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Bad Wurzach (Leserbrief) - „Warnung vor dem Besserwisser“ titulierte vor nicht allzu langer Zeit die Schwäbische Zeitung in einem Leitkommentar zu den Demonstrationen gegen die Einschränkung der Grundrechte. Gut, daß es kluge Köpfe gibt, die dem Bürger helfen, Schwachsinn von berechtigter Kritik zu unterscheiden.

 

Besserwisser, das sind aber auf der anderen Seite auch diejenigen, die schon seit 2012 gewußt haben oder hätten wissen müssen, was auf die Bürger bei der nächsten „Grippewelle“ zukommt.

 

Von WHO und RKI waren sie aufgefordert, Vorsorge zu treffen für den Fall der Fälle. Hierzu liegt auch ein Protokoll des Bundestages vor. Nun habe ich heute auch lesen müssen, daß bereits im Januar eine Münchner Forschungsgruppe (Röthe, Hilscher) darauf hingewiesen hat, daß Corona-Infizierte auch ohne Symptome die Krankheit bereits übertragen können. WHO und RKI nahmen diese Hinweise jedoch zunächst nicht ernst.

 

Ebenfalls im Januar spielte unser Gesundheitsminister noch die Gefahr herunter. Zu Beginn der Pandemie wiesen unsere Politiker, ja sogar manche Fachleute die Notwendigkeit von Atemschutzmasken von sich, rümpften die Nase. Am 29. April wurde dann schließlich das Tragen von Masken Pflicht, und das unter Androhung von Bußgeld, also Strafe.

 

Wie solche Masken beschaffen sein sollen, in diesem Punkt läßt man von Seiten der verantwortlichen Politiker dem Bürger sehr viel „Gestaltungsspielraum“. Scheinbar gibt alles einen „gewissen Schutz“, und dem ist eben nicht so. Geeignete Schutzmasken zu einem früheren Zeitpunkt hätten mit Sicherheit so manches verhindert. Es gab sie halt aus erwähnten Gründen nicht. Und noch schlimmer: sie waren weder in Altenheimen noch in Krankenhäusern in ausreichender Zahl vorhanden.

 

Noch im Februar d.J. wurden 14 Tonnen Handschuhe, Atemmasken und anderes medizinisches Material nach China verschickt, soviel zur Weitsicht der Verantwortlichen. Ein Wort des Bedauerns ist ganz selten zu vernehmen, und leider gab es hierzu auch kaum eine „öffentliche“ Kritik.

 

Daß alles bisher relativ glimpflich ablief, ist v.a. das Verdienst der Bürger, die sich bisher sehr diszipliniert verhalten haben und dies überwiegend auch ohne „Strafandrohung“ weiter tun werden.

 

Diese o.g Maßnahme ist des Guten zu viel, zeigt auch welche Meinung vom mündigen Bürger dahinter steckt, und wenn wir nicht aufpassen, könnte sich das Ganze noch steigern. Nachdem sich aber die Zahlen der Infektionsstatistik überraschend positiv verändert haben, werden die Probleme jetzt größer.

 

Wie und in welchem Umfang die Einschränkungen der Bewegungsfreiheit aufgehoben werden, ist Sache der Länder. „Deutschland entwickelt sich zu einem Flickenteppich“ war in der Schwäbischen Zeitung zu lesen. Mit Verlaub, um beim Bild zu bleiben: Deutschland besteht seit der Gründung aus den „Flicken“ Bund, Länder und Gemeinden mit jeweils unterschiedlichen Zuständigkeiten und unterschiedlicher Bevölkerungsdichte. Man darf gespannt sein, wie die Verantwortlichen das weitaus größere Problem jetzt lösen.

 

 

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat gefordert, die Bürger in Deutschland mit medizinischen Schutzmasken des Typs FFP2 auszustatten. Die FFP2-Masken seien die Lösung, die die Politik jetzt liefern müsse (Deutschlandfunk). Mit dem „Sprinterprogramm“, das zu 30% vom Staat „gesponsert“ wird, will Wirtschaftsminister Altmaier dieser Forderung nachkommen. Altmaier, Sprinter? Es lagern noch bei den Logistikunternehmen ca.130 Mio. Schutzmasken. Bei weitem nicht alle entsprechen dem versprochenen Standard. Schlimmer noch: Tausende von Schutzmasken, die den Namen nicht verdienen, wurden bereits an Ärzte und Pflegepersonal ausgeliefert.

 

Spätestens nach Corona wird „abgerechnet“, Schaden und Nutzen auf dem Hintergrund der getroffenen Maßnahmen abgeglichen. Der wirtschaftliche Schaden ist schon jetzt gewaltig, Schulden in Schwindel erregender Höhe, und wieder die Warnung vor verirrten Besserwissern, pauschal, in gewohnter Manier.

 

Was sich nicht in Zahlen erfassen lässt, taucht kaum auf, wird nur am Rande erwähnt: Das Leid der Menschen in den Altersheimen, die unverschuldet auf Kontakte mit Ihren Kindern und Enkelkindern verzichten mußten, und Kinder die unverhältnismäßig lang in sozialer Isolation lebten.

 

Laut Bildzeitung wurden 52 000 Krebs - OPs wegen Corona abgesagt, obwohl Intensivbetten leer standen. Das nahezu uneingeschränkte Lob für das Krisenmanagement der Verantwortlichen kann ich aus erwähnten Gründen nicht teilen.

 

Otto Loser
Ziegelbach

 

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