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Bad Wurzach - In der Großgemeinde werden inzwischen vier Nester bebrütet – auf der Grundschule, dem Kamin des Hotel Rössle sowie auf den Strommasten in Dietmanns und Ziegelbach. Deswegen sind so viele Junge geschlüpft wie noch nie zuvor, seit die Adebare wieder in Bad Wurzach brüten.

Die stolze Anzahl an Jungvögeln rührt auch daher, dass mit dem Nest auf dem Rössle ein neuer Brutplatz dazugekommen ist. Einer der Altvögel dort war auch im vergangenen Jahr an dem Nestbauversuch auf dem Haus Schranz beteiligt, der dann behördlicherseits unterbunden wurde, weil durch herabfallende Äste beim Nestbau eine Gefahr für Passanten und parkende Autos bestanden hatte. Der zweite Altstorch ist unberingt.

Er wurde von seinem Brutpartner kurzfristig ausgetauscht, wie Ulrich Grösser, der die Nester regelmäßig mit seinem Spektiv beobachtet, feststellte. Denn noch im März war beim Nestbau der zweite Altvogel ebenfalls ein beringter Storch gewesen. Seit dem Ende der ersten Maiwoche streiten nun drei kleine Jungstörche um das von den Eltern herbeigeschaffte Futter.

Grösser hat am Himmelfahrtstag zwei Stunden investiert, um seine Beobachtungen, die er eine Woche zuvor gemacht hatte – wie etwa die Anzahl der Jungtiere in den einzelnen Nestern – zu verifizieren. Somit tummeln sich auf dem Rössle noch drei Jungvögel, die sich prächtig entwickelt haben. Seit der letzten Woche war das Vertrauen der Altvögel in ihren Nachwuchs auf allen Nestern so groß, dass sogar beide zur Futtersuche ausflogen und die Jungen alleine zurückließen.

Ebenfalls drei Jungvögel konnte Grösser beim erfahrensten Brutpaar mit dem aus einem Nest in Bad Schussenried stammenden Männchen auf dem Nest auf der Grundschule in Bad Wurzach zählen, die in etwa im selben Alter sind alt sind wie ihre Ziegelbacher Artgenossen. Erstaunlich, denn das Männchen ist mit seinen 12 Jahren schon beinahe ein Methusalem, und sein Weibchen, das von einem Horst bei Freiburg stammt, ist mit 11 Jahren auch nicht viel jünger.

Auf dem Dietmannser Nest auf einem Strommasten lassen sich zwei Jungvögel von ihren Eltern füttern. Vermutlich, weil sie nur zu zweit sind, bekommen die Beiden soviel Futter ab, dass sie sich prächtig entwickelt haben. Teilweise stehen sie bereits im Nest und schlagen schon – wie ihre Ziegelbacher Kollegen kräftig mit den noch kurzen Flügeln. Auch hier sind es vermutlich die gleichen Altvögel wie im Vorjahr, die ihrem Nest treu geblieben sind. Noch eine Besonderheit hat Ulrich Grösser bei seinen Beobachtungen festgestellt:

Die „Grundschulstörche“ lassen sich ihre Futterplätze beim Hallenbad auf dem Grünen Hügel und unterhalb des Gottesberges in Sichtweite zu ihrem Horst von den „Rösslestörchen“ nicht streitig machen. Sie dulden keine Konkurrenten in ihrem Revier. Deshalb müssen die Altstörche vom Rössle zur Futtersuche auf die Riedwiesen am unmittelbaren Riedrand ausweichen.

Bei einem Besuch auf dem Kirchturm am letzten Mittwoch konnte sich der Autor dieser Zeilen von der Vitalität des Storchennachwuchses auf den beiden „städtischen“ Nestern überzeugen. Am gestrigen Freitag dann auch noch von der des Nachwuchses auf den Nestern in Dietmanns und Ziegelbach.

Es wäre schön, wenn die elf Jungstörche bald beringt werden könnten, nachdem sie die kritischen Tage im Mai und Juni gut überstanden hatten.

 

Bericht und Bilder Ulrich Gresser

 

 

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