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Gut, dass man die Verkehrssituation in der Innenstadt unter die Lupe genommen hat. Gut, dass man die Bürgerschaft eingebunden hat. Verkehrsthemen brennen unter den Nägeln, sie müssen immer wieder aufs Tapet kommen, müssen immer wieder kritisch durchleuchtet werden.

Das Verkehrsbüro Rapp aus Freiburg, das von der Stadt Bad Wurzach gerne beauftragt wird, hat für den Workshop am 16. Juli mit Verkehrsmengenzahlen aus dem Jahre 2018 eine recht aktuelle Datenbasis beigebracht. Siehe unseren Bericht vom 17. Juli.

Bei der Prognose für das Jahr 2030 erschrickt man: Für die B 465 auf der Höhe der Ravensburger Straße rechnen die Verkehrsfachleute aus Freiburg nach Verlagerungsmaßnahmen mit 12.000 Fahrzeugen am Tag.

Das sind 50 Prozent mehr, als jene 8198 Fahrzeuge, die die Rapp Trans AG im Jahre 2017 als Grundlage für den Lärmaktionsplan im Bereich Brugg, das bekanntlich an derselben B 465 liegt, zugrundegelegt hatte. Die Zahl „8198“ stammt aus dem Jahre 2012 und war schon im Jahre 2017 bei der Aufstellung des Lärmaktionsplanes realitätsfremd.

Das Pikante: Die Zahl „8198“ liegt knapp unter dem wichtigen Schwellenwert von 8200, ab dem besondere Lärmschutzmaßnahmen anzugehen sind.

Inzwischen passieren täglich 9678 Kraftfahrzeuge den Weiler Brugg – 1028 davon sind Lkw. Diese Zahl der Bundesanstalt für das Straßenwesen stammt von 2019.

2020 erfolgte die 1. Fortschreibung des Bad Wurzacher Lärmaktionsplanes. Damals hatte man zwar die Zunahme des Verkehrs nachrichtlich registriert – genannt ist für Brugg die Zahl „9060“ – aber es wurden keine Konsequenzen gezogen. Im Gemeinderatsbeschluss vom 11. Mai 2020 heißt es wörtlich: „Eine Überarbeitung des bestehenden Lärmaktionsplanes der Stadt Bad Wurzach ist nicht notwendig. Die Fortschreibung des kommunalen Lärmaktionsplanes kann mit Hilfe des LUBW-Musterplanberichtes erfolgen.“ Die Abkürzung LUBW steht für Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg.

Es ist ein dringendes Anliegen der Bundesstraßen-Anwohner in Brugg, dass der Lärmaktionsplan auf der Basis realistischer Zahlen novelliert wird und eben nicht eine fehlerhafte Grundannahme in die Zukunft hinein verlängert wird.

Hier ist das Büro Rapp, wenn es denn wieder beauftragt werden sollte, gefordert. Die Datenbasis muss realistisch sein!

Gerhard Reischmann

Transparenzhinweis: Der Kommentator wohnt in Brugg an der B 465.

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