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Ravensburg – Dem Grundgesetz sei Dank Artikel 8 Versammlungsrecht fanden dieses Mal zwei Kundgebungen gleichzeitig neben der Oberschwabenhalle statt.

Während sich die Nicht ohne uns Kundgebung : „Corona ist nicht das Problem“ wird behauptet, gestützt auf Fakten, die meist einer rein logischen Prüfung nicht standhalten so langsam tot läuft, und bereits zum 7. Mal mit sinkenden Teilnehmerzahlen stattfindet, haben sich die Initiatoren einer Gegenkundgebung zum zweiten Mal in Ravensburg aufgemacht, die Veranstaltung so ohne Widerspruch nicht durchkommen zu lassen.

Zum Zahlenverhältnis vor einigen Wochen mit 1500 Teilnehmern auf dem Höhepunkt schrumpfte die Kundgebung Demokratischer Widerstand auf jetzt rund 400 Teilnehmer gezählt, erste Polizeischätzungen sprechen von 600 Teilnehmern. Währenddessen blieb die Gegenkundgebung mit annähernd 50 Teilnehmern stabil bei ihrer Zahl vor 3 Wochen auf dem Rivoliplatz. Doch dieses Größenverhältnis entspricht nicht Volkes Meinung.

Rund 55 Prozent der Deutschen haben aktuell viel Vertrauen, dass die Bundesregierung die Chancen und Risiken bei Lockerungen der Corona-Maßnahmen verantwortungsvoll abwägt. Rund 32 Prozent der Deutschen haben vor diesem Hintergrund wenig Vertrauen in die Entscheidungen der Bundesregierung, so eine Umfrage von Civej vor vier Tagen. Das geringste Vertrauen erwartungsgemäß bei der AfD mit nur 7, 2 % Zustimmung. Das höchste Vertrauen bei der CDU/CSU mit 77,5%. Zur eigenen Einschätzung ihrer Mobilisierungsmöglichkeiten: Nicht ohne uns hatte 1500 Teilnehmer angemeldet und die Gegendemonstranten 50-80 Teilnehmer. Als einer der ersten Redner sprach wiederholt Julian Aicher, der nun zum x-ten Mal fast schon penetrant darauf hinweist, dass er aus der Familie von Hans und Sophie Scholl stammt.

Umso unverständlicher ist es, dass er sich für diese Impfgegner und Aluhüte - Protest stark macht. Noch unverständlicher ist es, wenn man seiner Rede zugehört hat und meinte auf einer Werbeveranstaltung für ein Produkt zu sein, das man in die Steckdose steckt, das die Luft sauberer macht und so auch mit die Viren bekämpft. Fast alle haben sein Ansinnen nicht kapiert und ein knapper spärlicher Beifall war der Lohn. Zu Wort kam auch Nico, er selbst bezeichnete sich als freier investigativer Journalist und sei auf Facebook aktiv. Zum einen hat kein wirklicher Journalist nur einen Vornamen und Nico wird es weltweit mehrere geben, Verwechslungsgefahr groß, also nicht nachvollziehbar.

Die kulturschaffende Künstlerin zum Anfang auch ohne ihren Namen zu nennen, beklagte sich über die Medien, die sie nicht wollten, angeblich wegen ihrer Unangepaßtheit. Das hätte sie wisssen können, es ist ein No go, wenn man sich in Vorstellungsgesprächen so verhält. Zu den Teilnehmern, es waren Aluhüte dabei, eine Teilnehmerin in den ersten Reihen, „wollte ihr Leben zurück“, erklärungsbedürftig, wo sie so putzmunter dastand. Ein Mann und eine Frau beide im gelben T-Shirt mit der Aufschrift „Kill Bill“ zu deutsch „Töte Bill“. Bill Gates wird verdächtigt, die Corona-Maßnahmen zu bestimmen und die WHO Weltgesundheitsorganisation gekauft zu haben.

Lesestoff Corona ist nicht das Problem! gab es auch : „Seit 14. März 2020 befindet sich die Bundesrepublik unter einem de facto-diktatorischen System“ Einerseits die „Regierungen und der angeschlossenen Medienhäuser“, andrerseits „Ärzte,StatistikerInnen und verbliebene politische Opposition. Was für ein Weltbild, das erwiesenermaßen nicht richtig ist, nimmt man zu Beispiel die Aussagen des Kinderarztes Jochen Welte, dessen seltsame medizinischen Erklärungen zum Virus gleich den entschiedenen Widerspruch von 25 Kollegen hervorrief. Andere Denkfehler sind eine Statistik, die bis 15. 03. eine geringe Sterberate zum Vergleich der Vorjahre zeigt.

Natürlich ist es so, denn es wurden ja Maßnahmen gegen die Pandemie eingeleitet und die Bevölkerung isolierte sich sogar vernünftig bei den ersten Anzeichen selbst vor einem Lockdown. Trotz allem zeigen andere Grafiken eine Übersterblichkeit in Deutschland, d.h.eben mehr als normal. Auf den von Anselm Lenz (Verfasser im Sinne des Presserechts) und anderen zusammengeschusterten Seiten finden sich Klagen und Berichte, die immer nur eine Seite der Medaille beleuchten.

Auf der letzten Seite ist das Grundgesetz abgedruckt. Besser wäre es aber gewesen, sie hätten es auch verstanden, was sie da abdrucken. Ein Dialog der unterschiedlichen Gruppen, der zur Aufklärung hätte beitragen können, fand nicht statt, war aber auch nicht zu erwarten.

 

Text und Bilder: Gerhard Maucher

 

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