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Region (Leserbrief)  - Stellungnahme des Vereins Natur- und Kulturlandschaft Altdorfer Wald zum Bericht vom Samstag den 17.09.2022: Windpark im Altdorfer Wald.

Im Mai 2022, bei der Informationsveranstaltung in der Gemeinde Vogt zum Thema Windkraft im Altdorfer Wald wurde unter der Leitung eines „unabhängigen“ und von der Landesregierung bezahlten Moderators speziell von den Stadtwerken Ulm versprochen, offen und fair mit allen Themen und Bürgern rund um den geplanten Windpark im Altdorfer Wald umzugehen. Zwar waren die ersten Verträge schon lange unter Dach und Fach, doch dies hinderte den neugegründeten Vogter ProWindkraft-Verein nicht daran allen Beteiligten und Verantwortlichen einen nahezu unbegrenzten Vertrauensvorschuss zu gewähren.

Man beruhigte die Anwesenden mit einer nach unten korrigierter Anzahl von Windrädern, währenddessen man im Hintergrund schon weiter nach Grundstücken suchte, um die angestrebte Anzahl doch zu erreichen.

Ein kommunales Unternehmen mit keinerlei Erfahrung im Aufbau und der Unterhaltung von Windrädern soll sich nun verantwortlich zeigen für einen der größten Windparks in Baden-Württemberg mit einer geplanten Stromerzeugung welche allein größer ist als die bisherige Summe aller Eigenstromproduktion der Stadtwerke Ulm, und einer Konzernbilanzsumme welche in den letzten Jahren durchgehend negative Zahlen aufweist.

Ein Unternehmen welches auch nicht davor zurückschreckt in Gebiete WKA zu bauen, welche zur Sicherung von Wasserschutzgebieten erst im kürzlich aufgestellten Regionalplan ausdrücklich als nicht bebaubar eingestuft wurden. Es sind somit Räumlichkeiten, die entscheidenden Anteil an einer gesicherten Trinkwasserversorgung für das Schussental haben. Außerdem sind diese vorkommenden naturnahen Quellen in Bezug auf Anzahl pro Hektar und ihrer natürlichen Biodiversität einzigartig.

Nicht zu verstehen ist der sonst so an seiner Planung festhaltende RVBO, welcher hier kein so großes Problem sieht diese Gebiete anders zu deklarieren, und zur Not gibt es ja noch ein Zielabweichungsverfahren.

 

Das Landratsamt welches seit über einem Jahr alle Unterlagen zur Ausweisung eines Landschaftsschutzgebiets in Händen hat und es laut beteiligtem Planungsbüro hier mit einem einzigartigen Wald zu tun hat, versucht, nicht zum ersten Mal, mit verwaltungstechnischen Tricks hier weiter Zeit zu gewinnen, anstatt endlich, und so wie es das Naturschutzgesetz vorsieht, solche Flächen unter Schutz zu stellen.

Schutz vor einer Öko-Energie-Lobby welche nicht davor zurückschreckt der Bevölkerung weißzumachen, dass diese Windräder das Schussental nahezu komplett mit Strom versorgen können. Diese Aussage, welche man mittlerweile schon als populistisch einstufen muss, entspricht in keinster Weise der Realität.

Wenn, was in unseren Breiten nur allzu oft vorkommt, kein Wind bläst, dann bleiben die Häuser dunkel und die Betriebe stehen still. Bisher besitzt Deutschland nur Speicher welche für rund 30 Minuten die Stromversorgung ohne Sonne und Wind abdecken können. Ohne die dringend erforderlichen Energie-Speicher, Netzanpassungen und Netzerweiterungen helfen auch keine weiteren tausende Windräder mit rund 250m Höhe.

Somit füllen sich die Konten der Anleger und zusammen mit der Kieslobby wird ein einzigartiger Wald mit seinen Quellgebieten zur Freude der Geldkonten der Forst BW industrialisiert und massiv beschädigt oder gar zerstört. Die Energieversorger haben doch nahezu kein Interesse geeignete Speicher zu entwickeln und zu planen, da sie damit ihre hauseigene Gelddruckmaschine gefährden könnten.

Unter dem Deckmantel von Klimaschutz werden Millionengewinne eingefahren, und Strom in Zeiten ohne Wind und Sonne aus benachbarten Ländern importiert, bei dem keine Nachfrage seiner Erzeugung gestellt wird. Schon heute hat Deutschland deutlich mehr Leistung an Wind- und Solarleistung installiert als der durchschnittliche Tagesverbrauch benötigt. Aber die Natur setzt uns hier Grenzen und weitere Anlagen bringen hier keine Änderung ohne Speichertechnik.

Daher ist es verwunderlich, dass sich Naturschutzverbände hier nicht deutlicher distanzieren und an ihre eigentliche Gründungsideen zurückerinnern, sondern fallweise diese Irritationen auch noch unterstützen. Oder gehen sie den Weg der in Baden-Württemberg regierenden Grünen-Partei welche einmal als Partei für Natur-, Umwelt-, Landschafts- und Artenschutz gegründet wurde und nun all das, für was sie einmal gekämpft hat, derzeit über Bord wirft.

Niemals zuvor in den letzten 50 Jahren drohte dem größten zusammenhängenden Waldgebiet in Oberschwaben eine größere Gefährdung und Industrialisierung in der Größenordnung von rund 150 Fußballplätzen als nun unter der Führung von einem grünen Ministerpräsidenten. Arten-, Natur- und Landschaftsschutz sind neben dem Trinkwasserschutz plötzlich zweitrangig, wenn es um die Umsetzung von fachlich gescheiterten Energiewenden geht und diese nun trotzdem brachial umsetzen will.

 

Leserbrief und Stellungnahme von Alexander Knor

 

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