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Bad Wurzach - Pfarrer Stefan Maier ging an diesem Freitagmorgen mit gutem Beispiel voran: Gemeinsam mit einigen Gemeinde- und Kirchengemeinderatsmitgliedern begab er sich zu Fuß auf den Prozessionsweg der ausgefallenen Reiterprozession, wofür in diesem Jahr eine Broschüre zum selbsterwandern herausgegeben wurde.

Pater Friedrich wurde gemeinsam mit Pater Superior Konrad die Ehre zuteil, die Heiligblutreliquie im Blutwagen in einer feierlichen Prozession, begleitet von vier Blutreitern aus Bad Wurzach mit Fahne und Standarten sowie einigen zu Fuß gehenden Blutreitern aus der Großgemeinde in die St. Verena Stadtpfarrkirche zu bringen. Musikalisch wurden die Celebranten sowie die Salvatorianer-Mitbrüder und der ehemalige Stadtpfarrer Norbert Wahl von Johannes Tress an der Orgel und Julia Frisch (Sopran) natürlich mit dem Heilig-Blut-Lied begrüßt, die in der Folge die musikalische Gestaltung dieses Dankgottesdienstes für die Helfer der Prozession übernahmen.

Natürlich waren neben der geistlichen Prominenz u.a. Salvatorianerprovinzial Pater Hubert, auch mit MdB Josef Rief und neben Bürgermeisterin Scherer auch deren Vorgänger Bürkle und Morczinietz und vielen Gemeinderäten viel weltliche Prominenz zugegen. In seiner Predigt ging Pater Friedrich natürlich auf die Pandemie und ihre Folgen ein.

Dass die Kirchen etwa darum kämpfen mussten, als systemrelevant zu gelten.„Wenn man darauf bestehen muss, dass man wichtig ist, dann ist man es vermutlich schon nicht mehr,“ sagte er zu der durchaus problematischen Argumentation, dass die Kirchen dafür sorgten, dass die Sozialsysteme nicht zusammenbrechen. „Die Schwäbische Zeitung fasste die schwindende Relevanz – mit Blick auf die bedenklich stimmende Zahl der Kirchenaustritte – vor zwei Tagen unter der Überschrift zusammen: „Ausgeglaubt“! Pater Friedrich zitiert auch den Passauer Bischof Stefan Oster, und dessen Meinung zur spirituellen Relevanz der Kirchen: „Es geht nicht um Systemrelevanz, sondern um Heilsrelevanz.“ Weil es um das Heil der Seelen und der Sammlung nach innen gehe, seien die anderen nicht so wichtig. „Manche würden deshalb ganz gerne den gerade begonnenen Synodalen Weg gleich wieder entsorgen.

Und damit auch die doch sehr sperrigen Fragen nach Macht, Stellung der Frauen in der Kirche und nach einer zeitgemäßen Sexualmoral.“ Pater Friedrich klärte auch die Frage ob das Heiligblutfest für Bad Wurzach systemrelevant sei. „Ein bisschen schon“, gab er sich selbst mit einem Zitat von Pater Karl Niederer, dem im Frühjahr verstorbenen Superior, die Antwort: „In Wurzach gibt es eine Zeit vor dem Heilig-Blut-Fest und eine Zeit danach.“ Systemrelevant! Dass es sich die Verantwortlichen im Wallfahrtsausschuss nicht leicht gemacht haben, als sie das Programm für dieses „etwas andere Heilig-Blut-Fest“ zusammenstellten, strich der Prediger deutlich heraus.

In den 22 Jahren die er das Fest mitfeiern durfte, habe er es zum einen als fröhliches Fest wahrgenommen, gleichzeitig aber auch die tiefe Bedeutung dieser Wallfahrt für Menschen gespürt. Noch sei unklar wie die Kirche aus der Coronakrise herauskomme. Aber: „Diese Krise und andere haben das Potential, das Bild von Kirche, von Gottesdienst, von Gemeinde zu verändern. Das Heilig-Blut-Fest weist darauf hin, worum es geht: Um das Innerste von Gott und Menschen; dieses Innerste, das manchmal das Äußerste braucht. Wir müssen nicht so tun, als hätten wir das alles im Griff oder als wären wir in Sachen Hingabe perfekt.

Es reicht der Versuch, auf dem Weg und in der Spur Jesu bleiben. Auf dieser Spur darf das Heilig-Blut-Lied für uns Gebet sein: Heil’ges Blut, verleih‘ uns Segen, / stärke uns durch deine Macht! / Segne uns auf allen Wegen, / gib zum Guten Mut und Kraft. Hausherr Pfarrer Stefan Maier dankte nach der Kommunion allen, die zum Gelingen von „Prozession“ und Gottesdienst beigetragen hatten. Applaus erhielten dabei beiden Musiker, die entscheidend zu der feierlichen Atmosphäre bei diesem Gottesdienst beigetragen hatten.

Nach dem Segen mit der Heiligblutreliquie endete dieser für die Helfer in diesem Jahr „entspannte“ Gottesdienst am Heiligblutfest, der am Nachmittag mit einer musikalischen Andacht seine Fortsetzung fand.

 

Bericht und Bilder Ulrich Gresser

 

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