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Hauerz - Benjamin Strasser, Mitglied des Bundestages und seit 2021 parlamentarischer Staatsekretär im Bundesjustizministerium besuchte im Rahmen seiner Sommertour das Hauerzer Freibad.

Später Mittwochnachmittag: Es herrscht Hochbetrieb im Freibad Hauerz, als der gebürtige Weingartener und gelernte Jurist vor dem Bad von Ortsvorsteher Kurt Miller, seinen Ortschaftsräten und und seinem Parteifreund Armin Willburger, der die Interessen Hauerz´ im Gemeinderat von Bad Wurzach vertritt, sowie Klaus Schütt als Vertreter für Bad Wurzachs Bürgermeisterin Alexandra Scherer, empfangen wurde.

Nach einem kurzen Abstecher auf den Mehrgenerationenspielplatz, der gleich vor dem Eingang des Bades liegt, geht es in das Bad, das wie Armin Willburger dem Abgeordneten erklärt, von Senator Friedrich Schiedel, dem gebürtigen Baierzer vor mehr als 50 Jahren seinem Heimatort gestiftet hatte.

Ortsvorsteher Kurt Miller berichtete, was nach dem Jubiläum, das im letzten Jahr wegen Corona im kleinen Rahmen gefeiert werden konnte, geschehen war: Die Heizung hatte zwei Wochen vor Saisonschluss sich verabschiedet.

Eigentlich ein Super Gau, denn das Bad wird unter dem Vorbehalt, dass nichts Großes passiert, betrieben. Doch der Gemeinderat hatte sich damals einstimmig für den Weiterbetrieb und damit für die Reparatur entschieden. Die jedoch gar nicht so einfach ist, weil noch immer die Teile, die aufgrund des Alters der Heizung extra angefertigt werden müssen, fehlen. Und so war der Saisonstart des Freibades im Juni nur etwas für „Harte“, da das Wasser nur „solarbeheizt“ erwärmt wird. Das sich aber wegen der langen Hitzeperiode der letzten Wochen auf immerhin 24 Grad erwärmt hat.

Auf die Frage des Abgeordneten, wie denn die Zukunftsperspektive für das Bad aussehe, antwortete Klaus Schütt, der fast 45 Jahre lang die Geschicke der DLRG Bad Wurzach geleitet hatte: „Der Gemeinderat steht dahinter, solange keine große Investitionen erforderlich sind.“ Armin Willburger sagte dazu: „Der Abmangel des Bades wird inklusive Personal bei etwa 40.000 € in diesem Jahr liegen.“

Womit gleich das nächste für das Bad relevante Thema angeschnitten war.

Es muss immer ein FAB (Fachangestellte(r) für Bäder) gemeinsam mit zwei Rettungsschwimmern die Aufsicht führen. Eine Verschärfung der Regelung, mit der Folge, dass die Öffnungszeiten reduziert werden mussten. Klaus Schütt und Ortschaftsrat Robert Müller beklagen dann auch noch die zusätzlich erhöhten Anforderungen an die Rettungsschwimmer, die alle zwei Jahre ihre Prüfungen komplett neu anstelle von Auffrischungskursen machen müssen. Was zur Folge habe, dass auch die Zahl der Ehrenamtlichen sinke und damit auch viel Erfahrung verloren gehe.

Und ein weiteres Hindernis für längere Öffnungszeiten liege in den noch von der Stadt aufrechterhalten Corona-Regeln, insbesondere für den FAB. Hier sind sich alle einig, dass ein Abbau an bürokratischen Hindernissen dringend erforderlich ist. MdB Strasser: „Es geht um einen Vertrauensvorschuss, der den Ehrenamtlichen gegeben werden muss.“

Strasser zeigte sich dennoch beeindruckt wie das Bad läuft, das an guten Tagen, vor allem an den Wochenenden 400-bis 500 , an Spitzentagen bis zu 800 Besucher aus einem Umkreis von etwa 20 Kilometer anlockt. „Einer Umfrage zufolge sind die Gäste sehr zufrieden und loben dabei die Übersichtlichkeit,“ freut sich der Ortsvorsteher über die Resonanz.

An einem langen Tisch beim Kiosk wurden dann vom Parlamentarier Bundesthemen angeschnitten, besonders die Energiewende und natürlich die Wiederaufnahme der Gaslieferungen von Russland an diesem Donnerstag.

„Es ist nicht tragbar, dass 55 % des Gases zur Verstromung verwendet wird,“ sagte er angesichts des drohenden Lieferstopps. Er plädiere daher dafür, dass die AKW´s zwei, drei Jahre weiterlaufen sollten. Auch das Thema Fracking dürfe nicht ausgeklammert werden, „denn jedes KW zählt.“ Im Bewusstsein, dass dies ein für Hauerz besonders sensibles Thema ist, sagte er: „Wir müssen bei den Folgen genau abwägen.“

Ortschaftsrat Robert Müller fragte, sich, warum z.B. dem Thema Biogas, einer hierzulande weitverbreiteten Energiequelle durch das Auslaufenlassen der Subventionen ein Riegel vorgeschoben wurde. Strasser antwortete ihm darauf, dass Subventionen dem Zweck dienten, etwas anzuschieben, sie aber nicht ewig bezahlt werden könnten.

Kreative Ideen seien gefragt, wie z.B. von jenem Obstbauern im Bodenseekreis, der testet, wie gut sich sein Obst unter Solarzellen entwickelt. Dafür brauche es eine Behörde, die mit ihm am selben Strang zieht.

Ortsvorsteher Kurt Miller forderte eine Entbürokratisierung vor allem für Vereine. Denn viele Traditionen gingen verloren, wie etwa das Maibaum stellen, weil die Feuerwehr oder andere Vereine bereits für das Schilderaufstellen einen Lehrgang machen müssen. So geschehen bei der diesjährigen Fronleichnamsprozession, wo der Prozessionsweg verkürzt wurde, weil den Verantwortlichen der bürokratische Aufwand zu groß war.

Ein weiteres großes Thema für Vereine ist das liebe Geld bzw. der Zugriff des Finanzamtes darauf. Es komme ja nicht von ungefähr, dass viele Vereine Probleme haben Vorstandsposten oder auch die Stelle des Kassiers neu zu besetzen.

 

 

Bericht und Bilder: Uli Gresser

 

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