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Bad Wurzach - …i trink halt mei Durmedill“. Mit diesem süddeutschen Spruch werden die vielfältigen medizinischen Anwendungen der Blutwurz gewürdigt.

 

Die Pflanze, die auch Aufrechtes Fingerkraut, Rotwurz oder Tormentill genannt wird, trug früher den wissenschaftlichen Namen Tormentilla erecta, Dies leitete sich ab vom lateinischen Wort „tormenta“ für Bauchschmerzen und macht den Einsatz der Pflanze als Magenmittel und bei Durchfallerkrankungen deutlich.

Die Blutwurz ist mit Höhen von meist 10 bis 30 cm eine eher kleine und unscheinbare Pflanze mit aufrechter oder niederliegender Wuchsform. Doch ihre sattgelben Blüten leuchten mitunter hell aus der umgebenden Vegetation hervor. Sie besitzen nur vier Blütenkronblätter, eine Seltenheit innerhalb der Familie der Rosengewächse, der die Pflanze angehört. Die dunkelgrünen, an den Rändern gesägten Blätter sind fingerförmig geteilt und zeigen die Zugehörigkeit zu den Fingerkräutern, Potentilla, an.

Daher wurde die Blutwurz nachträglich in diese Gattung überführt und heißt heute Potentilla erecta, Aufrechtes Fingerkraut. Potentilla leitet sich vom lateinischen Wort „potentia“ für Kraft ab und bezieht sich auf die Heilwirkung der Pflanzen in dieser Gattung. Der Name Blutwurz leitet sich von der Tatsache ab, dass sich der unterirdische Wurzelstock bei Anschnitt rot färbt. Gemäß der Signaturenlehre wurde die Pflanze daher früher als blutstillendes Mittel eingesetzt, wobei diese Wirkung medizinisch bisher nicht nachgewiesen ist. Die Anwendung bei Magenleiden liegt in dem hohem Gerbstoffgehalt der Pflanze begründet.

Da sie stark zusammenziehend, austrocknend und entzündungshemmend wirkt, wird sie zudem bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum, bei Hämorrhoidenleiden sowie bei schlecht heilenden Wunden eingesetzt. Die Anwendung erfolgt als Tinktur oder Tee, hergestellt aus den getrockneten Wurzelstöcken. Zur Herstellung des als Magenbitter beliebten Blutwurzschnapses wird ein alkoholischer Auszug aus den getrockneten Wurzelstöcken angesetzt. Früher wurde die Pflanze auch zum Färben verwendet, wobei sich je nach Lösungsmittel entweder gelbbraune oder rotbraune Farbtöne erzielen ließen.

Die Blutwurz wächst bevorzugt auf mageren, mäßig sauren Böden. Im Wurzacher Ried ist sie in den Nieder- und Übergangsmooren verbreitet und kann zur Blütezeit von Mai bis Oktober von den Wegen aus vielerorts gefunden werden. Ausgraben darf man die Wurzelstöcke im Naturschutzgebiet natürlich nicht, aber vielleicht haben Sie ja mal eine andere Möglichkeit, ein Gläschen Tormentill zu probieren. Wohl bekomms!

 

Pressemitteilung und Bild Naturschutzzentrum Wurzacher Ried

www.wurzacher-ried.de , www.moorextrem.de

 

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