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tuerkisches kulturzentrum 200Bad Wurzach - Sehr geehrte Frau Scherer, "Wir wollen keine ängstliche, keine misstrauische Gesellschaft werden. Sondern wir können eine Gesellschaft sein mit mehr Vertrauen, mit mehr Rücksicht und mehr Zuversicht." Diese Aussage unseres Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier in seiner außergewöhnlichen Fernsehansprache an das Volk spricht uns und den Mitgliedern unserer Vereine aus dem Herzen.

Gemeinsam mit unseren Nachbarn und Freunden waren wir traurig, als Sie ihr christliches Osterfest nicht so feiern konnten wie gewohnt. Bundespräsident Steinmeier fordert von uns während der Corona-Krise Geduld und Disziplin. Das verstehen wir alle. Den Christen halfen während der Osterzeit kleine Rituale, um wohl getrennt, aber im Geiste gemeinsam dieses hohe Fest trotzdem zu feiern.

 

Frank-Walter Steinmeier rief aber auch zu mehr Solidarität auf.

Für Muslime beginnt nun bald der Ramadan. Auch wir können diese für uns wichtige Zeit nicht wie gewohnt gemeinsam feiern. In der Moschee entfallen Gebete und auch das gemeinsame Fastenbrechen, zu dem wir gern unsere christlichen Freunde und Nachbarn einladen, kann nicht stattfinden.

Wir freuen uns immer, wenn die Glocken der katholischen Kriche zum Gebet rufen. In unserer Kultur gibt es ebenfalls einen Gebetsruf - etwas anders vorgetragen, aber sehr wichtig für die Gläubigen. Wäre es in der aktuellen Ausnahmesituation nicht möglich - so wie in anderen Städten - ausnahmsweise einen muslimischen Gebetsruf als Zeichen der Solidarität öffentlich hören zu lassen?

Für uns wäre es ein großartiges Zeichen von gegenseitigem Respekt, Vertrauen, Rücksicht und Zuversicht, wenn das zum Beispiel an einem Freitag oder zu Beginn unserer Fastenzeit möglich wäre. Dieser öffentliche Gebetsruf könnte der muslimischen  Gemeinschaft Hoffnung, Stärke und Trost in der aktuellen schweren Zeit vermitteln.

 

Die Corona-Pandemie sei kein Krieg, sondern eine Prüfung unserer Menschlichkeit, die das Schlechteste und das Beste in uns hervorrufe, meinte der Bundespräsident und forderte auf: "Zeigen wir einander doch das Beste in uns." Das kann auch eine Ausnahmeregelung für einen Teil Ihrer Mitbürger sein, Frau Scherer.

Vertrauen wir uns und nehmen Rücksicht, um gemeinsam diese Krise zu meistern.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Tuncer Ayne (Ditib Bad Wurzach)

Fuat Karaismailoglu (Türkisches Kultur- und Bildungszentrum)

Ali Karaismail (KBIV)

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