Moor einfühlen.“ Ab sofort können an jedem Mittwoch um 15 Uhr (in der Nach-Corona-Zeit ) bis zu 15 Kinder, nach vorheriger Anmeldung im Park zu dem rund zweistündigen Abenteuer ins Wurzacher Ried aufbrechen.

Aber Wolz hat auch ein Modell entwickelt, das erklärt, wie das Ried im Wurzacher Becken entstanden ist. Bei der Exkursion geht sie und Sabrina Schiller auch auf den Biber ein, etwa von was er sich ernährt. Mit einer Augenbinde erhalten sie Einblicke, wie der fast blinde Biber über sein Gehör „sieht“.

Sabrina Schiller, im Naz zuständig für Umweltbildung, will die kleinen Naturentdecker mit den Händen ins Moor fassen lassen, das Moor mit der Lupe betrachten und auch riechen. Mit einem mitgeführten Säuremessgerät kann der PH-Wert des Torfes festgestellt werden. Mit einem Spiegel können die Kinder einen Perspektivwechsel vornehmen, um etwa das Sichtfeld eines Vogels zu simulieren. Regenwetter sollte kein Hinderungsgrund für die kleinen Forscher sein.

Nur bei Gewitter und Starkregen werden die Moorforscher indoor im Zentrum ihre Forschungen anstellen können. Um das Ganze noch nachhaltiger zu machen, bekommen die Kinder eine Broschüre „Als Moorforscher durchs Wurzacher Ried mit Moorhexe Calluna“ an die Hand, in der die einzelnen Stationen erklärt werden. Auf die kleinen Forscher wartet dann nach der Rückkehr eine kleine Belohnung.

Horst Weisser: „Uns ist die Sensibilisierung für die Natur wichtig, aber auch für deren Schutz zu werben.“ Mit der steigenden Identifikation präge sich das auch mehr und mehr in das Bewusstsein ein.

Ganz begeistert von dem Konzept und der Umsetzung zeigte sich Jörg Dittrich, der Operation Manager des Centerparcs Allgäu bei der Präsentation durch Petra Wolz und Sabrina Schiller. Dittrich ist optimistisch, dass es ein Erfolg wird. „Wir wollen, dass die Leute auch aus dem Park herauskommen, schließlich haben sie ja auch „Allgäu“ gebucht.“ Eine kleine Anregung hatte er auch schon: Da die Gäste des Center-Parcs Allgäu sehr international seien, neben Holländern und Franzosen, kämen inzwischen auch Familien aus England, zum Teil sogar aus Israel angereist. Um dieser Klientel Rechnung zu tragen, bat er darum, die Broschüre zumindest auch auf Englisch drucken zu lassen.

 

Bericht und Bilder Ulrich Gresser

 

 

 

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