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Arnach - Es war der dritte Rad- und Wandertag dieser Art in der Großgemeinde, er führte Radler und Wanderer nach Arnach zum Bildungshaus mit Grund- und Sprachheilschule sowie Kindergarten; zu allen Einrichtungen standen den Besuchern die Türen offen.

Eröffnet wurde der Arnacher Festtag mit einem Familiengottesdienst im Schulhof, zelebriert bei schönstem Hochsommerwetter durch Vikar Manuel Hammer. So gut wie alle Plätze waren belegt, auf der Straße vor dem Schulhof reihte sich Rad an Rad. Das Jugendgottesdienstteam eröffnete den Gottesdienst mit dem Lied „Gott ist mit uns unterwegs“. Die Kinder hoben bei Stichworten aus dem kindgerechten Lied entsprechende Plakate. Das Lied wurde von Carola Haselhofer mit der Cajon, einer Kistentrommel, begleitet.

Der Gottesdienst wurde von einer kleineren Besetzung des Musikvereins Arnach unter dem Dirigat von Gerhard Längst musikalisch mitgestaltet. 

Er war der Hammer!“
Thomas Baumann und Vicky Riedl vom Kirchengemeinderat dankten am Ende des Gottesdienstes dem Vikar, der in den zwei Jahren seines Hierseins immer wieder in Arnach zelebrierte und sich dabei höchste Anerkennung und Beliebtheit erwarb. Mit dem anerkennenden Ausruf „Er war der Hammer“ überreichte Vicky Riedl einen Werkzeugkasten.

Manuel Hammer dankte für „zwei wunderschöne Jahre“ in der Seelsorgeeinheit Bad Wurzach, zu der Arnach gehört. Er erinnerte dabei an die Erstkommunion-Feier und den Fronleichnam-Festgottesdienst mit Prozession; beiden Feste in Arnach hatte er als Zelebrant vorgestanden.

Vikar Hammer warf auch den Blick nach vorne und teilte mit, wohin ihn sein Weg als Priester in den nächsten Jahren führt: Er übernimmt nun eine halbe Stelle als Vikar in Neckartenzlingen und widmet sich bei der Wahrnehmung der zweiten 50 Prozent der Ministranten-Arbeit im Bischöflichen Jugendamt Wernau.

Arnacher Vereine wirteten
Beim Frühschoppen spielte anschließend der Musikverein Arnach in großer Besetzung unter Berthold Hiemer auf; die Arnacher Vereine (Musik-, Sportverein, die Soldaten- und Schützenkameradschaft sowie der Förderverein fürs Bildungshaus) übernahmen die Bewirtung der zahlreichen Gäste mit leckerem Essen und im Anschluss daran gab es selbstgebackenen Kuchen zum Nachmittagskaffee.

Melap und mehr
„Gemeinsam unterwegs, diese beiden Worte stehen als Sinnbild für das politische Handeln einer Stadt mit ihren neun Ortschaften“, sagte Ortsvorsteher Michael Rauneker in seiner Begrüßungsrede vor vielen seiner Amtskollegen. „Eigentlich wäre Arnach bereits 2020 mit dem Rad- und Wandertag an der Reihe gewesen“, warf er einen Blick zurück. Denn in Arnach sollte der Abschluss des Melap+Prozesses (ausgeschrieben: Modellprojekt zur Eindämmung des Landschaftsverbrauches durch Aktivierung innerörtlicher Potenziale) gefeiert werden. „Doch dann kam uns Corona dazwischen.“  Auch der Umbau des Bildungshauses, bei dem jetzt Kindergarten und Grundschule unter einem Dach vereint sind, die  Neugestaltung der Ortsmitte und die zentrale Bushaltestelle hätten mit Melap zu tun, erläuterte der Ortsvorsteher. Und weil die ebenfalls im Bildungshaus untergebrachte Sprachheilschule die Räume des ehemaligen Kindergartens zu zusätzlichen Klassenzimmern umgebaut hat, ergab sich damit ein weiteres Angebot für die Arnacher und ihre Gäste an diesem Rad- und Wandertag.

Als Reminiszenz an das Projekt gab es zwei Dorfspaziergänge zu den wichtigsten Melap+-Projekten.

Bad Wurzach auf Platz vier unter 26 Kommunen
Bürgermeisterin Alexandra Scherer, die gemeinsam mit Johanne Gaipl, der Leiterin der Bad Wurzach-Info, die Siegerehrung des Stadtradelns vornahm, sprach in ihrem Grußwort von einem richtigen Schulzentrum, das aus dem Bildungshaus geworden sei, „mit Kinderkrippe, Kindergarten, Grundschule und Sprachheilschule quasi unter einem Dach.“ Dass dies zu einer Erfolgsstory wurde, dafür dankte sie allen Beteiligten nochmals auf herzlichste.

