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Bad Waldsee - +++ Stellplätze in der Wurzacher Straße werden gestrichen +++ Vision des Büro Sigmund erlangt Ratsmehrheit +++ Antrag der CDU knapp gescheitert +++

 

 

Nationale Projekte "Altstadt für alle" - Verbesserung der Barrierefreiheit - Wurzacher Straße und Ravensburger Tor

Die Einbindung der Wurzacher Straße war in der öffentlichen Gemeinderatssitzung das vorherrschende Thema. Die derzeit 10 Stellplätze sollen dort dem Mobilitätsband weichen, was zu Gesprächen und Diskussionen im Vorfeld mit den dortigen Händlern geführt hatte, wie Bürgermeister Matthias Henne in seiner Einleitung ausführte. Aufgrund des großen Interesses in der Bevölkerung wurde die Sitzung live über die Webseite der Stadtverwaltung übertragen.

 

Das Hauptaugenmerk der Verwaltung, des Planungsbüros Sigmund und den Räten, die für die Abschaffung der Stellplätze argumentierten, lag stets auf der Konfliktträchtigkeit, die sich durch parkplatzsuchende Verkehrsteilnehmer ergebe. Menschen mit Einschränkungen könnten sich auf dem Mobilitätsband bedrängt fühlen, wenn Fahrzeuge dieses zum Ein- und Ausparken queren müssten. Zudem sei die Wurzacher Straße eine wichtige Verbindungsachse zum angrenzenden Kurgebiet, aus dem die meisten Passanten mit Gehhilfen zu erwarten seien. Die Prüfung des Antrages der CDU Fraktion, mindestens vier Parkplätze zu erhalten, ergab, dass dies zwar grundsätzlich möglich und machbar sei, aber mit dem Konzept an sich, kollidiere.

 

Albrecht Preuß vom Büro Citiplan führte im Vorfeld eine Ersatzstellplatzerhebung durch. Die zu streichenden Stellplätze könnten, durch Bewirtschaftungsänderungen seitens der Stadtverwaltung, in der Muschgaystraße, im Friedhofweg und in der Tiefgarage des Hauses am Stadtsee ausgeglichen werden. Alle drei vorgestellten Alternativen seien in etwa fünf Minuten, fußläufig problemlos erreichbar. Gemäß seinem planerischen Ergebnis könne auch er keine Empfehlung für einen Stellplatzerhalt in der Wurzacher Straße aussprechen, sondern folge der Vision des Büros Sigmund.

 

Stadträtin Ingrid Wöflingseder (CDU) plädierte in ihrem Statement hingegen für den Erhalt, denn eine Aufenthaltsqualität in einer Stadt ergebe sich durch die Komponenten Kultur, Gastronomie und Handel. Zentrumsnahe Stellplätze seien dafür genauso notwendig, wie Kompromissbereitschaft und Respekt für die Händler und Anwohner der Wurzacher Straße.

 

 

Nach einer knapp zweistündigen Diskussion konnte Bürgermeister Henne zur Abstimmung aufrufen. Der Antrag der CDU ist im Gremium knapp gescheitert, 13 Räte stimmten dafür und 14 dagegen.

 

Anschließend erfolgte die Beschlussfassung für den Antrag der Stadtverwaltung SV-42/2020, Beschluss und 1. Ergänzung:

  1. Im Zuge der Verbesserung der Barrierefreiheit in der Wurzacher Straße wird ein zentrales Mobilitätsband umgesetzt
  2. Sowohl die Wurzacher Straße als auch der Ravensburger Torplatz bleiben (wie derzeit) als verkehrsberuhigte Bereiche ausgewiesen.
  3. Die 10 Kurzzeit-Parkplätze im Bereich der Wurzacher Straße und des Ravensburger Torplatzes entfallen zugunsten einer Verbesserung der Barrierefreiheit
  4. Es wird angestrebt im Bereich Wurzacher Straße und Ravensburger Tor Fahrradabstellmöglichkeiten zu schaffen
  5. Am Parkplatz Stadtfriedhof werden durch eine Bewirtschaftungsanpassung ca. 20 nicht bewirtschaftete, kostenlose Parkplätze geschaffen (Anwohner, Mitarbeiter)
    (Änderungsantrag der FWV folgt)
  6. Am Parkplatz Muschgaystraße wird die Bewirtschaftung verändert. Die bisherigen Bewirtschaftungsregelungen der Wurzacher Straße werden übernommen (Kunden)
  7. Die Parkplätze in der Tiefgarage des Hauses am Stadtsee sollen besser beworben und barrierefrei an die Wurzacher Straße angebunden werden.

Dieser Beschluss wurde mit 15 Ja-Stimmen, 8 Nein-Stimmen und 4 Enthaltungen gefasst.

Sitzungsunterlagen zum Download

 

Bericht: Christine Hofer-Runst

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