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Bad Wurzach-Hauerz - Bei der Sitzung des Verwaltungs- und Sozialausschusses am vergangenen Montag hatte Bürgermeisterin Alexandra Scherer noch die Wiedereröffnung der Bäder für den 06. Juli verkündet, am Freitagnachmittag kam für Hauerz dann die Kehrtwende und auch in Bad Wurzach gilt als Öffnungstermin nun der 13. Juli.

Robert Müller – lange Jahre der Chef der Hauerzer Rettungsschwimmergruppe – sagt, er sei aus allen Wolken gefallen, als er durch die WhatsApp-Gruppe erfahren habe, dass die Eröffnung des Bades verschoben worden sei. „Alles ist vorbereitet: Das Wasser im Becken. Das Becken wurde von den Ehrenamtlichen für den Neustart extra in 240 Helferstunden neugestrichen, die Platten gerichtet und ein Handlauf ist für ältere Gäste angebracht worden.“ Seit Februar ist für Müller die Situation um die Fachangestellten für Bäderbetriebe (FAB) bekannt gewesen, daher sei die Situation „unverständlich“. Er habe an die Bürgermeisterin geschrieben, sehr enttäuscht über die schlechte Kommunikation, vor allem aber, wie mit den Ehrenamtlichen umgegangen werde, die Wasserproben nähmen, das Wassersaugen übernähmen und so für den Unterhalt des Bades sorgten. „2021 wird das Bad 50 Jahre alt und das werden wir auch feiern.“ Er wies auch auf das Riesenpotential hin – die Hauerzer Gruppe besteht aus 32 Rettungsschwimmer und 14 Kassierer(innen) und Helfern – das die DLRG auch zukünftig für ihre großen Aufgaben beim neuen Hallenbad nutzen könne. Hermann Müller, der die Gruppe mitbegründet hat verwies dass mit Nicole Schneider inzwischen die dritte Generation Verantwortung übernehme. Er bedauerte, dass mit dieser Entscheidung eventuell Chancen verspielt würden.

Ortsvorsteher Kurt Miller war von der Entscheidung ebenfalls überrascht worden und entsprechend „angesäuert“ gewesen. Er habe bei der Gemeinderatssitzung am Samstag auch mit der Bürgermeisterin das Gespräch gesucht. „Wir planen die Eröffnung jetzt für den 27. Juli, vorausgesetzt es stehen genügend FAB's zur Verfügung.“ Er finde es sehr schade, wie das bisher gelaufen sei. Fakt sei aber, dass sich auf die neuerliche Ausschreibung niemand gemeldet hatte und natürlich die Vorbereitungen durch Corona ausgebremst wurden. Ausdrücklich in Schutz nahm er den zuständigen Dezernenten Frank Högerle, der bei der Erstellung des Hygiene-Konzeptes gut zugearbeitet habe. Die Stadt sei sogar bereit gewesen, den zusätzlich benötigten FAB über eine Leihfirma zu finanzieren. Denn der Betrieb eines Bades ist nur bei Anwesenheit einer solchen Fachkraft für Bäderbetriebe – gemeinhin als „Bademeister“ bekannt – erlaubt. Auf Unverständnis bei den Rettungsschwimmern und Helfern traf seine Ausführung, dass im Freibad Bad Wurzach laut Hygiene-Konzept mehr Personen zugelassen seien als in Hauerz. Zumal ja dort die Besucherzahlen immer niedriger seien. „Aber die Entscheidung ist nun einmal so getroffen worden.“

In einer Stellungnahme verwies Martin Tapper darauf, dass in der Sitzung vom 29. Juni Bürgermeisterin Scherer den 06. Juli als frühestmöglichen Öffnungstermin genannt hatte, aus dem nun aus Mangel an Fachkräften für Bad Wurzach der 13. Juli geworden ist. Bis Ende Juli stehen für beide Bäder nur ein FAB zur Verfügung. „Anders als sonst üblich muss nach den aktuellen Corona-Regelungen für die Zulassung eines Badebetriebs in jedem geöffneten Bad auch eine sogenannte „Verantwortliche Person“ tatsächlich vor Ort sein,“ erklärt Martin Tapper, Pressesprecher der Stadtverwaltung auf Anfrage. Da die Fremdfirma aber bis Donnerstagabend keine FAB auftreiben konnte und am Freitagvormittag Versuche auf anderem Wege eine Lösung zu finden gescheitert sei, habe Dezernent Högerle am Freitag kurz vor 12 Uhr den Hauerzer Ortsvorsteher darüber informiert, dass das Freibad nicht zum angegebenen Termin geöffnet werden kann. Die entsprechende Pressemitteilung sei um 14.31 Uhr herausgegangen. Bürgermeisterin Scherer bedauere, dass aus den genannten Gründen nicht beide Bäder gleichzeitig öffnen können. Aufgrund der Schlechtwettermöglichkeit und der möglichen Besucherkapazität habe man sich für Bad Wurzach entschieden. Bei der Berechnung der möglichen Besucheranzahl wurden im Hygienekonzept 10qm sowohl im Wasser als auch auf der Liegefläche zugrundegelegt woraus sich eine Gesamtzahl von 70 Personen, die gleichzeitig im Becken sein dürfen errechne.

 

Bericht und Bild: Ulrich Gresser

 

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