Wo könnte die Siegerehrung fürs Stadtradeln besser aufgehoben sein als bei einem Rad- und Wandertag? Stolz verkündete die Bürgermeisterin das Ergebnis: „Bad Wurzach belegt von 26 Kommunen im Landkreis Platz vier hinter Ravensburg, Altshausen und Leutkirch. Die 705 Radler in 31 Teams legten 182.491 Kilometer im festgelegten Zeitraum mit dem Rad zurück und konnten so den Ausstoß von 28 Tonnen CO2 vermeiden.“

Preise für die Stadtradler
Preise wurden an die besten zehn Teams im Stadtradeln vergeben. Für die Plätze 10 bis 5 waren dies Eisgutscheine, wobei die Stadtverwaltung auf ihren Preis verzichtete. Die aktivsten Einzelradler hatte ohne Zweifel die Volksbank Ulm-Biberach, die mit acht Radlern stolze 6058 Kilometer schaffte und somit auf Rang neun landete. Kaum weniger aktiv waren die Radler des SV Arnach, die es mit 16 Radlern auf immerhin 5764 km brachten. Auf Platz 8 landeten „die Abgefahrenen“, die mit 19 Radlern 6622 km fuhren. Auf Platz sieben kam die Realschule, die mit ihren 121 Radlern (Höchstzahl) auf 10.423 km kamen. Die Stadtverwaltung kam mit 41 Teilnehmern auf 12.299 km und auf Rang sechs, während die Blaulichtfamilie es auf Rang fünf schaffte (mit 46 Teilnehmern 12.361 km). Dann wurde es spannend: Die 32 Radler des Radfahrvereins schafften 16.038 km und erhielten dafür Sitzkissen mit Wurzach-Logo. Platz drei – dafür gab es ebenfalls einen Satz Sitzkissen – ging an die MV Oberland, die mit 42 Radlern 18.143 km schaffte. 63 Ziegelbacher nahmen am Stadtradeln teil und erhielten für ihre 20.153 km Sitzkissen und Eisgutscheine.

Werkrealschule beim Stadtradeln auf Platz 1
Sieger des diesjährigen Stadtradelns wurde die Werkrealschule, die mit 91 Radlern und gefahrenen 22.559 km den Sieg davontrug und dafür mit Eintrittskarten fürs Hallenbad und zusätzlich Eisgutscheine belohnt wurden.

Losglück hatten ...
Fünf Radler wurden aus allen Angemeldeten ausgelost, sie erhielten jeweils Radschlösser bzw. Pflegesets als Preise: Es waren dies Maja Hermann, Rainer Dewor, Monika Brugger, Hermann Rast und Lisa Eckstein

Enttäuschender Besuch bei den Kirchenführungen
Die zwei von Gerhard Reischmann, einem Kenner der Arnacher Ulrichskirche, im Rahmen des Arnach-Tages angebotenen Führungen durch die barocke Dorfkirche  wurden nur schwach angenommen. Die wenigen Interessierten zeigten sich sehr angetan von den jeweils knapp einstündigen Erläuterungen zu Baugeschichte und Ausstattung der Kirche.

Vom Instrumente-Schnuppern bis zum Papier-Schöpfen
Im Rahmen des Tags der offenen Tür in der Schule konnten Kinder auch unter Anleitung junger Musiker des Musikvereines einfach mal Instrumente ausprobieren. Auf dem Sport- und Spielplatz hinter dem Bildungshaus lockte eine Spielstraße, im „alten“ Kindergarten konnten sich ganze Familien oder Einzelpersonen in diversen Verkleidungen ablichten lassen. Der Erlös wird dem Spielplatz zugutekommen. In den Räumen der Grundschule konnten die Kinder (und Erwachsenen) sich in die Kunst des Papierschöpfens einweisen lassen, im (kühlen) Untergeschoss des Kindergartens konnten die Kids sich eigene Button entwerfen.

Es war ein großes Programm, das die Arnacher Einrichtungen und Vereine für die Besucher vorbereitet hatten. Und weil auch das Wetter sehr gut mitspielte, war für jeden Geschmack etwas dabei. Bleibt zu hoffen, dass die „Spaßbremse Corona“ zukünftigen Rad- und Wandertagen in der Stadt nicht wieder so heftig in die Parade fährt wie in Arnach, wo es von den ersten Vorbereitungen bis zur Durchführung fast vier Jahre dauerte ...

Text / Fotos: Uli Gresser

 

 

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