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Bad Wurzach - Für Anika Grösser, die 1999 in Ravensburg geboren wurde und in Bad Wurzach aufwuchs, war bereits vor ihrem Abitur 2018 am Salvatorkolleg in Bad Wurzach klar, dass ihr Traumberuf Hebamme sein wird. Und dieses Ziel verfolgte sie konsequent.

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Nach einem Praktikum bei einer Bekannten ihrer Mutter, die eben diesen Traumberuf Hebamme ausübte und mit der sie dabei Wochenbettbesuche machen durfte, stand für sie ihre Berufswahl fest. Auch wenn sie von ihren damaligen Lehrern am Salvatorkolleg dafür „komisch angeschaut“ wurde, als sie sagte, sie würde die Ausbildung zur Hebamme machen und kein Studium beginnen. Was inzwischen obsolet ist, da die Hebammenausbildung – wie in ganz Europa üblich – auch in Deutschland zum Studiengang gemacht wurde.

Nach Anikas Abschluss wurden noch zwei Jahrgänge als Ausbildungsberuf gelistet, mit Ausbildungsbeginn im Oktober 2021 nahmen die zukünftigen Hebammen ein Studium auf. Anika Grösser sieht in dem Studium Vor-und Nachteile. Ein Nachteil wäre: „Dadurch erhalten die „Azubis bzw. Studentinnen“ weniger Praxiseinsätze.“

Nach vielen Bewerbungen an Hebammenschulen in Baden-Württemberg und Bayern schaffte sie trotz einer riesigen Konkurrenz – für 20 Plätze bewarben sich rund 600 Bewerberinnen – die Aufnahme an der Schule am Universitätsklinikum in Erlangen, eben jener Schule, bei der auch die Bekannte ihrer Mutter ihre Ausbildung gemacht hatte.

Auszubildende führten die Prüflinge über den Campus und auch Einblicke in den Kreißsaal wurde ihnen gewährt. Anika sah dies als sehr positiv an, denn so bekamen die jungen Frauen bereits gute Einblicke in das, was auf sie zukam.

Nach vier Wochen schul-theoretischer Einführung ging es in die Praxis: Kreißsaal, Wochenbett, Kinderklinik und in den OP Bereich. Denn die angehenden Hebammen erhielten auch noch Einblicke in die Pflege.

 

„Seit September 2021 bin ich nun stolze Hebamme. Aufgrund meiner Familie, Freunde und der Liebe zum schönen Oberschwaben, zog es mich schon bald nach Bad Wurzach zurück. Seit Oktober 2021 arbeite ich in Vollzeit am Klinikum Memmingen und biete nun freiberuflich Nachsorgen an,“ erzählt Anika Grösser.

Zu ihren Aufgaben zählen dabei u.a. die Prüfung der Nabelheilung beim Kind, ob und wie gut das Stillen funktioniert und ob das Neugeborene gut an Gewicht zunimmt. Ihr Ziel ist es einmal, halb als angestellte Hebamme und zur anderen Hälfte als freiberufliche tätig zu sein, wozu sie auch bereit ist, noch weitere Kurse und Weiterbildungen zu machen.

„Manche Väter haben mich schon gefragt, ob ich selbst Kinder bekommen möchte, wenn sie ihre Frauen so leiden sehen.“ Ihre Antwort: Ein klares Ja. Denn das war ja ihre Intension, als sie den Beruf der Hebamme ergriff: Sie wollte genau beobachten, was eine Schwangerschaft und eine Geburt mit dem Körper und der Seele einer Frau macht, warum diese all die Leiden auf sich nimmt, um neues Leben zu schenken.

Die junge Hebamme gewährt im Interview auch einen Blick in den Klinikalltag: In drei Wechselschichten sind jeweils drei Hebammen pro Schicht für die Schwangeren zuständig. Eine 1:1 Betreuung sei da oft nicht möglich, wenn zum Beispiel in einer Nacht 10 Schwangere kämen, nicht nur wegen der Geburt, sondern auch wegen einsetzender Wehen oder Blutungen. Dabei habe sie oft ein schlechtes Gewissen, wenn sie eine Frau mit Wehen stundenlang allein lassen muss, weil sie im Kreißsaal bei einer Geburt gebraucht wird.

„Mein Leitbild als Hebamme ist es werdende Mütter bzw. Eltern (egal welchen Alters, Religion, Orientierung etc.) professionell, kompetent und mit Fachkenntnis zu betreuen und in ihrer Wochenbettzeit zu begleiten,“ schreibt sie auf ihrer Homepage. „Ich möchte Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen, eine gewisse Bindung und Vertrauen zu Ihnen aufbauen, dennoch professionell arbeiten und für Sie in schwierigen Situationen Lösungen aufzeigen.“

 

Ihre Homepage ist unter dem Link zu erreichen: https://meinehebamme.info/HebammeAnikaGrösser.

 

Bericht und Bilder Uli Gresser

 

 wwAnika mit Hebammentasche

 

 

wwHebamme Anika Übungspuppe

 

 

 

 

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