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Bad Wurzach - Am 14. Juli gestalteten Schüler der Jugendmusikschule (JMS) unter der Leitung von Georg Stankalla in Zusammenarbeit mit der Stadtkapelle sowie der JMS Bad Wurzach (Petra Springer) einen festlich-musikalischen Abend im Barocktreppenhaus des Wurzacher Schlosses.

Wer ein „Schülervorspiel“ erwartet hatte, wurde bereits bei den ersten Tönen eines Besseren belehrt: Es war ein lupenreines Konzert mit hohem Anspruch und auf durchweg hohem Niveau. Fachkundiges Publikum kam auch von jenseits der Gemeindegrenzen, so aus Leutkirch/Allgäu und Frankfurt/Main (momentan auf Besuch in Reichenbach).

Die von Georg Stankalla – Klarinettist, Komponist und Lehrer an der JMS Bad Wurzach – ausgewählte Sitzordnung unterstrich noch zusätzlich den Concertato-Stil, also den Kontrast zwischen gegensätzlichen Stimmen bzw. Gruppen von Instrumenten: Links platzierte sich das Klarinetten-Ensemble, rechts waren die Saxophone zu sehen und zu hören.

Schon der Auftakt mit der Réjouissance aus Händels „Feuerwerksmusik“ füllte das Treppenhaus mit festlichen und dem Titel des Stückes entsprechenden frohen Klangfarben. In klassischer Saxophon-Quartett-Besetzung musizierten sehr farbenreich Anne Fassnacht am Sopran-, Dominik Seiler am Alt-, Pia Schmid am Tenor- und Tim Guler am Bariton-Sax.

Danach wechselten sich die Saxophone mit den Klarinetten nach jedem Werk ab. Auch innerhalb der Saxophone wurden je nach Stückauswahl und Arrangement öfters zwischen Sopran und Alt (Anne Fassnacht) oder Bariton, Alt und Tenor (Tim Guler) durchgewechselt.

Das Klarinettenensemble glänzte ebenfalls durchgängig mit Präzision und Klang. Simon Herdrich sorgte mit der Bassklarinette für ein stabiles Fundament, auf dem sich ein voller und homogener Holzsound entfalten konnte. Auch hier wurde mit der Es-Klarinette durch Pia Bischofberger bei Mancinis „Baby Elephant Walk“ gekonnt eine Klangerweiterung eingebaut. Keineswegs – wie leider manchmal anderweitig von Es-Klarinetten zu hören – „spitz“ im Ton wurden schöne Klangspitzen auf die B-Klarinetten (Samuel Herdrich und Sophia Längst) draufgesetzt.

Aus den unterschiedlichsten Epochen (von der Renaissance bis zur Jetztzeit) waren populäre (zum Beispiel Summertime von Gershwin oder You raise me up von Graham/Lovland) und weniger bekannte Stücke (Caprice for Clarinets / C. Grundmann, Drei Miniaturen / L. Ostransky) zu hören.

Sophia Längst (MV Arnach) und Tim Guler (Stadtkapelle Bad Wurzach), die beide auch beim Kreisverbands-Jugend-Blasorchester (welches am 29. Juli um 19.00 Uhr im Kursaal in Bad Wurzach konzertieren wird) mitwirken, traten dann noch solistisch in Erscheinung, was von den Zuhörern angesichts des jugendlichen Alters der Musiker und der besonderen Atmosphäre der Treppenhauskulisse, von der aus die Musiker tatsächlich von allen Seiten – sogar von oben – beobachtet werden, mit gehörigem Respekt und großem Applaus quittiert wurde. Sophia Längst musizierte mit vollem, rundem und warmem, aber dennoch klarem Klarinettenton. Ihr „Allegretto“ von Cyrill Rose brachte sie mit großer Musikalität und sicherem Auftreten zu Gehör. Tim Guler hielt sich angesichts der barocken Akustik (relativ langer Nachhall) beim „Hard Rock Blues“ von James Rae bei den „schreienden“ Passagen am Tenorsax etwas zurück, was aber die Transparenz für die zahlreichen, fast wie beiläufig eingestreuten technischen Raffinessen erhöhte und seine schon sehr beachtliche Tonkultur um so besser zur Geltung kommen ließ.

Als sehr passenden Abschluss des wirklich fabelhaften Konzertes spielten beide Ensembles im Wechsel und gemeinsam den wunderschön klingenden St. Anthony-Choral von G. F. Händel.

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die Musikerinnen und Musiker für einen äußerst gelungenen „Concertato“-Abend und nicht zuletzt natürlich auch an Georg Stankalla für die Organisation, Durchführung , Stückauswahl, Vorbereitung (durch viele intensive Probenarbeit) und die informative und unaufdringliche Moderation des Konzertes – und für die Verpflegung mit Flüssigem bei den sich anschließenden angenehmen Gesprächen im schönen Schlosspark.
Text / Fotos: Peter Allgaier

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